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Stillfreundlich für einen gesunden Start

26.09.2007 | 20:45 Uhr

Mit einer Kampagne will die Stadt auf die Bedeutung der Mutterbrust aufmerksam machen und Stillmöglichkeiten schaffen.

Es hört sich so schön an: Ein Baby im Arm, ein enge Mutter-Kind-Bindung, eine ruhige Schmusepause und zudem gesundheitliche Vorteile für den satten Strampler. Doch trotz unbestrittener Vorteile scheuen fast die Hälfte aller Mütter sich, ihre Kinder zu stillen. "Mangelnde Anerkennung in der Öffentlichkeit, fehlende räumliche Möglichkeiten oder auch Eitelkeit geben dem Stillen ein schlechtes Image", stellt Angelika Rasseck, Geschäftsführerin der Gesundheitskonferenz und Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes bedauernd fest. "Wir wollen die Stadt stillfreundlicher machen und aufklären".

Mit diesem Vorhaben startet kurz vor der Weltstillwoche Anfang Oktober eine Stillkampagne. Entstanden aus dem Netzwerk "GEsunder Start ins Leben" wollen Krankenschwestern, Kinderärzte, Hebammen und Gynäkologen stillberatend aktiv werden.

"Stillen ist natürlich, die Flasche zu geben nicht", so Rasseck. Und auch Kinderarzt Christoph Rupieper weiß: "Fürs Stillen muss sich niemand genieren, es tut dem Kind und der Mutter gut, schafft eine enge Bindung und beugt Krankheiten vor." Mütter, die stillen, sollen seltener an Brustkrebs erkranken, schneller wieder abnehmen und ihre gewohnte Figur zurückerlangen. Vorteile für das Baby gibt es zahlreiche: So sollen gestillte Kinder etwa seltener krank und übergewichtig werden. Das bestätigt die stillende Mutter Tanja Weiß: "Meine Kinder waren bisher nie krank. Zudem ist das Stillen eine schnelle und praktische Angelegenheit - erst recht mit dezenter Stillkleidung."

Die Einrichtung von Still-Cafés in allen Stadtteilen, wo Mütter und schwangere Frauen Mütter stillen oder sich austauschen können, ist eines der Projekte der Kampagne. "Zudem wollen wir das Label "babyfreundlich" an Geschäfte, Restaurants usw. vergeben, um einen Anreiz zu schaffen, zum Beispiel Stillecken für Mütter oder Wickelmöglichkeiten für Männer einzurichten", so Rasseck. Soziologisch erklärt der "Hang zur Flasche" sich durch den vermeintlichen Prestige-Effekt, doch galt es früher als Merkmal von Reichtum, nicht zu stillen, will man heute auf die Vorteile aufmerksam machen. YBU

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