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Prozess

Stalker droht Unterbringung in der Psychiatrie

12.02.2012 | 15:21 Uhr
Stalker droht Unterbringung in der Psychiatrie
Zum dritten Mal musste deshalb jetzt auch eine Gelsenkirchener Ex-Freundin (51) des Angeklagten auf den Zeugenstuhl, um ausführlich über ihre leidvolle Geschichte zu berichten.

Gelsenkirchen.  Der Ex-Freundin nachgestellt: Ein Stalker steht wieder vor Gericht. Diesmal droht dem 39-jährigen Ali K. die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Sein Ton und die Nachstellungen seien immer aggressiver geworden, erzählt eine Ex-Freundin.

Zum dritten Mal steht Ali K. (39) jetzt in der gleichen Sache vor Gericht: Das heißt für ihn vermutlich, dass er nicht nur ins Gefängnis muss, sondern auch in einer psychiatrischen Klinik untergebracht wird.

Das erste Urteil gab es im September 2010. Fünfzehn Monate Haft verhängte das Gelsenkirchener Schöffengericht unter anderem wegen Bedrohung, Nachstellung und Beleidigung. Sowohl die Staatsanwaltschaft, als auch der Angeklagte legten Berufung ein und trafen sich im März vergangenen Jahres vor einer Essener Berufungskammer wieder. Die wiederum stellte fest, dass eine Gefängnisstrafe allein nicht reiche, sondern eine Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik notwendig sein könnte. Sie leitete die Sache an eine große Strafkammer weiter, da die Strafkompetenz der Berufungskammer nicht ausreichte.

Zum dritten Mal musste deshalb jetzt auch eine Gelsenkirchener Ex-Freundin (51) des Angeklagten auf den Zeugenstuhl, um ausführlich über ihre leidvolle Geschichte zu berichten. 2006 waren die beiden für etwa ein halbes Jahr ein Paar. „Ich machte Schluss“, erinnert sich die Zeugin und man habe sich „ im Guten getrennt.“ Ihr Eindruck, dass Ali K. die Trennung akzeptiert, erweist sich nach einigen Monaten als Fehleinschätzung. Der 39-Jährige beginnt sie zu verfolgen, er bedroht und beleidigt sie, beobachtet unablässig ihre Gelsenkirchener Wohnung und erscheint an ihrem Arbeitsplatz. Dazu kommt heftiger manchmal nächtelanger Telefonterror.

Ali K. schickt auch ein Liebesgedicht und Rosen, die, so die Zeugin, sofort in der Mülltonne gelandet seien. Sein Ton und die Nachstellungen seien immer aggressiver geworden, erzählt die Zeugin weiter. „Ich mach dich fertig. Ich schmeiß dich vom Balkon“, soll er unter anderem geschrien haben. Selbst im Supermarkt sei er hinter ihr her gelaufen und habe sie beschimpft. Ihre Söhne, so die 51-Jährige, hätten sie häufig begleiten und beschützen müssen. Schon einmal reagierte der Angeklagte extrem auf das Ende einer Beziehung. 2003 ging es im Prozess sogar um Körperverletzung und Vergewaltigung. Damals bekam er drei Jahre drei Monate Haft.

Brigitte an der Brügge

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