Sozialtraining fördert Gemeinsinn

Die Schüler des Gauß-Gymnasiums mussten sich beim Sozialtraining „blind“ vertrauen.
Die Schüler des Gauß-Gymnasiums mussten sich beim Sozialtraining „blind“ vertrauen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Klasse 6b des Gauß-Gymnasiums macht Übungen, Spiele und Ausflüge mit einem Eventpädagogen. Schüler sind auf gutem Weg zu mehr Kooperation.

Gelsenkirchen.. Paarweise wuseln die Schüler der Klasse 6b durch die Turnhalle des Gauß Gymnasiums. Abwechselnd schließt einer die Augen, der andere führt durch die Halle. Über Bänke hinweg und möglichst ohne Zusammenstöße mit den anderen Zweiergespannen.

Warum das Ganze? Noch bis zu den Sommerferien macht die Klasse einmal die Woche für eine Stunde ein Sozialtraining mit Erlebnispädagoge Christian Spellerberg. In der siebten Woche geht es bei der „Blindenführung“ um gegenseitiges Vertrauen.

Zusammenhalt der Schüler fördern

„Der Zusammenhalt der Schüler soll durch dieses Training gestärkt werden. Es sind immer wieder Defizite im Teamwork aufgefallen. Ich kann sicher sagen, die Übungen tragen jetzt schon Früchte. Der Trainer macht das wirklich gut. Die Schüler fühlen sich bei ihren Lehrern ja immer in einer Situation in der sie das Gefühl haben bewertet zu werden. Jemand von außen hat einfach einen anderen Zugang“, erklärt Klassenlehrerin Anette Maas.

Diese Entwicklung ist auch den Schülern aufgefallen. „Ich finde, dass alle in unserer Klasse jetzt viel freundlicher miteinander umgehen. Und die Übungen machen auch Spaß, wir lachen viel“, meint etwa Lilli Friedmann (12) und auch ihr Klassenkamerad Nikolas Begalke (11) findet: „Im Laufe der Stunde müssen wir immer Aufgaben lösen, die ohne Teamwork nicht funktionieren würden und man merkt schnell, dass wir es nur schaffen können, wenn wir zusammenarbeiten. Das machen wir dann auch.“

Kletterausflug kam gut an

Neben den verschiedenen Spielen und Übungen, die in der Schule gemacht werden, hat die Klasse auch einen Ausflug in einen Klettergarten nach Recklinghausen gemacht. Hier mussten sie sich gegenseitig sichern und Mut beweisen.

„Da kamen einige, die sonst immer ein besonders großes Mundwerk hatten, an ihre Grenzen und wurden ganz leise. Ruhigere Typen wiederum sind über sich selbst hinaus gewachsen, das war wirklich spannend zu beobachten. Und bis nach oben konnten sie es nur gemeinsam schaffen, das ist auch allen gelungen“, lächelt die Klassenlehrerin.

Gesponsert wird das Pilotprojekt von der Sparda-Bank Gelsenkirchen-Mitte. Filialleiter Stephan Jastrzembski hat bei der Anfrage, ohne lange zu überlegen, zugesagt: „Zu meiner Schulzeit gab es solche Angebote noch nicht, aber ich denke gerade in unserer heutigen Zeit, in der die Kinder immer mehr überfrachtet sind, ist so etwas wichtig, um sich wieder auf das Wesentliche zu besinnen.“