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Tatort in Gelsenkirchen sichern und Spuren suchen

19.01.2016 | 07:00 Uhr
Tatort in Gelsenkirchen sichern und Spuren suchen
Kriminalhauptkommissar Gerhard Borowski (55, inzwischen Leiter des KK 22) erläutert in seinem Dienstzimmer am Wildenbruchplatz die Arbeit der Kriminalwache.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   Männer der Kriminalwache müssen auch nachts hellwach sein. Einbrecher konnten nach zweistündiger Flucht gefasst werden. Verstärkung durch Kollegen.

Im dritten Teil unserer Serie geht es um die Kriminalwache. In Gelsenkirchen ist diese wichtige Einheit an der Wildenbruchstraße beheimatet. Die Kriminalwache übernimmt außerhalb der Bürozeiten alles, was zum Zuständigkeitsbereich der Kriminalpolizei gehört. Alle Einsätze, die nach 14.30 und bis 7.30 Uhr hier anfallen, gehen über den Schreibtisch der Teams von Kriminalhauptkommissar Gerhard Borowski. Der 55-Jährige leitet die Kriminalwache.

„Wir bilden die gesamte Palette der kriminalpolizeilichen Arbeit ab“, erklärt Gerhard Borowski. Das Spektrum reicht vom Einbruch bis zum Mord. Auch Vermisste, Umweltdelikte und Festnahmen gehören ebenso zum Alltag wie die Aussage vor Gericht. Oftmals sind die Beamten als Erste vor Ort, ihre Schilderungen und Erkenntnisse ergänzen die Aussagen von Zeugen und Beteiligten. Sie tragen so dazu bei, ein vollständigeres Bild vom Geschehen zu zeichnen. Auf die Tatortarbeit der Kriminalwache stützen sich die angeschlossenen Fachkommissariate, etwa der Erkennungsdienst, der im selben Haus angesiedelt ist.

„Der Tatort wird aufgenommen“

In unserem Fall sind die Beamten nach dem Notruf über 110 nach einem Wohnungseinbruch an den Einsatzort geeilt. Im Fachjargon heißt das: „Der Tatort wird aufgenommen“, erklärt Gerhard Borowski. Dies bedeutet unter anderem Tatortsicherung, Fahndung, Festnahme, Zeugensuche/-befragung, Spurensuche und Hausbefragungen. „Wir haben mit dem Anrufer gesprochen, den Tatort, also die Umgebung, nach Spuren abgesucht und gesichert, um uns ein Bild vom Ein- und Ausstieg zu machen, respektive eine genaue Vorstellung vom Verlauf des Einbruchs und der Flucht zu verschaffen.“, erklärt Borowski den Ablauf. „Zeugen wurden vernommen und auch eine detaillierte Wohnungsbeschreibung angefertigt, um festzuhalten, was tatsächlich passiert ist. Nur jetzt kann man einen unverfälschten Eindruck vom Tatort und den Geschehnissen dort bekommen. Andernfalls könnten Staatsanwaltschaft und Gericht sich in der späteren Verhandlung gar kein Bild von alldem machen. Auch für Versicherungen sei es beispielsweise wichtig, „denn es kommt auch immer mal wieder vor, dass Dinge als gestohlen gemeldet werden, die gar nicht weg sind.“

Hier sortiert Dienstgruppenleiter Martin Jansen (53) aufgenommene Anzeigen den einzelnen Fachkommissariaten zu. Foto: Martin Möller

Natürlich wurde auch umgehend dafür gesorgt, dass in der so genannten „Nacheile“ ein Tatverdächtiger verfolgt und festgenommen wurde. Günstig in dem Fall: Schuhabdrücke im Schnee.

Lücken für Fliehenden wurden immer kleiner

Vor Ort sah das dann so aus: Nach Befragungen von Passanten und Spurensuche im frischen Schnee hatten die Beamten eine Fährte. Die Flucht des ersten Täters endete bereits nach 500 Metern. Bei dem zweiten dehnte sich die Verfolgung bis zum Emscherbruch, zur Mülldeponie, aus. Aufgrund der Nähe zu den Stadtgrenzen wurde auch die Polizei in Recklinghausen und Bochum hinzugezogen. Ein zusätzlich angeforderter Hubschrauber für das recht unübersichtliche Areal dort vor Ort erweiterte den Suchkreis der Polizei. Im Gegenzug wurden die Lücken, durch die der Täter vielleicht noch hätte schlüpfen und entwischen können, immer kleiner.

Täter Nummer zwei (männlich, 23 Jahre) konnte schließlich nach über zwei Stunden Flucht und über mehrere Kilometer Strecke in Resse beim Versuch, klammheimlich die Autobahn 2 zu überqueren, gestellt und gefasst werden.

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2016-01-19 07:00
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