Sommertheater mit ernstem Hintergrund

Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Es kommentiert: Friedhelm Pothoff.
Foto: WAZ
Was wir bereits wissen
Das Verhältnis zwischen der Polizei und einigen Menschen, die sich als Fans des FC Schalke 04 bezeichnen, ist zerstört.

Gelsenkirchen.. Das Verhältnis zwischen der Polizei und einigen Menschen, die sich als Fans des FC Schalke 04 bezeichnen, ist zerstört. Dass die Staatsanwaltschaft jüngst die Ermittlungen gegen die Beamten einstellte, die beim Saloniki-Spiel in die Nordkurve geschickt wurden, hat die Gräben zusätzlich vertieft. Das mündete in diese Reaktion: Auf einer Lärmschutzwand an der A42 stand ein 15 mal anderthalb Meter großer Schmähruf gegen den damaligen Einsatzleiter zu lesen.

Auf die Verunglimpfung reagierte der NRW-Innenminister. In einem Brandbrief an S04-Vorstand Peter Peters, der, oh Wunder, im Sommerloch auch die Öffentlichkeit erreichte, forderte Ralf Jäger ein konsequenteres Verhalten der Schalker Verantwortlichen gegenüber einer Ultragruppierung. Die zeige im Stadion noch immer den Auslöser der Aktion, ein mazedonisches Banner, und zwar gepaart mit dem Schriftzug, den damaligen Einsatzleiter abzusetzen.

Der Forderung des Ministers ist richtig. Dass Schalke bockig reagierte auf seiner Homepage, verwundert indes nicht. Miteinander intern zu reden und nicht öffentlich übereinander, das sei eine schriftliche Vereinbarung, stand da zu lesen. Fixiert wurde sie, um das angespannte Verhältnis zwischen Minister und Polizei auf der einen und dem Verein auf der anderen Seite zu korrigieren. Insofern muss man sich schon fragen, welche Kommunikationsstrategie Jäger sommertags verfolgt.

Dass das Einwirken des Schalker Vorstandes auf manche Gruppierung im Stadion bestenfalls als wachsweich bezeichnet werden kann, steht außer Frage. Dass dies nicht richtig ist auch. Zumal die Masse der Fans mit all dem nichts zu tun haben will. Königsblaue aller Generationen wollen ihre Mannschaft in einer aggressionsfreien Veltins-Arena leidenschaftlich unterstützen. Ohne Angst haben zu müssen. Höchstens Sorge vor der Niederlage oder schlechten Leistungen.