SPD-Fraktion hat Schrottimmobilien in Gelsenkirchen-Mitte im Visier

An der Bochumer Straße in Ückendorf macht der Abriss von Schrottimmobilien sichtbare fortschritte.
An der Bochumer Straße in Ückendorf macht der Abriss von Schrottimmobilien sichtbare fortschritte.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Lothar Urban beantragte in der Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch, das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung zu bringen.

Gelsenkirchen.. Schrott-, Problem- und „Unbewohnbarkeitsimmobilien“ bewegen die SPD-Bezirksfraktion Mitte. Ein Gang der Bezirksgenossen über Consolstraße, Ahlmannshof, Ferdinand- und Christinenstraße mündete in einem Antrag zur nächsten Sitzung der Bezirksvertretung. Lothar Urban sagte am Mittwoch in der BV: „Mit Erschrecken mussten wir feststellen, dass eine vormals intakte Bergarbeitersiedlung teilweise dem Verfall gewidmet ist und Spekulanten offensichtlich freie Hand haben.“

Urban lobte namens seiner Fraktion ausdrücklich die Bemühungen der Stadt, Schrottimmobilien aufzukaufen, zu verschließen, abzureißen oder unbewohnbare Häuser zu versiegeln, fragte aber auch, ob das ausreiche, „oder ob es zum Beispiel Umschichtungen geben muss, um mehr Handlungsvolumen zu haben“. Wenn es stimme, dass in diesem Bereich Eigentumswohnungen für 4000 Euro angeboten worden seien, „dann ist das vielleicht weniger, als man für die Versiegelung und die dauerhafte Kontrolle der Absperrung benötigt“. Die SPD-Fraktion jedenfalls möchte darüber informiert werden, wie viele problematische Immobilien es im Bezirk Mitte gibt, fragt ferner nach einem Konzept, um dem Verfall gegenzusteuern.

Themenwechsel. In der Vorlage zum Jahresabschluss des NKF (Neues Kommunales Finanzierungsgesetz)-Haushalts 2014 war Peter Röttgen von der CDU etwas aufgefallen. „Da konnten Maßnahmen nicht planmäßig umgesetzt werden, weil Personal krank war oder weil es personelle Engpässe gab.“ Natürlich komme es vor, dass jemand krank ist. Aber dann müsse diese Verwaltungskraft vertreten werden. Stadtdirektor Dr. Manfred Beck und Oliver-Lars Wild (Referat Hochbau/Liegenschaften) stimmten dem CDU-Politiker unisono zu. „Personalknappheit gibt es auch in anderen Bereichen.“ Ersatz sei nicht in allen Bereichen so einfach. Z.B. bei Ingenieurleistungen. Da könne man keine Erzieherin als Vertretung einsetzen.

Konkret nannte Peter Röttgen Posten wie die Schulhofsanierung an der Leipziger Straße. Die Mittel stehen bereit, Gelsendienste ist zuständig, aber Sturm Ela war hier der Grund für Personalknappheit. Im Sommer soll jetzt mit den Arbeiten begonnen werden. Personelle Engpässe bei Gelsendienste sind auch der Grund für die Verzögerung der Laufbahnerneuerung auf dem Gelände des Schalker Gymnasiums. Noch ein drittes Beispiel, das Röttgen anmahnte: Weil durch Ruhestand freigewordene Stellen im Planungsbereich nicht wieder besetzt wurden, wird erst im Herbst 2015 mit der längst fälligen Änderung der Entwässerung der Grundschule an der Kurt-Schumacher-Straße 148 begonnen.

Lebenswelten Gelsenkirchener Kinder untersucht

Auf Tournee durch die Bezirksvertretungen ist aktuell Dagmar Eckart, Leiterin der Stabsstelle Kommunale Prävention. Sie hat mit ihrem Team die gesellschaftlichen Teilhabechancen Gelsenkirchener Kinder beleuchtet und damit die Grundlage für eine sozialräumliche Strategieentwicklung geschaffen. Ein Ergebnis ihrer Untersuchung ist unter anderem: In Schalke-Nord und im Bereich Altstadt leben vergleichsweise die meisten benachteiligen Kinder