„Straßenfeuer“ lässt das Hans-Sachs-Haus erglühen

Der Schauspieler Markus Kiefer als Obdachloser: Das vom Spendengala-Organisator geschriebene Theaterstück zum Thema mit Kiefer in der Hauptrolle feiert am 2. Mai Premiere.
Der Schauspieler Markus Kiefer als Obdachloser: Das vom Spendengala-Organisator geschriebene Theaterstück zum Thema mit Kiefer in der Hauptrolle feiert am 2. Mai Premiere.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Auch die zweite Spendengala in Gelsenkirchen zugunsten der Obdachlosenhilfe war ein voller Erfolg. U.a. Herbert Knebel und Rafael Cortès sorgten für gute Stimmung.

Gelsenkirchen..  Musik, Schauspiel und Späße – für den guten Zweck brannte im Hans-Sachs-Haus am Sonntag ein regelrechtes künstlerisches Feuerwerk ab: schon zum zweiten Mal lud Norbert Labatzki alias Dr. Stolzenfelz zur Spendengala „Straßenfeuer “, die Erlöse fließen in die Obdachlosenhilfe. 80 Prozent gehen an Arzt Mobil Gelsenkirchen, der Rest an die Obdachlosenzeitung Paperboy.

630 verkaufte Karten, ausverkauftes Haus: „Damit haben Sie alle schon zum Gelingen beigetragen“, stellt Frank Bürgin fest, er führt durch den Abend. Darüber freut sich auch Martina Rudowitz, die als erste Bürgermeisterin den Oberbürgermeister vertritt, und teilt ihre Freude über das soziale Engagement, das solch eine „Erfolgsveranstaltung“ ermöglicht.

Vom Überleben auf der Straße

Wie wichtig eben dieses Engagement ist, zeigt schon der erste künstlerische Programmpunkt: Ausschnitte aus dem Theaterstück „Alles dreht sich oder Wo ist Elvis?“, geschrieben von Labatzki persönlich und mit ihm an der Gitarre, Peter Jung am Akkordeon und Markus Kiefer in der Rolle des Obdachlosen Elvis, geben einen Einblick in den täglichen Kampf ums Überleben auf der Straße – Kälte, Hunger, Gewalt und Alkohol, anschaulich in Monologen und Liedern. „Bis heute gibt es keine offizielle Statistik zur Obdachlosigkeit in Deutschland“, bemerkt Labatzki, und fordert mit Nachdruck „wenigstens für NRW“ eine solche Statistik.

Premiere von Obdachlosen-Stück am 2. Mai

„Herbstlich“ werde es, scherzt Frank Bürgin: Almuth Herbst, Mezzosopranistin am Musiktheater, Mann Udo an der Gitarre und Tochter Fanny an der Harfe. Letztere begeistert das Publikum besonders mit ihrer Eigenkomposition „Die fliegenden Kartoffeln zu Flaesheim“. Labatzki, von Bürgin liebevoll als „Gelsenkirchens Universalmusiker“ bezeichnet, heizt dem Publikum musikalisch ebenso ein – als Macho Miguele feiert er mit den Chili Boys, Gelsenkirchens brandheißer neuer Boyband, Weltpremiere auf der Bühne des HSH. Mit „Liedern für die Terrasse“ wiegen sie den Zuhörer wie eine leichte Brise die Hängematte unter der Sonne. Nahtlos schließt sich das nächste sonnige Highlight an: Rafael Cortés senior und junior, denn der Flamencogitarrist hat seinen Sohn mitgebracht, lassen es so richtig krachen an den Saiten, und werden belohnt mit Kreischen, Pfeifen und stehenden Ovationen.

Schließlich erklimmt der Kultkomiker des Ruhrgebiets, Herbert Knebel, höchstpersönlich die Bühne, erzählt von seiner Frau, der Guste, die nicht schwimmen kann, seinem Arzt Dr. Bollmann, der ihm seinen Stoffwechsel zu erklären versucht. „Kneeeebelll“ fragt sich „Warum hasse eigentlich geheiratet?“ und bringt das Publikum einmal mehr mit Verballhornungen wie „die Guste hat ja jetz’ die Emmazipation entdeckt“ zum Brüllen.