Stadterfahrung Gelsenkirchen per Bus und Bahn

Foto: Martin Möller
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Was wir bereits wissen
Ein neues Buch liefert jetzt Gründe (und Routen) zum Aussteigen: „Stadterfahrung Gelsenkirchen“ lädt ein, Bus und Bahn als Einstieg in den Stadttourismus zu nutzen.

Gelsenkirchen.. Haltestelle Ernst-Kuzorra-Platz, Linie 302. Die Glückauf-Kampfbahn ist einen Steinwurf weit entfernt, Kuzorras alter Zigarrenladen lag an der nächsten Straßenecke. Etwas weiter ist es zum Schalker Gaswerk oder zur ehemaligen Schachtanlage Graf Bismarck 1-4.

Normalerweise rauscht man hier vorbei, lässt ein gutes Stück lokaler Geschichte links und rechts liegen. Ein neues Buch liefert jetzt Gründe (und Routen) zum Aussteigen: „Stadterfahrung Gelsenkirchen“ lädt ein, Bus und Bahn als Einstieg in den Stadttourismus zu nutzen. Passender Untertitel: „rein, raus, weiter“.

Überall hin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln

„Man kommt mit öffentlichen Verkehrsmitteln überall hin“, sagt Heinz Schwiderski. Der bekennende „Vielradfahrer“ ist sich da mit Frank Baranowski einig. „Es braucht jetzt keiner mehr sagen, er könne die Stadt nicht erfahren. Die Möglichkeiten sind gegeben“, sagt der Oberbürgermeister und lobt: „Über Geschichte und Stadtentwicklung gibt das Büchlein einen sehr schönen Überblick.“

Die Bogestra und der Agenda-Förderverein haben das Projekt gefördert, präsentiert wird es bei einer „rollenden Pressekonferenz“ zwischen Bahn-Depot und Buer-Rathaus an Bord der Bahnlinie 302 – da liegen solche Aussagen nahe. Mit unterwegs: Ein knappes Dutzend Beteiligte.

Agenda-Projekt eines Arbeitskreises

Die „Stadterfahrung“ ist als Agenda-Projekt des Arbeitskreises Nachhaltiger Tourismus entstanden. Ehrenamtlich haben sich Autoren seit 2007 auf Spurensuche begeben, haben „ihre“ Viertel abgeklappert, recherchiert, Anekdoten zusammengetragen, aufgeschrieben. 147 Seiten voller Kartenmaterial, Informationen und Bildern stehen am Ende. Dass optisch Gebäude und der Bogestra-Fuhrpark dominieren, liegt wohl in der Natur der Sache. Entstanden ist jedenfalls ein weiterer Stadtführer, der Gelsenkirchen auf neue Art erschließt. Zwischen Ückendorf und Buer gibt es die passenden Haltestellen zu all den Sehenswürdigkeiten am Rande samt Spaziergangs-Empfehlungen. Da geht es im Zentrum in 18 Stationen vom Musiktheater über Augustinusdenkmal und Bahnhofsvorplatz bis zum Verwaltungsgericht, begleitet von komprimierten Text-Päckchen. 15 Stadtbereiche werden so erschlossen.

Ergebnis stellt Arbeitskreis sichtlich zufrieden

Die druckfrischen Exemplare „ihres“ Buchs halten Schwiderski, Beate und Ulrich Fehling und Ingrid Neumann jetzt erstmals in Händen. Sie gehören zum „harten Kern“ des Arbeitskreises. Das Ergebnis stellt sie sichtlich zufrieden. Friedhelm Inhoff, ein weiterer Mitstreiter, äußert gleich noch eine Projekt-Idee. „Es wäre gut, wenn die Routenpläne an den entsprechenden Haltestellen aushängen können“. Eine Steilvorlage für Bogestra-Vorstand Gisbert Schlotzhauer: „Das machen wir“, verspricht er postwendend.

„Die Kenntnis der Menschen ist oft sehr quartiersbezogen, aber es gibt so viele tolle Sachen zu entdecken. Man muss oft nur ein Quartier weiter gehen“, findet Tomas Grohé, der wie Niels Funke vom Agenda-Büro die Buchproduktion redaktionell begleitete. „Auch Besucher aus anderen Regionen wird es interessieren, solche Wegweiser durch die Städte zu bekommen“, glaubt Schlotzhauer. Für den Vorstand passt das Buch perfekt zur ÖPNV-Philosophie und zum Motto der Bogestra: Die fährt bekanntlich „für Menschen mit Zielen“.

Die Verkaufsstellen

Das Buch Stadterfahrung Gelsenkirchen kostet 10 Euro und wird im Buchhandel, den Kundencentern der Bogestra und im Agenda-Büro an der Von-Oven-Straße 19 verkauft. Wünschenswert fürs Sightseeing mit Bus und Bahn wäre aus Sicht des Arbeitskreises Nachhaltiger Tourismus auch, wenn der besondere Stadtführer zur Grundausstattung lokaler Hotels, Pensionen und Bed&Breakfast-Anbieter gehören würde.