Träume auf der Musical-Bühne in Gelsenkirchen

Nach mehr als drei Monaten Probe führten etwa 30 Kinder das Musical Peter Pan im Gelsenkirchener Awo-Begegnungszentrum an der Grenzstraße auf.
Nach mehr als drei Monaten Probe führten etwa 30 Kinder das Musical Peter Pan im Gelsenkirchener Awo-Begegnungszentrum an der Grenzstraße auf.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Kinder aus Gelsenkirchen-Schalke begeisterten mit dem Musical Peter Pan im Begegnungszentrum der Awo an der Grenzstraße. Monatelange Proben gingen voraus.

Gelsenkirchen.. Wer träumt nicht davon, schon im Grundschulalter als Pirat auf der Bühne zu stehen und den anderen zu zeigen, wie man die Weltmeere erobert. Schon bei den Proben zum Musical „Peter Pan“ wollten alle Jungen in die Rolle der Haudegen um Käpt’n Hook schlüpfen. Gestern bei der Premiere in der Awo-Begegnungsstätte an der Grenzstraße war von rauer Seeluft und Angst vor kritischen Blicken der Zuhörer nichts zu spüren. Wie alte Hasen enterten die jungen Schauspieler zwischen vier und 13 Jahren die Bühne, um die Abenteuer um Peter, Fee Glöckchen und den Kindern Wendy, John und Michael zu bestehen.

Ein Nachwuchstalent, das gar nicht zur Schauspielgruppe gehörten, wollte die Bühne gar nicht mehr frei machen, so sehr schien ihm die Kulisse zu gefallen. Imponierend wirkte Sebastian als Käpt’n Hook mit seiner stählernen Klaue als Armersatz, rotem Gewand, weißem Hemd und fast hüftlangem Haar. Der jüngste Pirat war gerade mal vier und inszenierte vor dem Auftritt erstmal eine eigene Geschichte. Er versuchte, mit seinem Säbel eine Banane zu schälen. Die Darsteller, die fast alle aus der Nachbarschaft stammen, erschienen in bunten und originellen Kostümen auf der Bühne. Die verlorenen Kinder hatten sich Tierkostüme übergestreift. Peter Pan in grünem Hut und Umhang hätte gut auch als Robin Hood durchgehen können. Nach den Proben konnten Eltern und Darsteller ihre Kostüme selbst aufhübschen, das Bühnenbild malen und Deko basteln. Geschickt erzählte Autorin Cirsten Piduhn nach Dialogen der Spieler den Verlauf der Geschichte weiter. Wendy und Peter Pan entpuppten sich nicht nur als Talente, sie waren dazu auch noch sehr textsicher. Die Zuhörer gingen begeistert mit. Besonders angetan waren sie von den Gesangsvorträgen von Wendy und dem Krokodil, das den Arm von Käpt’n Cook verspeist hatte.

Kinder kannte Texte besser als der Autor

Schon bei den Proben hatte Textbuchschreiberin Cirsten Piduhn festgestellt, wie locker Kinder Texte auswendig lernen und sogar ihren Mitspielern mitunter soufflieren können, wenn die mal ihren Text vergessen hatten. „Die kannten meine Texte hinterher besser als ich.“ Das galt wohl vor allem für Glöckchen, die mit ihren silbernen Flügeln als Fee über die Bühne schwirrte. Sie war zwar stumm, doch bei Aussetzern ihrer Mitspieler leistete sie spontan Hilfe und flüsterte den Text zu.

Zuhörer und Aktive waren gleichermaßen glücklich über eine gelungene Inszenierung. So mancher junger Künstler wird sicher mit Wehmut die große Bühne wieder verlassen und lieber mit der Philosophie von Peter Pan weiterleben. Der wollte nie erwachsen werden.