Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 19°C
Kultur in der Stadt

Überraschung in Bücherkisten von Jans Opa

30.11.2008 | 14:46 Uhr

Hammer Autor Mario Siegesmund gewinnt beim Story-Wettbewerb von „Gelsenart”

„Unser Wettbewerb ist erstmals seit Jahrzehnten eine größere Maßnahme zur Förderung der Literatur in Gelsenkirchen”, erklärt Hans Frey, Vorsitzender von „Gelsenart e.V.”, selbstbewusst. 304 Autoren beteiligten sich an der Ausschreibung „1000 Feuer - 1000 Zeichen”, rund 6000 Leser stimmten online über den Publikumspreisträger ab. „Es waren viele Texte von erstaunlicher Qualität dabei”, meint Frey, der zusammen mit Künstlerin Jenny Canales, Bibliothekar Ulrich Spiegelberg, Ex-WAZ-Redakteur Hans-Jörg Loskill, Buchhändlerin Sabine Piechaczek u.a. auch in der Jury saß. „Wir sind zu einstimmigen Voten gekommen, aber niemand muss sich als Verlierer fühlen.”

20 Texte bildeten den Gewinnerpool, aus dem jeweils drei Hauptpreise und Sonderpreise für bestimmte Sparten (Lyrik, Humor, Lokales) gekürt wurden. Matthias Schamp aus Bochum holte den Sonderpreis für Lyrik mit seinem hintergründigen Gedicht „Das Leben”, Matthias Reuter (Oberhausen) erhielt für seine Geschichte „Herbert spielt die sieben Zwerge” den Humor-Preis. Es geht um eine Theatergruppe, die Schneewittchen aufführt, wobei Herbert aus Personalmangel gleich alle sieben Zwerge auf einmal spielen muss. Das tut er so gut, dass er nach fünf Jahren 1000 Rollen in nur 15 Stücken gespielt hat. Den Preis für Lokales erhielt die Gelsenkirchenerin Elke Schleich für „Als Lorrek noch durch Schalke fuhr”, worin sie von einem kleinen Mädchen erzählt, dass sich in das Pferd des Kartoffelhändlers verliebt. Timucin Davras (ebenfalls aus Gelsenkirchen) erhielt für seinen collagenartigen Text „Herzliches Hallöchen!” den Publikumspreis.

Bei den Hauptpreisen belegte Barbara Rademacher (Bielefeld) den dritten Platz mit „Nicht von hier”, das wie eine Science Fiction-Story beginnt, sich jedoch später als Beschreibung eines autistischen Kindes entpuppt. In „Romeo und Bernadine”, für das Marc Wegner (Ahaus-Alstätte) den zweiten Preis erhielt, übt der Autor durch gekonnte ironische Brechung Gesellschaftskritik. Den ersten Preis machte Autor und Songwriter Mario Siegesmund aus Hamm mit seiner Story „Epilog”, weil diese, so Hans Frey, „in fast idealer Weise alle Kriterien einer guten Kurzgeschichte erfüllt und das Kernanliegen unseres Wettbewerbs in außergewöhnlicher Weise präsentiert.” Siegesmund erzählt, wie Jan die Büchersammlung seines Opas erbt. Dieser schenkte ihm früher für jedes gelesene Buch etwas Geld - umso größer die Überraschung, die Jan beim Auspacken der 15 Kisten voller ungelesener Bücher erwartet. . .

Alle 21 Texte des Finales sollen im Frühjahr 2009 in einem von Gelsenart herausgegebenen Buch veröffentlicht werden.

Mario Stork

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1133191/create

Aktuelle Fotos und Videos
Das 10. Rock Hard
Bildgalerie
Festival
Dreister Überfall auf Leihhaus
Bildgalerie
Polizei
Filmdreh in der Schauburg
Bildgalerie
Integration
Spätsommer in GE
Bildgalerie
Fotostrecke
Aus dem Ressort
Willkommen beim „Robot Game“
WETTBEWERB
16 Schüler der Evangelischen Gesamtschule in Bismarck haben ein großes Ziel: Sie wollen beim Roboter-Wettbewerb in Münster bestens abschneidens.
Ein Mahner und Warner
Kultur
Die Beziehungen zwischen Mensch und Natur, zwischen Körper und Geist gehören zu den großen Themen des Gelsenkirchener Künstlers Jiri Hilmar. Seit 1973 lebt der tschechische Bildhauer in der Künstlersiedlung Halfmannshof.