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So sieht sich Gelsenkirchen

02.02.2010 | 14:05 Uhr

„Abenteuer Gelsenkirchen” ist ein Imagefilm der ungewöhnlichen Art.

„Ich habe geweint. Von Bremen nach Gelsenkirchen. Muss das sein? Es musste.” Nein, diese Aussage von Claudia van der Sant (41) steht nicht am Anfang eines Schmähfilms über Gelsenkirchen. Sondern: Mit diesen Worten startet ein neuer Imagefilm über die Stadt. Am Freitag wurde die Auftragsarbeit des Gelsenkirchener Filmemachers Frank Bürgin (Zeitlupe) in den Apollo-Cinemas vorgestellt.

„Abenteuer Gelsenkirchen” ist kein Imagefilm, der wie üblich zu pompösen Klängen und mit traumhaften Bildern nur die Schokoladenseiten und vermeintlichen Superlative einer Stadt inszeniert. Sondern ein Stadtfilm, in dem Bürgin drei zugezogene Gelsenkirchener Bürger mit all ihren anfänglichen (Vor-)Urteilen in den Mittelpunkt rückt. Und zwar: die Ärztin Marzia Bonsignori, eine gebürtige Römerin, Emschertainment-Chef Helmut Hasenkox, der aus Duisburg kam, und eben Claudia van der Sant, die als Geschäftsführerin bei der Gelsenkirchener Werbeagentur Look up anheuerte.

Lieber meiden

Die Erfahrung, dass die meisten Führungskräfte letztlich doch lieber einen großen Bogen um Gelsenkirchen machen, hat die Verwaltung zur Produktion dieses Films sowie zum Schnüren eines dicken Werbe-Pakets animiert. In Gesprächen am „Tag der Wirtschaft” bei Eon sei ihm und Wirtschaftsförderungs-Dezernent Joachim Hampe berichtet worden, so Oberbürgermeister Frank Baranowski, dass es schwierig sei, Nachwuchsingenieure z.B. aus dem süddeutschen Raum zu gewinnen. „Und wenn der Bewerber dann bereit war, scheiterte es in der Regel am Partner.”

Mit dem „Abenteuer Gelsenkirchen” und weiteren Angeboten will die Stadt gegensteuern. Zur Finanzierung des 15-minütigen Zeitlupe-Film (der Auftrag war ausgeschrieben) haben 13 Gelsenkirchener Unternehmen in die Tasche gegriffen - von A wie Abakus Solar bis V wie Volksbank.

Charakteristisch für die Stadt

Eine gute Investition: Ergänzt durch bewegte Bilder von charakteristischen Seiten der Stadt (neben den üblichen Verdächtigen wie MiR, Arena und Golfclub Haus Leythe zum Beispiel auch die Bochumer Straße) sind die drei Hauptdarsteller auch in ihrem persönlichen Umfeld zu sehen: Marzia Bonsignori mit ihren beiden Töchtern auf dem Spielplatz, Claudia van der Sant beim Einkauf auf dem Wochenmarkt in Buer oder Helmut Hasenkox beim Joggen am Berger See.

Und wie sagt Claudia van der Sant doch so schön gegen Ende des Films? „Ich lebe gerne hier. Ich wohne hier nicht anders, als ich in Frankfurt oder Bremen gelebt habe.”

Lars-Oliver Christoph

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