Sozial-ökologische Fahrkarte
30.07.2008 | 19:36 Uhr 2008-07-30T19:36:59+0200Die Grünen tingeln in diesen Wochen durch die Stadtteile und werben für ein "Bürgerticket". Der Grundgedanke: Jeder Erwachsene zahlt eine Umlage und hat im Gegenzug freie Fahrt in Bus und Bahn
Die Grünen in NRW fordern ein "Bürgerticket" für Bus und Bahn. Alle Erwachsenen, so der Grundgedanke, zahlen dafür einen bestimmten Beitrag und haben im Gegenzug freie Fahrt im ganzen Land. Bei der Erstellung des Konzepts haben neben den Grünen in Hamm die Grünen in Gelsenkirchen das Heft in die Hand genommen, sagt Vorstandschefin Irene Mihalic. Dabei werden auch die Bürger selbst befragt.
So wie gestern auf dem Goldbergplatz in Buer sind Parteimitglieder in diesen Wochen in mehreren Stadtteilen unterwegs, bauen Infostände auf und informieren über ihren Vorschlag. "Das Bürgerticket ist für uns ein wichtiges sozial-ökologisches Projekt für die nächsten Jahre", stellt Mihalic, auch Mitinitiatorin für das Projekt auf Landesebene, klar. Finanziert werden soll es durch eine solidarische Umlage, die jeden Erwachsenen zwischen 10 und 20 Euro kosten soll - egal, ob er Bus und Bahn nutzt oder nicht.
Sind die Bürger bereit, Geld für ein solches Ticket zu bezahlen? Wenn ja: Wieviel? Und was brennt den ÖPNV-Nutzern sonst noch unter den Nägeln? Das fragen die Grünen den Sommer über an den Infoständen, parallel aber auch im Internet auf einer eigens gestalteten Seite. Die Aktion, bilanzierte Mihalic gestern auf dem Goldbergplatz, sei "positiv angelaufen". Heißt: Das Gros der bislang Befragten sei bereit, 10 bis 15 Euro monatlich für ein Bürgerticket auf den Tisch zu legen.
Nach ersten Berechnungen, so die Vorstandschefin weiter, sollte dieser Betrag reichen, um ein Bürgerticket einzuführen. Eine Analyse soll folgen, später ein Konzept zur Umsetzung vorgelegt werden.
Mit Hilfe des Bürgertickets könnten mehr Menschen für die Mitfahrt in Bus und Bahn gewonnen werden, glaubt Mihalic, dadurch könnte der Anteil des Individualverkehrs genauso gesenkt werden wie die CO2-Emmissionen. Außerdem verspricht sie sich Synergieeffekte beziehungsweise einen Abbau von Bürokratie. Die komplizierte Tarifstruktur im VRR wäre hinfällig, ebenso die Suche nach Schwarzfahrern, nicht zuletzt müssten Tickets nur noch an Besucher aus anderen (Bundes-)Ländern ausgegeben werden. M.M.
www.gruene-ge.de
19:00
hallo Dennis,
einzelne Personen aus dem KV zu denen ich auch gehöre, haben S.Wagenknecht eingeladen. Wir oder auch ich wollen ganz bewusst einen Kontrapunkt zu den neoliberalen Vorstellungen setzen und wir sehen die Genossin natürlich auch als Widerpart gegen manche Tendenzen in der Partei die ich mal flapsig als etwas zu realpolitisch bezeichne. Ich selber habe keine Probleme mit Sahra, denn allein der Satz , wer Politik für Millionäre macht, der soll sich auch von denen wählen lassen, wird in den kommenden Wahlkämpfen von vielen GenossInnen vertreten und ich stehe da ganz vorne weg.. Komm am 09.09 einfach vorbei und mach dir einen netten Abend.
16:46
Hallo die Runde und an alle Beführworter eines wieauch-Tickets,
ich habe gleichwohl so ziemlich alles gelesen, was die Beführworter für und gegen das *-Ticket schrieben.
