Stauffenberg in Gelsenkirchen ist Ende Juli Geschichte

Im Februar protestierten Beschäftigte, Angehörige und Bewohner des Ortsteils gegen das Aus der Brotfabrik.Damals hängten sie auch das Banner an einen Zaun.
Im Februar protestierten Beschäftigte, Angehörige und Bewohner des Ortsteils gegen das Aus der Brotfabrik.Damals hängten sie auch das Banner an einen Zaun.
Foto: WAZ
Aktuell gibt es Gerüchte über eine Standortübernahme durch Bereket. Doch die Bochumer Großbäcker dementieren das vehement.

Gelsenkirchen.. In der Brotfabrik Stauffenberg an der Wembkenstraße in Rotthausen gehen zum Monatsende die Lichter aus. Endgültig. Die Restproduktion ist längst ausgelaufen, nun steht die Abwicklung des Pleitebetriebs an. Ob es eine spätere Wiederauferstehung am Standort geben kann, ist mehr als fraglich.

Die Bochumer Bereket-Gruppe wurde als Interessent für den Standort genannt. Aytac Yavuz, einer der drei Geschäftsführer des Großbäckers, dementiert allerdings Übernahme-Absichten: „Das ist nicht der Fall. Das sind, Stand heute, nur Gerüchte. In der Vergangenheit hat uns der ein oder andere mit Stauffenberg in Verbindung gebracht. Wir waren auch wie andere Mitbewerber zur Besichtigung in der Brotfabrik, aber eine Firmenübernahme war für uns nicht erstrebenswert, auch aufgrund der verzwickten Lage.“

Firmen-Konstellation erschwerte die Verhandlungen

Die Firmen-Konstellation aus Insolvenzverwalter, einer Leasinggesellschaft für die Anlagen und einem separaten Immobilien-Eigentümer erschwerte die Verhandlungen des Stauffenberg-Nachlasses wohl nicht nur in diesem Fall.

Detlev Bomsdorf, der Stauffenberg-Betriebsratsvorsitzende, erhärtet dagegen die Version, dass Bereket Interesse am Standort in Rotthausen haben könnte. „Wie es aussieht, wollen die Gebäude übernehmen“, sagt er. Allerdings ist Bomsdorf aktuell weit vom Schuss – auf Gran Canaria in seinem „ersten Urlaub seit drei Jahren. Es ist ja immer im Betrieb was dazwischen gekommen.“

Stauffenberg schlidderte seit 2013 von Krise zu Krise. Zuletzt beendete mit Aldi ein Großkunde die Zusammenarbeit. Die zweite Insolvenz indrei Jahren bedeutete schließlich das Ende und den Job-Verlust für zuletzt noch 160 Mitarbeiter am Standort. Über Jahrzehnte war Bomsdorf im Betrieb. „Ich habe jetzt meine zehn letzten Tage Urlaub“ in der Stauffenberg-Ära. Insgesamt, sagt er, sind noch sechs Leute im Betrieb an der Wembkenstraße.

Laut Insolvenzverwalter sind die Gerüchte nur Gerüchte

Von ihren Mandanten hat die Bochumer Rechtsanwältin Almuth Riedel – sie vertritt aktuell fünf Ex-Beschäftigte der Brotfabrik Stauffenberg – ebenfalls von einer möglichen Übernahme des Standorts gehört. Mit ihrem Aufklärungsbemühen stieß sie an Grenzen: „Die hüllen sich in Schweigen. Vielleicht weil sie wissen, dass Verfahren anhängig sind.“ Insolvenzverwalter Rolf Weidmann stellt derweil über seinen Sprecher Thomas Schulz fest: „An den Gerüchten ist nichts dran. Der Verwalter ist zur Zeit damit beschäftigt, dass die Fabrik leer geräumt wird.“

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