Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 8°C
Theater

Senioren zeigen Szenen einer Ehe

23.10.2012 | 16:59 Uhr
Senioren zeigen Szenen einer Ehe
„Vollmond“ heißt das vierte Stück der Seniorentheatergruppe Synovia aus Gelsenkirchen.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen. Der Eheberater ist unter die Räder gekommen. Unter die Räder einer Modelleisenbahn. Die betreibt einer seiner Klienten mit einer solchen Leidenschaft, dass ihm über seine Gattin nichts anderes einfällt als: „Früher war sie Triebwagen, heute ist sie Abstellgleis.“ Das ist der Therapeut platt. Was aus der Liebe eines Lebens so alles werden kann, das nimmt das Seniorentheater „Synovia“ in seiner neuen Produktion „Vollmond“ augenzwinkernd unter die Lupe.

Premiere wird am Samstag, 27. Oktober, um 19 Uhr im Consol Theater gefeiert. Es ist das vierte Theaterprojekt, das die 14 Schauspieler im Alter zwischen 58 und 72 Jahren unter der Leitung der Regisseurin Ulrike Czermak stemmen. „Synovia“ heißt soviel wie Gelenkschmiere, und die brauchen die Akteure in der Tat. Denn Theaterarbeit heißt Schmiere für Geist und Körper, wenn man die Aufgabe denn nahezu professionell betreibt.

Zwischen Party und Paartherapie

„Und das tun wir“, bestätigt die Regisseurin. Anfangs wird einmal pro Woche geprobt, jetzt, kurz vor der Premiere, täglich. Das neue Stück, gemeinsam geschrieben von Czermak und ihrem Ensemble, kreist als komödiantische Szenencollage rund um das Thema Liebe. Wie hält man sie frisch, wie hält man sie wach? Im Zentrum stehen lauter Paare, denen die Liebe im Laufe der Jahre irgendwie, irgendwo abhanden gekommen ist.

Oder, wie Ulrike Czermak sagt: „Vollmond ist, wenn zwei einer zu viel sind, wenn die Sonne nach den Flitterwochen nie wieder aufgeht.“ Und die 43-jährige Theatermacherin, ein erklärter Woody Allen-Fan, verspricht ein munteres, tragikomisches, absurdes Theaterexperiment zwischen Paartherapie und Party.

Engagierte, verlässliche Truppe

Die Bühne erinnert mit ihren Stuhlreihen an eine Therapiesituation, drei Betten an Privaträume. Eine therapeutische Sitzung bildet den roten Faden rund um die bizarren Szenen aus unterschiedlichen Ehen, die alle nicht mehr so wirklich funktionieren. Ob es am Ende für alle Paare ein Happy End geben wird? Man darf gespannt sein.

Auf Hochtouren proben zurzeit die Mimen Wilhelm Abramczyk, Liesel Graf, Gisela Meyer zu Dielingdorf, Doris Himmelreich, Brigitte Hoffknecht, Regine Kaiser, Rosmarie Kaufmann, Heidemarie Kehe, Klaus Lücke, Willi Marschewski, Rosemary Rosendahl, Barbara Schlemm, Reinhold Stania und Norbert Pricken-Ulrich.

Eine engagierte, verlässliche Truppe, wie die Regisseurin sagt. Die Arbeit mit älteren Menschen schätzt die Theaterfrau, „weil das Menschen sind, die noch mal einen neuen Schritt wagen, die ein neues Terrain betreten“. Und die fast wie Profis auf der Bühne agieren.

Elisabeth Höving

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/7222078/create

Weitere Nachrichten aus dem Ressort
Fotos und Videos
Rock Hard Festival
Bildgalerie
Metal am Kanal
Aus dem Ressort
Zwei Verletzte nach Messerattacke in Duisburg
Duisburg
Der Täter fuhr im Auto vor und attackierte eine Gruppe junger Leute. Er türmte, konnte aber nach einem Autounfall in Gelsenkirchen festgenommen werden. Die Hintergründe seiner Attacke sind noch unklar.
Eigentümer in die Pflicht nehmen
Schrottimmobilien
Eigentümer von Schrottimmobilien in Gelsenkirchen, speziell im Stadtteil Ückendorf, müssten nun Verantwortung für ihr Eigentum übernehmen, meint der SPD-Stadtverordnete Udo Brückner mit Blick auf die Veränderung im Baugesetzbuch (WAZ berichtete).