Student erforscht "X-Box" für Industrie-Einsatz

Der rechte Arm steuert den Industrieroboter im Hintergrund. Was beim linken Arm wie ein freundliches Winken für die Fotoaufnahme aussieht, wird von den Sensoren als Geste benötigt, um ein bestimmtes Menü auszuwählen. Nils Oppermann, Masterstudent der technischen Informatik aus Gelsenkirchen, hat die Steuerung kreiert. Foto: FHG/MV
Der rechte Arm steuert den Industrieroboter im Hintergrund. Was beim linken Arm wie ein freundliches Winken für die Fotoaufnahme aussieht, wird von den Sensoren als Geste benötigt, um ein bestimmtes Menü auszuwählen. Nils Oppermann, Masterstudent der technischen Informatik aus Gelsenkirchen, hat die Steuerung kreiert. Foto: FHG/MV
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Gelsenkirchen.. Ob Wii, Playstation oder X-Box: Spielekonsolen gehören mittlerweile zum Standard in Kinderzimmern. Dass sich die Technik zu mehr als zum Spaßbringer eignet, hat der Gelsenkirchener Informatik-Masterstudent Nils Oppermann (28) jetzt erforscht.

Zusätzliche Anregungen für seine Arbeit bekam er von Prof. Dr. Hartmut Surmann, der an der Fachhochschule Gelsenkirchen im Fachbereich Informatik lehrt. Surmann hat nach seiner Berufung an die Hochschule dort ein Robotiklabor aufgebaut.

„Durch das Massenprodukt Spielekonsole und deren Sensortechnik ist die Grundgerätetechnik, die ich verwende, serienreif entwickelt und bezahlbar geworden“, erklärt Oppermann. Sie liefert die nötigen dreidimensionalen Informationen durch das Bild und die räumliche Tiefe.

Einsatzbereich mittelständische Unternehmen

Mit diesen Daten und der richtigen Programmierung steuert Oppermann nun einen Industrieroboter und dessen Bewegungsabläufe. „Industrieroboter sind häufig sehr aufwendig zu programmieren, bevor sie ihre Aufgaben – beispielsweise das Schweißen einer räumlichen Naht – erledigen. Da dies sehr kostspielig ist und viel Expertenwissen voraussetzt, können sich den Einsatz solcher Roboter bisher nur große Unternehmen leisten.

Oppermanns Entwicklungen sollen klein- und mittelständischen Unternehmen helfen, einen Industrieroboter auf einfache Weise anzulernen und das nur mit der Bewegung des eigenen Körpers. Die Idee reifte schon während seines Bachelor-Studiums heran. Kontakt zu Computern bekam er bereits vor dem Studium durch seinen Vater, der physikalische Technik studierte. „In Gelsenkirchen passte das Studienangebot am besten zu meinen Berufsvorstellungen“, so Nils Oppermann über seine Wahl.

Der Masterstudent nutzte für seine Abschlussarbeit den Sensor „Kinect“ der Spielekonsole „X-Box“ von Microsoft.