Tierschützer wollen Kastrationspflicht für streunende Katzen

Wilde Katzen sollten nicht gefüttert, sondern dem Tierheim gemeldet werden. In Gelsenkirchen funktioniert das laut Tierschützer gut.
Wilde Katzen sollten nicht gefüttert, sondern dem Tierheim gemeldet werden. In Gelsenkirchen funktioniert das laut Tierschützer gut.
Foto: Manuela Schwerte/press
Was wir bereits wissen
Der Gelsenkirchener Tierschutz fordert eine Registrierungs- und Kastrationspflicht auch für Katzen. Die Stadtverwaltung sieht noch kein Problem.

Gelsenkirchen.. Hunde müssen gemeldet und registriert werden. Die Hundesteuer fließt in Vater Staats Kassen – Katzenbesitzer sind davon befreit. Doch nun fordert der Deutsche Tierschutzbund auch für Katzen eine Registrierungs- und Kastrationspflicht. In vielen Städten sei durch vermeintliche Tierschützer ein Problem entstanden: Immer mehr Katzen beherrschten Stellen der Stadt, an denen sie sicher sein könnten, dass sie Futter bekämen. Folge: Dort sieht man die Katze als „Schädling“.

Auch wenn das Geld nicht in die Kassen der Kommune fließt, ist es im Sinne der Stadt, dass es nicht soweit kommt wie andernorts.

„Momentan wäre es sogar gegen das Gesetz, eine Katze oder einen Kater einfach einzufangen und zu kastrieren“, sagt Stadtsprecher Oliver Schäfer und verweist auf Paragraf 13b des Tierschutzgesetzes. Dennoch sind auch Besitzer in der Pflicht, ihre Samtpfoten nicht zu Streunern werden zu lassen, die eine Schar von noch mehr Katzen und Katern um sich scharren. „Wir haben auch momentan in dieser Hinsicht keine Vorhaben und Notwendigkeit, etwas zu bekämpfen oder im Keim zu ersticken,“ so Schäfer.

Kastration sollte ernst genommen werden

Heike Reddig, zweite Vorsitzende des Gelsenkirchener Tierschutzvereins, würde die neue Regelung begrüßen. „Streuner sind schon ein Problem, mal mehr und mal weniger“, sagt die Tierschützerin. „Daher sollte schon, wie bei Hunden auch, alleine das Chippen eine Pflicht sein.“ Mit der Kastration könnten einige Züchter ein Problem haben – dennoch liege die Verantwortung bei den Besitzern und sie sollte, ähnlich wie bei Hunden, ernst genommen werden. Denn nur so könnte eine wild lebende Horde wie in anderen Städten verhindert werden, erklärte Reddig weiter.

Das ist laut Tierschützer bisher in Gelsenkirchen gut gelungen. Heike Reddig begrüßt daher jeden, der ein Tier aus dem Tierschutz übernimmt. Auch wenn es eine große Verantwortung sei, so Reddig, sollte man sich von Gesetzen, die den Tierschutz stärken, nicht abschrecken lassen.