St. Joseph will ein Netzwerk für Ehrenamtler aufspannen

Ziehen an einem Strang: Die ehrenamtlichen Helfer der St. Joseph Gemeinde. Sie wollen für alle eine „Ansprechbar“ einrichten.
Ziehen an einem Strang: Die ehrenamtlichen Helfer der St. Joseph Gemeinde. Sie wollen für alle eine „Ansprechbar“ einrichten.
Foto: Achim Pohl
Was wir bereits wissen
In der Gemeinde St. Joseph in Gelsenkirchen haben sich jetzt Ehrenamtler fortbilden lassen, um neue Mitstreiter besser begleiten zu können.

Gelsenkirchen..  Eine Kirche ohne Ehrenamt ist heute nur schwer vorstellbar. Im Bistum Essen wird die Arbeit der Freiwilligen nun auf eine neue Basis gestellt. Ehrenamts-Koordinatoren sollen ein neues Netzwerk von Ehrenamtlichen bilden. Zu den ersten zählen Mitglieder der Pfarrei St. Joseph.

Geschulte und dauerhafte Ansprechpartner in den Gemeinden für alle Fragen rund um das Ehrenamt zu haben, dass ist das Ziel des neuen Projekts. Außerdem soll eine weitere Brücke zwischen den Haupt- und den Ehrenamtlern in der Kirche geschlagen werden. An insgesamt vier verlängerten Wochenenden wurde dazu das Gelsenkirchener Team geschult.

Schulung für Erfahrene

Auf Seite der bezahlten Mitarbeiter in St. Joseph ließ sich Gemeindereferentin Christiane Rother weiterbilden. Auf Seite der ehrenamtlichen waren Ulrike Legewie und Sabrina Kurella dabei. Beide sind schon seit langem in ihrer Gemeinde aktiv. Auch Pfarrer Ingo Mattauch ließ sich die Gelegenheit nicht nehmen, an der Schulung teil zu nehmen.

„Ansprechbar“ in der Pfarrei

„Wir haben uns die Frage gestellt, wie man für die anderen Gemeindemitglieder am besten ansprechbar sein kann“, erklärt Sabrina Kurella die ihre ursprüngliche Motivation. Eine solche neue Möglichkeit soll bald die passend benannte „Ansprechbar“ werden. Ein zentraler Raum in der Pfarrei wird zu festen Zeiten zur ersten Anlaufstelle für alle, die sich in und um die ihre Kirche betätigen wollen. Zum anderen sollen sich Gemeindemitglieder aber auch informieren, wie ihnen womöglich Ehrenamtler unter die Arme greifen können.

Ein zentrales Anliegen der Ehrenamtlichen in St. Joseph ist momentan das Projekt „Pfarrei-Lotsen“. Dieses Projekt richtet sich an neu zugezogene Gemeindemitglieder, die ihre Pfarrei besser kennenlernen wollen. Um sich schnell in der neuen Gemeinde zu recht zu finden, sollen die Lotsen den Neulingen auf einer Tour die wichtigsten Orte zeigen.

Neue Mitglieder schnell erreichen

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In einem etwa einstündigen Spaziergang durch die Umgebung werden dann nicht nur die zentralen Stätten der Gemeinde, wie Kirche und Pfarrhaus erkundet, auch der nachbarschaftliche Tipp zur besten Currywurstbude oder Joggingstrecke soll dabei nicht zu kurz kommen.

„Wir haben in unseren Gemeinden hier viele Zu- und Wegzüge und wollen die neuen Mitglieder schnell erreichen“, erläutert Pfarrer Ingo Mattauch die Idee der „Pfarrei-Lotsen“. Der geplante Start des Projekts ist nach den Sommerferien anvisiert. Im nächsten Jahr sollen zusätzlich „Begrüßer“ die Zugezogenen auch direkt und persönlich ansprechen und auf das Angebot aufmerksam machen. Gerade die Umsetzung solcher flexiblen und im Umfang beschränkten Projekte sollen die Ehrenamts-Koordinatoren in Zukunft erleichtern.

Keine lebenslange Bindung mehr

„Das Ehrenamt hat sich mittlerweile verändert“, berichtet Ingo Mattauch. Viele wollten kein Amt auf Lebenszeit mehr, so der Pfarrer, sich aber dennoch einbringen, im selbstgewählten Umfang.

Denn dass das Interesse an der freiwilligen Arbeit in der eigenen Gemeinde ist bei vielen Gläubigen durchaus vorhanden. Das stelle sich nicht zuletzt auch auf den Schulungen heraus, wie der Pfarrer festgestellt hat. „Es war wirklich eine tolle Erfahrung, mit so hoch motivierten Leuten zu arbeiten, die an die Zukunft der Kirche glauben“, so Mattauch. Eine Begeisterung, die nun zurück in die Gemeinde transportiert werden soll.