Dazu gehört auch die Rede zum Antrag K-4 neu Grüne für ein Bürgerticket NRW sowie Stellungnahmen hierzu. Gleichfalls der Zeitrahmen, wie der Beschluss auf der Landesdelegiertenkonferenz 2008 in Hamm zustande gekommen ist sowie wer ein Sozialticket auf kommunaler Ebene unterstützt hat und trotz Landesdelegierten-Beschluss weiter unterstützt sowie hiervon wg dem Beschluss absieht.
Insbesonders frage ich mich, wer auf der Gelsenkirchener Infoveranstaltung von ver.di und ISPA am 14.04. im IG-Metallhaus von diesem Grünen-Landesdelegierten-Beschluss schon Bescheid wusste und trotzallem für ein Sozialticket (noch) warb und weswegen es in Bochum von gewissen Leuten abgelehnt wird. Auch war die Info-Veranstaltung in Bochum bei der IG-Metall sehr aufschlussreich - siehe der ver.di-Vertreter mit seiner letzten Aussage zum Sozialticket. Da nützt es auch nichts, dass die Forderung vom März und April zum Sozialticket nicht von der Unterstützerseite zurückgezogen wurde und immer noch so steht wie am Anfang. Entscheidend sind die Argumentationsgründe der jeweiligen Parteien und Organisationen; und das zum jetzigen Zeitpunkt.
Übrigens, wer Musik bestllt muss diese auch bezahlen - und nicht erst aufspielen lassen und dann nachfragen, wieviel soll denn dafür bezahlt werden. Irene M. hat den Preis für ihre Musik noch nicht gefunden, sie sucht noch.....
15:25
Der sachliche Inhalt des Kommentars von Friedhelm Mathiebe zu den Positonen der Gewerkschaft ver.di in Bochum ist falsch. Der Erwerbslosenausschuss der Gewerkschaft setzt sich für ein Sozialticket ein, sowie der Bezirksvorstand und die Geschäftsführung sich weiterhin in dieser Frage engagieren. Richtige Informationen sowie die Unterstützerliste unter www.sozialforum-bochum.de.
13:07
Hallo Friedhelm, die Bürger werden nicht über die Kosten eines Bürgetickets aufgeklärt, sie werden in der Umfrage gefragt wieviel sie bereit wären dafür im Monat z.B. per Umlage zu zahlen. Scheinbar haben sie das worüber sie zetern gar nicht gelesen. Dabei scheint (derzeit) die Bereitschaft sich auf 20 Euro (oder mehr) einzupendeln. Das ist ein schönes Zwischenergebnis da 20 Euro ungefähr das Maß wäre um dieses Konzept kostendeckend umzusetzen. Ansonsten sehe ich das Anliegen der Initiative für ein Sozialticket nicht dadurch vertreten indem Sie gegen ein soziales Bürgerticket polemisieren. Ich werde mich aber dort einmal dazu erkundigen. Und NRW-weit freie Fahrt für 20 Euro ist sozial.
Sozial und Bürgerticket sind verschiedene Konzepte schließen sich aber wechselseitig nicht aus. Während das Sozialticket eine Sozialleistung aus kommunalen Kassen ist, ist das Bürgerticket die flächendeckende Umsetzung auf Umlagenbasis für und durch jedermann/frau. Der Vorteil den ein Sozialticket hat ist dass der Weg zu einem solchen augenscheinlich gangbarer ist - in Fällen wie Bochum, Herne oder Gelsenkirchen sieht man allerdings dass sich dies ins Gegenteil verkehren kann. Wenn eine Kommune keine Mittel bereit stellen will/kann/darf dann kommen wir in die selbe perverse Situation wie z.B. mit der Lehrmittelbefreiung: Sozialtickets in Düsseldorf aber nicht in GE.
Ergo: Sozialticket pushen wo es machbar ist, Bürgerticket anstreben.
@KH
Wir brauchen dafür ja gar keine Mehrheit, nur einen Koalitionsvertrag in dem das reingekommen ist. Ich sehe in solchen Themen die reellen Ansatzpunkte zu jenen Koalitionsspielchen die Frau Kraft aus Machtkalkül betreibt.
