SPD Gelsenkirchen denkt noch nicht über einen Ausschluss nach

Heike Gebhard ist die Stadtverbandsvorsitzende der SPD Gelsenkirchen.
Heike Gebhard ist die Stadtverbandsvorsitzende der SPD Gelsenkirchen.
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Was wir bereits wissen
Alfons Wissmannn und Thomas Frings sind Mitglieder der SPD. Für Überlegungen in Richtung eines Parteiausschlusses aber sei es noch zu früh, sagt die Stadtverbandsvorsitzende Heike Gebhard.

Gelsenkirchen.. Die SPD-Ratsfraktion hält Alfons Wissmann und Thomas Frings, die freigestellten Jugendamtsleiter, für nicht mehr tragbar. Beide haben das Parteibuch der SPD. Die WAZ sprach darüber mit Heike Gebhard, der Vorsitzenden der Sozialdemokraten in Gelsenkirchen.

Frau Gebhard, die Ratsfraktion hat in der WAZ politisch eindeutig Stellung bezogen. Sie hält Wissmann und Frings angesichts der Entwicklungen als Leiter des Jugendamtes nicht mehr für tragbar. Wie sieht es mit der Partei in Gelsenkirchen aus, gibt es Überlegungen hinsichtlich eines Ausschlussverfahrens?

Heike Gebhard: Für solche Überlegungen ist es noch zu früh. Beide sind SPD-Mitglieder, das ist richtig. Wir müssen abwarten, was mögliche Ermittlungen auf strafrechtlicher Seite ergeben. Die moralische Frage ist eine völlig andere. Aber mit Blick auf einen Ausschluss haben wir ja auch im Fall Edathy erlebt, dass es da sehr hohe Hürden gibt. Da müssen wir sehen was geht und was nicht.

Wissmann ist Mitglied im SPD-Ortsverein Erle, Frings in der Altstadt. Er hat dort auch eine Funktion...

Gebhard: Thomas Frings war Beisitzer im Vorstand des Ortsvereins. Aber er hat diese Funktion niedergelegt.

Sie sprachen eingangs die moralische Seite des Skandals an. Wie bewerten Sie für sich die Ereignisse?

Gebhard: Was bisher ans Tageslicht gekommen ist, übersteigt mein Vorstellungsvermögen. Und täglich kommen neue Rechercheergebnisse hinzu. Jetzt die Freistellung der St. Josef-Heimleitung. Mich macht das alles sehr betroffen, dabei stehen wir erst am Anfang.