Überraschung in der SPD: Leichtweis will Chef werden
12.02.2008 | 22:47 Uhr 2008-02-12T22:47:29+0100Vorstand stützt Dieckmann.Töns verzichtete
SPD-Chef Dietmar Dieckmann wird bei der Vorstandswahl am 26. April einen Gegenkandidaten haben: Zur großen Überraschung auch vieler Genossen tritt aber nicht der Landtagsabgeordnete Markus Töns gegen ihn an, sondern Manfred Leichtweis.
Das kündigte der Stadtverordnete und Vorsitzende des Umweltausschusses gestern Abend im SPD-Vorstand an. Einen Dämpfer musste Leichtweis bereits hinnehmen: Der SPD-Vorstand sprach sich mit 11:3 Stimmen für eine Wiederwahl Dieckmanns aus. Für den Amtsinhaber votierten u.a. OB Baranowski und Töns.
Der Landtagsabgeordnete, der von Parteikreisen vor einigen Wochen zur Kandidatur gegen Dieckmann aufgefordert worden war, erklärte gleichzeitig seinen Verzicht: Nach "langer und reiflicher Überlegung" sei er zu dem Schluss gekommen, nicht anzutreten, so Töns zur WAZ. Er habe dies zunächst den Parteigremien sagen wollen, begründete er seine lange Funkstille.
"Eine Kandidatur hätte die SPD vor eine Zerreißprobe gestellt", sagte Töns. Diese könne die Partei angesichts der anstehenden vier Wahlen aber nicht gebrauchen - und bekommt sie offenbar nun doch. loc
22:27
Hmh, also als Aussenstehender muss ich der SPD zu diesem mutigen Schritt gratulieren! Demokratie kann nur über alternativen funktionieren, selbst wenn es für den Gegenkandidaten düster aussieht. Dies zeigt mir dass noch ein Fünkchen Hoffnung in diesem System steckt!
16:08
Nunja, prinzipiell kann ja jeder Kalif anstelle des Kalifen werden wollen, das ist halt Demokratie. Allerdings habe ich Herrn Leichtweiß mal auf einer Veranstaltung erlebt und kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie jemand mit so einer poltrigen und ungehobelten Art eine Partei führen will. Aber das müssen die Sozis schon selbst wissen, was sie sich da antun, mein Problem ist das nicht.
09:26
Eine Zerreißprobe wird das wohl nicht werden. Wer kennt schon Manfred Leichtweiß. Und wer ihn kennt, weiss dass er zwar viele gute Ideen hat, aber keinen geraden Satz heraus bekommt. Er erfüllt seine bisherigen Aufgaben gut - im Umweltausschuss und als Beisitzer (was man nur gerüchteweise hört). Aber als Vorsitzender ist er einfach lächerlich. Er sollte sich das noch mal überlegen, er wird ohnehin nicht gewählt und verliert durch die Niederlage an Akzeptanz für seine bisherige Arbeit.
Als reiner Zählkandidat, damit es ein paar Gegenstimmen gegen Dieckmann gibt, braucht er sich nicht hergeben. Da hat einer offensichtlich nicht bis zum Ende gedacht. Arme SPD, die sich so lächerlich macht.