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Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil

30.08.2012 | 19:36 Uhr
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Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Mit einer Quote von 14,6 Prozent ist die Arbeitslosigkeit in Gelsenkirchen im August sowohl im Vergleich zum Juli als auch im Vergleich zum August 2011 stabil geblieben. 18.063 Frauen und Männer sind arbeitslos gemeldet, 57 weniger als im Juli (- 0,3 Prozent).

Bei der Agentur für Arbeit hat man im Zeitraum Januar bis August einmal mehr genau hingeschaut: Wie viele Menschen haben sich vom ersten Arbeitsmarkt kommend arbeitslos gemeldet – und wie viele arbeitslose Frauen und Männer haben im selben Zeitraum ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis begonnen?

Agentur-Chef Luidger Wolterhoff gab das Ergebnis gestern bekannt: 6100 Gelsenkirchener haben sich neu gemeldet; rund 5100 haben Arbeit gefunden. 1000 Frauen und Männer seien demnach auf der Strecke geblieben. Mehr als noch im selben Zeitraum 2011.

Diesem Trend setzt die Arbeitsagentur schwerpunktmäßig Qualifizierung entgegen. „Wir haben die Situation, dass wir Leuten durchaus eine Ausbildung finanzieren können“, sagte Wolterhoff. Aber: „In dieser Zeit müssen die Leute auf dem finanziellen Niveau von Arbeitslosengeld I leben.“ Gut für Menschen mit Motivation, finanziell problematisch dagegen für jene, die zwar motiviert sind, aber eine Familie ernähren müssen, weiß die Agentur.

„Die Folgewirkung ist katastrophal“

Grundsätzlich schwierig bleibt diese Tatsache: Knapp 85 Prozent der Arbeitslosen lebt von Hartz IV . „Mit diesem Anteil ist Gelsenkirchen wieder traurige Spitze. Da geben wir uns mit Bremerhaven regelmäßig die Klinke in die Hand.“ Auch der Ausbildungsmarkt hinke. Die Zahlen, die Wolterhoff nannte, sprechen für sich: rund 400 unversorgten jungen Menschen stehen zurzeit 150 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber. „Die Situation ist angespannt, keine Frage.“

Das sieht mit Blick auf den gesamten Arbeitsmarkt auch DGB -Vorsitzender Dr. Josef Hülsdünker so. „Die Folgewirkung von Arbeitslosigkeit ist katastrophal und ein gravierendes Problem für jeden Einzelnen aber auch für Gelsenkirchen“, sagte er. Er beschrieb das Spannungsfeld vor Ort, wonach dem großen Block von sozialen Problemen, die es zu steuern gelte, eine enorme Produktivität der aktiven Arbeitnehmer in Unternehmen gegenüber stünde.

Apropos Unternehmen: Dr. Christopher Schmitt, Geschäftsführer der Arbeitgeberverbände Emscher-Lippe , stellte das Ergebnis einer Firmenbefragung nach Geschäftserwartungen vor. 199 Unternehmen waren befragt worden, 27 machten mit, 16 davon in Gelsenkirchen. Die Erwartungen seien aktuell eher optimistisch geprägt, alles liege im grünen Bereich. „Ein Drittel der Befragten geht sogar von Neueinstellungen aus“, so Schmitt.

Die Ausbildungssituation sei unverändert und, dritte wie wichtige Botschaft: „Die Mehrheit der Unternehmen gibt an, den Fachkräftebedarf momentan bedienen zu können.“

Inge Ansahl

Kommentare
01.09.2012
11:17
Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
von albertus28 | #8

zu # 5...
Ihr Vorschlag in allen Ehren....
aber gehen Sie mal davon aus,die Städte Essen,Bochum und der Kreis Recklinghausen werden dieses "Geschenk" in aller Freundlichkeit dankend ablehnen.

01.09.2012
10:26
Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
von albertus28 | #7

"....da geben wir uns mit Bremerhaven die Klinke regelmäßig in die Hand"
Sagt der Agentur-Chef und schreibt auch brav die Chronistin.
Was will uns der junge Künstler damit sagen ?????
Vielleicht,dass dieser Zustand bei den beiden Städten mit "ewiger" SPD-Regierung(außer Betriebsunfall Wittke) mittlerweile dem Faß die Krone mitten ins Gesicht schägt ????

31.08.2012
16:30
Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
von u.berlin | #6

Wie man aus gut unterrichteten Kreisen hört, bevorzugen viele Menschen, die nicht so gerne arbeiten wollen, GE, da es sich herumgesprochen hat, dass man in GE auch ganz schlecht vermittelt werden kann.

1 Antwort
Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
von Madde | #6-1

Wenn ich so wenig verdienen würde dass ich am Ende noch aufstocken muss würd ich ganz ehrlich auch nicht arbeiten wollen. Und am besten soll man sich dann vom Arbeitgeber auch noch wie den letzten Dreck behandel lassen.

