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Sozialwerk St. Georg – Vom Gefühl, notwendig zu sein

12.07.2011 | 16:48 Uhr
Sozialwerk St. Georg – Vom Gefühl, notwendig zu sein
Ralf Schube prüft die Maßgenauigkeit eines Edelstahlteils. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.   2500 Mitarbeiter arbeiteten 2010 für das Sozialwerk an 53 Wohnheimstandorten und in 33 ambulanten Anlaufstellen. Rund 3500 Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen fanden durch das Sozialwerk Arbeit und Beschäftigung.

Ralf Schube hält den runden Edelstahlkörper in seiner linken Hand und mustert ihn mit scharfem Blick. Alle Abmessungen müssen passen – auf den Millimeter genau. „Stimmt etwas nicht, ist das Teil für den Kunden unbrauchbar“, erklärt Schube. Der 37-Jährige arbeitet in der Metallwerkstatt der Emscher-Werkstätten des Sozialwerkes St. Georg – einer Werkstatt, in der Menschen mit geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen Arbeit finden.

Teile für die Schalldämmung von Musikboxen stellt Schube an seiner Dreh-Maschine her. Zwei Tage wird er brauchen, um den Auftrag abzuarbeiten, dann kommt das nächste Muster, das es zu bearbeiten gilt. „Ich bin seit elf Jahren hier und gehe jeden Tag sehr gerne zur Arbeit“, sagt Schube. Man merkt es ihm deutlich an. Direkt hinter ihm bedient Jessica Schneider eine Fräs-Maschine. Seit vier Monaten arbeitet die 27-Jährige in der Metallwerkstatt, war vorher in einer anderen Abteilung der Emscher-Werkstatt beschäftigt. Kabelschächte gilt es zu produzieren. „Mir macht die Arbeit riesigen Spaß und wir verstehen uns hier alle sehr gut“, sagt sie. Dabei ist die Arbeit anstrengend, bis zu 70 Kabelschächte will sie am Tag herstellen. Es ist gut zu tun.

„Das Wichtigste für einen Menschen ist das Gefühl notwendig zu sein“

Genau das ist es aber, was die Verantwortlichen beim Sozialwerk St. Georg freut. Beim Blick auf die Geschäftsbilanz für 2010 sagt Vorstandssprecher Dieter Czogalla stolz: „2010 war ein erfolgreiches Jahr“. In die Metallwerkstatt hatte der eingetragene Verein für die Vorstellung der Bilanzen eingeladen.

2500 Mitarbeiter arbeiteten 2010 für das Sozialwerk an 53 Wohnheimstandorten und in 33 ambulanten Anlaufstellen. Rund 3500 Menschen mit geistiger Behinderung und psychischen Erkrankungen fanden durch das Sozialwerk Arbeit und Beschäftigung. „Das Wichtigste für einen Menschen ist das Gefühl notwendig zu sein“, sagt Dieter Czogalla.

Die Gesamterträge in Höhe von 125,4 Millionen Euro beinhalten Umsatzerlöse aller Unternehmensbereiche in Höhe von 112,6 Millionen Euro in 2010. „Das Ganze bei Gesamtinvestitionen in Höhe von 8,4 Millionen Euro und einem Personalaufwand von 88,2 Millionen Euro“, erklärt Vorstand Wolfgang Meyer.

Weitere Neuerungen im laufenden Jahr geplant

Eine wichtige, neue ehrenamtliche Stelle feierte 2010 zudem Premiere. „Wir haben mit Dr. Fritz Krueger einen Ombudsmann etabliert, der als Außenstehender Ansprechpartner für unsere Klienten ist“, so Czogalla. Alle Probleme, mit denen die Beschäftigten an Krueger herantraten, konnten vor Ort zufriedenstellend gelöst werden.

Für das laufende Jahr sind weitere Neuerungen geplant. „Wir haben keine Angst vor der Zukunft. Wir wollen die Chancen, die sich uns bieten, voller Zuversicht ergreifen“, sagt der Vorstandssprecher. So sollen Klientenbefragungen Verbesserungsmöglichkeiten aufzeigen. „Diesem Qualitätsmanagement wollen wir uns gerne unterziehen, denn wir wollen Dinge, die uns besser machen, auf den Weg bringen und es muss immer unser Ziel sein, die Lebensqualität unserer Klienten so gut es geht zu verbessern“, so Czogalla.

Bei Ralf Schube und Jessica Schneider hat das schon funktioniert. In der Metall-Werkstatt fühlen sie sich pudelwohl.

Felix zur Nieden

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