Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 10°C
Kultur

Theater macht Schule

27.06.2012 | 19:00 Uhr
Theater macht Schule
Viertklässler der Gemeinschaftsgrundschule Leipziger Straße proben im Consol Theater für ihr Stück "Die Gaunerwette". Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen. „Wer kann einen Handstand machen und wer ein Rad schlagen?“ Die Finger schnellen in die Höhe. Die Viertklässler sind mit Feuereifer dabei, wenn es gilt, artistisches Können zu demonstrieren – und zwar auf der Bühne. Seit wenigen Tagen bespielen die 17 Mädchen und Jungen der Gemeinschaftsgrundschule Leipziger Straße die Profi-Bühne des Consol Theaters in Bismarck .

Am Montag, 2. Juli, wird ihre Produktion „Die Gauner-Wette“ rund um zwei konkurrierende Gaunerbanden Premiere feiern. Damit geht ein beachtliches, in weitem Umkreis einmaliges Theaterprojekt zu Ende. Von der ersten bis zur vierten Klasse betreute Theaterpädagogin Melody Reich von Consol Theater die Grundschüler: eine ambitionierte Theaterklasse als Schul- und Kulturprojekt.

Einmal pro Woche stand Theatermachen auf dem Stundenplan. „Wir sind in der ersten Klasse fast ohne Sprache angefangen“, erinnert sich die Theaterpädagogin, „nach und nach kam dann Text zur Bewegung dazu.“ Mit jeder Unterrichtsstunde wuchs auch der Mut der Kinder zum Ausdruck auf der Bühne. Mit der Aufführung der „Gauner-Wette“ klingt die Theater-Klasse nun aus.

Förderung durch die Anneliese-Brost-Stiftung

Eine neue steht aber bereits in den Startlöchern. „Dank der nun beginnenden Förderung durch die Anneliese-Brost-Stiftung kann das Projekt fortgeführt werden“, freut sich Consol-Sprecher Georg Kentrup .

Und auch ein zweites Schultheaterprojekt findet in diesen Tagen seinen Abschluss. Das ging ein Jahr lang in der Evangelischen Gesamtschule Bismarck mit Schülern der 10. Klasse über die Bühne.

Die 20 Schüler der 10c besuchten zunächst das Theater in unmittelbarer Nachbarschaft zur Schule und sahen sich die Produktion „Gegen den Fortschritt“ an. Zusammen mit der Consol-Theaterpädagogin Mayra Capovilla sezierten die Jugendlichen das Stück auf die für sich besonders spannenden Aspekte hin. Am Ende kristallisieerten sich Themen wie „Arbeit“, „Zivilcourage“ und „Ernährung“ als besonders spannend heraus. Diese Facetten nahmen die Teilnehmer mit Hilfe von theaterpädagogischen Spielen, Experten und Exkursionen unter die Lupe.

Plastikflaschen als Grundmaterial

So besichtigte die Klasse einen Bio-Bauernhof bei Langenfeld, führte Interviews mit dem Gelsenkirchener Polizeipräsidenten oder befragte Verdi-Mitarbeiter. In der aktuell laufenden Projektwoche betreut Consol-Bühnenbildnerin Sabine Kreiter, die auch mit den Grundschülern zusammenarbeitet, die Gesamtschüler bei der Konstruktion einer Installation. Die wächst zurzeit im Foyer und wird am Freitag die Besucher des Tages der offenen Tür zu Interaktionen einladen.

Leere Plastikflaschen bilden das Grundmaterial der Konstruktion. Am Ende der Aktion wollen die Schüler das Pfand einlösen und das eingenommene Geld spenden. Dieses Schulprojekt findet im Rahmen der LWL-Initiative „Demokratie und Partizipation“ und wird aus den entsprechenden Fördergeldern finanziert.

Die Viertklässler schlagen Rad, was das Zeug hält. Weil es so auf dem Spielplan steht, weil sie aber auch einfach Spaß am Theater haben. Damit hat das Projekt sein Ziel erreicht.

Elisabeth Höving



Kommentare
Aus dem Ressort
Das „Blind Date“ in Gelsenkirchen kann kommen
Festival
Die Aufbauarbeiten für das dreitägige Festival auf der Wiese am Taubenhaus begannen mit einigen Stunden Verzögerung: Der Strom fehlte zunächst. Die von Sturm „Ela“ nicht verschonte Parkfläche räumte Veranstalter Emschertainment selbst.
Gelsenkirchen hat Antrag auf temporären Sperrbezirk gestellt
Prostitution
Die Städte Gelsenkirchen und Herten haben gemeinsam einen Antrag für die Einrichtung eines zeitlich begrenzten Sperrbezirks an die Bezirksregierung Münster gestellt. Einen entsprechenden Beschlussvorschlag legt die Stadt Gelsenkirchen dem Hauptausschuss am 11. September vor.
Galerie Tellerrand öffnet virtuell ihre Türen
Galerie
Diese Galerie ist rund um die Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei und eigens stylen muss sich der Ausstellungsbesucher für einen Rundgang durch diese Schauräume auch nicht. Denn die Galerie Tellerand ist virtuell.
KanalLeben – das große Fest auf dem Rhein-Herne-Kanal
Revierfeier
Die Schiffe müssen draußen bleiben, der Wassersport übernimmt das Ruder auf dem Rhein-Herne-Kanal, wenn das Revier am 30. August seine Riviera feiert. Die Höhepunkte des „KanalLebens“.
Werke zwischen Objekt und Malerei
Kunst
„Konstruktive Verbindungen schaffen“ heißt das Konzept des Ateliers JRS, das die Künstler Heinrich Jüttner, Heribert Leppert und Wolfgang Sternkopf an der Ruhrstraße 11a betreiben.
Umfrage

Im Essener Folkwang-Museum denkt man derzeit über freien Eintritt für die Besucher nach - zumindest samstags. Im Gelsenkirchener Kunstmuseum gilt schon längst an allen Tagen: Eintritt frei. Auch ins Horster Schloss kommt man für wenige Euro in die sehenswerte historische Schau. Was meinen Sie, sollte der Eintritt zu Museen generell frei sein?

 
Fotos und Videos
Das Revier bewirbt sich um die Akademie
Bildgalerie
Sparkassen-Akademie
Holi-Festival in Gelsenkirchen
Bildgalerie
Festival
WAZ-Leser besichtigen Spedition
Bildgalerie
Transportunternehmen