Die Sahra würde ich mir ja schon ganz gerne angucken, schon aus purer Neugier. Das ich das aber ulkig finde dass ausgerechnet dein KV die Wagenknecht einläd, dass verstehst du doch sicher. =)
12:29
GRÜNE FÜR SOZIALTICKET UND
FÜR BÜRGERTICKET
Sachlicher Hinweis:
Das Bürgerticket und das Sozialticket sind KEIN Gegensatz! Das Bürgerticket beinhaltet z.B. eindeutrig soziale Elemente. Man kann das Sozialticket im VRR fordern und das Bürgerticket landesweit: gar kein Problem. Die Grünen sind FÜR ein Sozialticket, da hilft auch keine unsachliche Polemik, die hier zum x-ten Mal erfolgt. Das ist nachzulesen und nachweisbar. Die Linke hat kein Monopol auf soziales Handeln, das wäre ja undemokratisch...
Wer in seiner eigenen Partei keine Einigkeit herstellen kann, der ist und bleibt politikunfähig. Zumal ja auch viele politisch eher rechte Personen Einfluss bei den sog. Linken gewonnen haben... (s. diverse WAZ-Artikel!).
01:53
Der DGB macht zusammen mit der Initiative für ein Sozialticket in Bochum am Freitag, 1. August, ab 14.00 Uhr am Husemannplatz bei einer Aktion auf die zunehmend prekäre Situation von RentnerInnen, Arbeitslosen und armen Menschen aufmerksam. Sie fordern ein Sozialticket - kein landesweites Bürgerticket.
Was sagt uns das? Bekanntlich haben ver.di Bochum und die Bochumer Grünen die Einführung eines Sozialtickets in Bochum, wie vorher schon in Herne mit abgelehnt und schielen fortan auf ein NRW-landesweites Bürgerticket. siehe Ratssitzung am 25.Juni 2008.
Die Begründung: Der Beschluss auf der Landesdelegiertenkonferenz 2008 am 12.04. in Hamm der NRW Bündnis90/Grünen mit der Forderung für ein Bürger-Ticket NRW. Also keine Spur mehr von einem Sozialticket auf kommunaler Basis.
Schön, diese Forderung klappt aber nur, wenn eine NRW-Landesregierung ein dementsprechendes Gesetz auf den Weg bringt vom NRW-Bürger eine Zwangsabgabe! von noch unbekannter Höhe für jeden erwachsenen Bürger von 15 Jahre bis zum Scheintod abzuverlangen. Der anvisierte Betrag von unter 20 Euro ist ein nicht realisierter Traum der Grünen; wie vorher schon so viele.
Für diese Forderung hoffen die Grünen bei der nächsten Landtagswahl wieder gewählt zu werden.
Eine berechtigte Frage: warum wollte man keine Regierung auf Bundesebene und auf NRW-Landesebene unter Zuhilfenahme der Grünen mehr haben - diese wurden ja bekanntlich abgewählt vom Bürger; die sind doch angeblich so toll?
Im Sprücheklopfen schon, dass sieht man nun allenthalben wenn sich die Grünen-Politiker mit Sonntagsreden und populistischen Wünschen nach ihrer Abwahl zu Wort melden. Als diese seinerzeit in der jeweiligen Regierung waren haben sie kräftig mitgeholfen, überall Errungenschaften im Sozialen und in der Verkehrspolitik abzubauen. Davon will aber kein Grüner mehr etwas wissen.
Zum Sozialticket ist zu sagen, dass die Resonanz doch nicht überraschend gut ist, die zur Zeit vorliegenden Ergebnisse der Infotischresonanz dürfen die Grünen ja mitlerweile kennen. Desweiteren decken die Grünen sogar die Stadtteile außerhalb von der Altstadt und Buer ab. Und auf der Grünenhomepage bejubeln sich grüne Mitglieder gegenseitig, wie toll Irene Mihalics Idee vom Bürgerticket ist. Ob auch die Bürger über die tatsächliche Summe eines NRW-Bürgerticket am grünen Info-Tisch umfassend aufgeklärt werden oder wird einfach nur grüne Bauernfängerei mit dem NRW-Ticket betrieben?
