Torsten Sträter live im Gelsenkirchener Gefängnis

Torsten Sträter beim Training im Fitnessstudio in Waltrop.
Torsten Sträter beim Training im Fitnessstudio in Waltrop.
Foto: Kai Kitschenberg
Was wir bereits wissen
Der Slam-Poet, Autor und Kabarettist mit der Mütze tritt am 14. April ohne Gage in der JVA auf. Der Erlös ist für den Solidarfonds NRW bestimmt.

Gelsenkirchen.. „Kultur im Knast“, das ist in der JVA Gelsenkirchen nicht mehr ganz neu – aber jedes Mal anders. In Kooperation mit der WAZ lädt die Justizvollzugsanstalt an der Aldenhofstraße nun am Dienstag, 14. April, zu einer ganz besonderen Veranstaltung hinter Gittern ein: Torsten Sträter kommt.

Der wortgewaltige Slam-Poet, Buchautor und Kabarettist, der Mann mit dem optischen Markenzeichen „bis-über-beide-Ohren-‘runter-gezogene-Mütze“ liest und fabuliert auf seine so unvergleichliche Weise – und zwar ohne einen Cent Gage. Der Reinerlös der Veranstaltung ist für Solidarfonds NRW bestimmt, eine Stiftung, die breit gestreute soziale Projekte und damit benachteiligte Menschen im Ruhrgebiet finanziell unterstützt.

Torsten Sträter, 1966 in Dortmund geboren, kann aber noch viel mehr als Krimi- und Comedybücher schreiben, Slammen und brillant kalauern. Von Haus aus ist der 48-Jährige nämlich gelernter Herrenschneider. Daneben schrieb der Mann mit der Mütze unter anderem für das Satiremagazin Pardon und liefert humoristische Kolumnen für das Kicker-Sportmagazin. Er tritt regelmäßig im Satire Gipfel und bei extra 3 auf.

Reihenweise Preise kassiert

Und hat in den letzten Jahren Preise satt kassiert. Nur mal eine kleine Auswahl: Gewinner des NRW-Slams 2009, 2010 und 2012, Gewinner des Iserlohner Poetry Slams an der Fachhochschule Südwestfalen 2010, mehrfacher Gewinner seines Homeslams „SprechReiz“ in den Herner Flottmann-Hallen, Jahressieger 2010 beim Papp a la Papp-Slam in Krefeld, Jury-Preis 2014 beim großen Kleinkunstfestival für Kabarett, Comedy und Musik 2014 ...

Für die Veranstaltung in der JVA – an der auch Inhaftierte teilnehmen – gibt es 150 frei verkäufliche Tickets für Sträter-Fans und solche, die es noch werden wollen. Der Vorverkauf beginnt am morgigen Dienstag, 31. März, um Punkt 10 Uhr exklusiv im WAZ-Leserladen an der Ahstraße 12. Eine Karte kostet 22 Euro. Darin enthalten ist ein Essen und ein Getränk im Knast. „Wahrscheinlich eine Gulaschsuppe“, glauben JVA-Leiter Carsten Heim und sein Vize Ralf Bothge. Abzüglich der Verpflegungskosten für die „aushäusigen“ Besucher des Abends geht der Rest der Einnahmen für den guten Zweck an die Stiftung.

Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr (Ende 21 Uhr). Einlass ist bereits ab 18 Uhr. Es empfiehlt sich, nicht nur die Karten wegen der begrenzten Anzahl rechtzeitig zu kaufen, sondern wegen des Einlass-Prozederes am 14. April auch rechtzeitig an der JVA zu sein.

Einlasskontrollen sind Pflicht

Der ein oder andere Kultur freund, der schon einmal bei einer teilöffentlichen Veranstaltungen in der JVA war – etwa beim Besuch der Krimi-Autorin Joy Fielding im Rahmen der Festivalreihe „Mord am Hellweg“ – kennt die Bedingungen, mit denen man sich durch den Ticketerwerb automatisch einverstanden erklärt.

Bei der Einlasskontrolle muss der Personalausweis (oder Reisepass) vorgelegt werden. Der wird bis zum Verlassen der JVA einbehalten. Es findet ferner eine Personen- und Taschenkontrolle statt. Zu den verbotenen Gegenständen gehören unter anderem Handys bzw. Smartphones, Fotoapparate und Videokameras sowie Alkohol bzw. Drogen. Was sich eigentlich von selbst versteht.

Wer mehr über das Gefängnis erfahren möchte, kann sich auf www.jva-gelsenkirchen.nrw.de informieren. Ausführliche Info über die Solidarfonds-Stiftung NRW als Empfänger des Reinerlöses gibt es auf der Internetseite www.solidarfonds-nrw.de

Äußerst lesenswert ist übrigens die Homepage des Künstlers selbst: www.torsten-straeter.de