Tierische Anmut und Eleganz auf dem Platz

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Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein x-beliebiger Campingplatz im Grünen. Wohnmobile, Vorzelte und Klappstühlchen reihen sich im Emscherbruch nahtlos aneinander, die Nummernschilder weisen auf deutsche, belgische und niederländische Städte hin. Und doch – etwas ist anders: Hunde soweit das Auge reicht.

Hauptsächlich elegante Windhunde, die stolzen Besitzer führen sie zu dritt, zu viert, sogar zu sechst an Leinen über das Areal. Anmutig tänzeln die rassigen Vierbeiner neben Herrchen und Frauchen, es ist ein munteres Kommen und Gehen auf dem schmalen Pfad zur Rennbahn des Windhundrennvereins (WRV) Westfalen-Ruhr. Der Verein feiert Pfingsten sein 60-jähriges Bestehen mit einer CAC-Ausstellung und der Austragung des Internationalen Rennens „Der große Preis von Gelsenkirchen“.

„Wir sind einer der drei größten Hunderennplätze in Europa“, erinnert Arnd Biesenbach von der Sonderleitung stolz. 229 Hunde sind in der Wertung, Afghanen, Galgos, italienische Windspiele, Greyhounds und wie sie alle heißen. Jede Rasse wird nach strengen Kriterien bewertet; es geht um Fellfarbe, Bemuskelung und Anatomie. Die Hunde müssen im Lauf und im Stand ihr Erscheinungsbild ins beste Licht setzen. Die Richterschaft ist aus Australien, Österreich und Deutschland – die Windhund-Gemeinde kennt keine Grenzen. Friedlich und fröhlich ist die Atmosphäre. Anna legt Nossia einen warmen Schal aus Kunstpelz um den Hals. Die fünfjährige Galgo-Hündin scheint es zu genießen, der Karamellton passt hervorragend zu ihrem Kurzhaarfell derselben Schattierung. „Im deutschen Winter frieren die Hunde schon ein bisschen beim Gassi-Gehen“, erklärt die Hundebesitzerin.

162 kämpfen in ihren Kategorien um den Sieg, pfeilschnell zischen sie über die Sandbahn. Himmlische Ruhe herrscht auf dem Platz. Die Anzahl der Hunde ist enorm, viele Besitzer haben mehr als nur den Ausstellungs- und Rennhund mitgebracht – und doch gibt es kein Gebell, keinen Lärm. Der Windhund allgemein hat ein edles Gemüt, selbst der irische Wolfshund mit einem Widerristmaß von fast einem Meter trabt im noblen Ausfallschritt neben seinem Frauchen daher. Drei kleine schwarze Dackel blicken hoch, geben keinen Mucks. Auch sie scheinen von der stoischen Ruhe des gutmütigen Kolosses fasziniert.