Für dieses Wunsch-Ticket der Grünen müssen im übrigen alle NRW-Verkehrsverbünde mit den sich im Geltungsbereich befindenden Kommunen und die Deutsche Bahn mitspielen. Denn diese bezahlen ja entstehende Verluste der jeweiligen Verkehrsverbünde.
Ach ja, und auch eine neue gewählte NRW-Regierung mit der Beteiligung der Grünen muss es auch noch geben.
Bis dahin ist es für die Grünen noch ein weiter Weg. Stimmt - das wird den Grünen wahrscheinlich erst wieder, sagen wir mal 2009, einfallen.
22:58
na wenigstens mal eine fundierte und korrekte Antwort, im Gegensatz zu Karl 2 der sicherlich seine Mühe mit Prozentzahlen hat, sonst wüsste er was 14% bedeuten. Ich habe mich heute mal schlaugemacht über die Idee dieses Bürgerticketts. Also wenn ihr in der Bevölkerung dafür eine Mehrheit bekommt, dann werde ich wohl in Punkto Solidarität umdenken müssen. Aber primär steht für uns das Sozialtickett an erster Stelle, weil es nicht für die gutbetuchten , sondern für die sozial Schwachen ist. Was das abdecken angeht, so wirst du uns wenn alles gut geht und der Findungsprozeß im September vorbei ist, in allen Stadtbezirken finden. Denn unser Wahlkampf beginnt nur einen Tag nach unserer JHV. Ich kann dir auch noch etwas positives berichten. Auch wenn ein Schreiber der WAZ die LINKE runterschreiben möchte, und Karl2 deswegen das Wasser nicht halten kann, die Neuaufnahme von Menschen in die Partei könnte nicht besser sein. Im übrigen würde ich dich gerne zu unserer Veranstaltung am 09.09. mit Sahra Wagenknecht einladen, dann können wir über dieses und jenes sprechen.
16:21
Nö Karl-Heinz, das ist kein Wahlkampf sondern konzeptionelle Arbeit. Du hast dich selbst beklagt das deine Partei nicht aus den Pötten gekommen ist - den Grünen ist das gelungen. Der Vorgang fand bekanntlich bereits im Frühjahr dieses Jahres statt als die GE Grünen auf ihrem Landesparteitag ihren Antrag zum Bürgerticket durchbringen konnten. Schnurgerade wird schlichtweg weiter gearbeitet. Für die GRÜNEN sind die soziale und die ökologische Frage eben nicht gegeneinander aufzuwiegen wie beispielsweise die PDL in Bezug zur Pendlerpauschale von sich gibt. Die sozialen Folgen ökologischen Wahnwitzes tragen stets die sozial Schwachen. Deswegen bringen wir das Thema voran und selbstverständlich gehen wir damit in den Wahlkampf. In den Wahlkampf, nicht für den Wahlkampf.
Die Resonanz ist überraschend gut, Infotischresonanz dürftest du ja kennen. Desweiteren decken wir sogar die Stadtteile außerhalb von der Altstadt und Buer ab. Das wird der PDL wahrscheinlich erst wieder, sagen wir mal 2009, einfallen.
15:08
Linke machen nichts, sondern meckern nur...
Die Linken in GE snd ja nachweislich gar nicht in die Gänge gekommen. Sie sind mit sich SELBST beschäftigt, mit Dauerstreitereien und Auftritten vor Parteigerichten. Nachzulesen immer in der WAZ.
Das bewest Politikunfähigkeit.
Tja...
ERTAPPT!
13:45
diese Bürgertickett ist beginnender Wahlkampf und das Gros der Befragten hätten wir gerne mit Namen und Anschrift, dann würden wir auch das Positive daran glauben. Besser wäre es gewesen die Grünen hätten mit solchen Aktionen schon 2004 begonnen, so ist das wie oben geschrieben Wahlkampf für 2009. Ansonsten habe ich diese Aktion gestern in Buer aus der Nähe beobachtet und eine ziemlich mickrige Resonanz festgestellt. Also liebne Waz, man muss auch mal etwas länger bleiben damit man beim zählen über die magische Zahl 10 kommt.