31.08.2012
08:18
Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
von mkoerber | #5

Die Zählweise bzw Auslegung einer Statistik ist die eine Seite. Tatsache ist, seit dreißig (oder auch vierzig) Jahren verpennt die Stadt alle Optionen eines echten Strukturwandels. Erst fehlen die Unternehmen und Arbeitsplätze, dann vergammelt die Infrastruktur. Daraus ergab sich die Spirale, an dessen Ende die Stadt nun steht.
Wenn die Erkenntnis schon soweit ist, zu erkennen, das GE mit Bremerhafen gleichauf steht, dann sollte das doch zu denken geben. Seit mehreren Jahrzehnten gibt es in dieser Stadt aber nicht den geringsten Lerneffekt.
Am besten die Stadt auflösen, SÜDOSTEN nach Bochum, Südwesten nach Essen, der Rest zum Kreis Recklinghausen. Dann wäre auch ein großer Teil FILZOKRATIE vorbei.

30.08.2012
23:49
199 Unternehmen waren befragt worden, 27 machten mit.
von AuroraBorealis | #4

Ein Drittel der Befragten (= 9 Unternehmen) geht sogar von Neueinstellungen aus.
199 wurden befragt. NUR (!) 9 Unternehmen gehen von Neueinstellungen aus.
Gerade einmal lächerliche 4,5 % der befragten Unternehmen gehen von Neueinstellungen aus.
Wie banane muß man bitte sein, wenn man dann noch meint "Die Erwartungen seien aktuell eher optimistisch geprägt, alles liege im grünen Bereich."?
Die Zahlen liegen erschreckend niedrig. Außerdem gehen die Unternehmen nur von Neueinstellungen aus. Ob diese Unternehmen selber Neueinstellungen tatsächlich vornehmen, das ergibt sich aus keiner der gemachten Aussagen.
Jeden Mittwoch und jeden Samstag gehen millionen Menschen davon aus, dass sie im Lotto den Hauptgewinn erzielen werden. Sie gehen davon aus, mehr aber auch nicht. So auch die Unternehmen, sie gehen davon aus, mehr aber auch bei ihnen nicht.
Vermutlich werden AfA und Jobcenter nun noch mehr Menschen in Zwangsfortbildungen stecken. So steht der nächsten getürkten Statistik nichts im Weg.

30.08.2012
23:33
Monatlich werden stets nur getürkte Statistiken verbreitet
von AuroraBorealis | #3

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern und nur noch die Dümmsten in der Stadt glauben den verbreiteten gefälschten Statistiken.
Wen interessiert die Arbeitslosenstatistik?! Die interessiert nur Personen, die sich auch sonst kein eigenes Bild von den gegebenen Realitäten verschaffen will.
Interessant ist schon eher die Statistik der Unterbeschäftigung, obwohl auch diese nicht den Realitäten entspricht sondern ebenfalls nur eine getürkte Statistik darstellt.
Näheres nachzulesen unter:
http://statistik.arbeitsagentur.de/Navigation/Statistik/Statistik-nach-Themen/Arbeitslose-und-gemeldetes-Stellenangebot/Arbeislose-und-gemeldetes-Stellenangebot-Nav.html
Auf Gelsenkirchen übertragen bedeutet es, ohne verfälschende Abrechnungen bei der Prozentzahl, dass in Gelsenkirchen tatsächlich rund ein gutes Drittel (= 33 %) aller Erwerbsfähigen arbeitsuchend sind.

30.08.2012
22:29
Tatsächliche Lage
von somjotien | #2

#1: Also 60 % ist ja wirklich übertrieben. Ich verstehe aber die Intention. Die gefühlte Arbeitslosigkeit in GE ist wohl höher.

"Stabil geblieben" ist der richtige Ansatz.

Tatsächlich ist die Lage für GE seit Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 unverändert. Sie wird im Haushaltssanierungskonzept 2013 auf S. 4, unter 1.1. Besondere Belastungen, so beschrieben:

"Obwohl die Arbeitslosenquote im vorstehenden Betrachtungszeitraum von 19,5% zu Beginn des Jahres 2005 auf 14,0 % am 31.12.2011 zurück ging, hat sich die Zahl der Bedarfsgemeinschaften nicht merklich verändert."

Also in 2012: Immer noch fast 20 % Arbeitslosigkeit in GE, wie in 2005.

Geändert hat sich nur die statistische Zählweise. Das ist zwar mittlerweile bekannt, wird jedoch gern immer wieder vergessen. Das soll auch so sein, damit das Projekt Schöne Neue Welt funktionieren kann.

30.08.2012
20:21
Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
von Madde | #1

14,6 Prozent.....

Es sind wohl eher min 60 Prozent.

1 Antwort
Traurige Spitze beim Hartz-IV-Anteil
von tierfreund61 | #1-1

Das glaube ich auch!

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