Schwer unterwegs: 61 Meter langer Spezialtransport fuhr durch die Stadt
23.10.2009 | 14:57 Uhr 2009-10-23T14:57:00+0200
Von Siegen nach Gelsenkirchen – via Autobahn eine Sache von anderthalb Stunden. Dreieinhalb Nächte kann es schon mal dauern, wenn das Gefährt stolze 61 Meter misst und 314 Tonnen auf die Straße bringt.
Dann geht es streckenweise im Schritt-Tempo an Ziel. Und zwischendurch ist Zentimeterarbeit angesagt. Alltag für die Spedition Siefert. Sie transportierte die Riesenlast zum Hafen. Das Ziel erreichte der Tross Freitag früh gegen 4 Uhr. Um die Mittagszeit hatte die Fracht bereits die Weiterreise angetreten. Per Binnenschiff. Nächster Zielort ist Hamburg, danach geht es in die USA. Dort wird das gigantische Getriebegehäuse in der Druckindustrie zum Einsatz kommen.
Geladen hatte Siefert die sogenannte Kopfschere am 20. Oktober bei Schloemann Siemens in Hilchenbach. Dort ging's ab auf die Piste: Mit drei Zugmaschinen und dem XXX-L-Tieflader mit zweimal neun Achsen, begleitet von 15 bis 20 Siefert-Mitarbeitern. Mit 4,10 Meter Breite und 4,85 Meter Höhe waren es nicht unbedingt die Dimensionen des Werkstücks, die Probleme bereiteten, sondern vor allem die Last. 155 t wiegt das Maschinenteil. Das Gewicht galt es möglichst großflächig auf die Straße zu bringen.
Begleitet von Polizei und regem öffentlichem Interesse war der Last-Zug unterwegs. Das Transporterformat zieht Schaulustige an. Erst weit nach Mitternacht näherte sich der Tross von Bochum aus über die A 40 dem Ziel. Doch auch in Gelsenkirchen begleiteten „noch einige Hobbyfotografen” den Transport. „Die sind immer dabei”, sagt Siefert-Geschäftsführer Werner Altenwerth.
Die Steigungen im Siegerland stellten die Zugmaschinen vor die größten Kraftproben. Im Revier ging es ohne nenneswerten Komplikationen voran. „Natürlich gibt es auch hier Engpässe”, sagt Altenwerth. Knapp wird's für seine Transporte immer am Trinenkamp. Vier Gelsenkirchener Polizisten begleiteten die Riesenfracht. Routinearbeit für die Beamten. Zwischen 300 und 400 Schwertransporte passieren pro Jahr die Stadt. Eigentlich”, sagt Polizeisprecher Konrad Kordts, „haben wir täglich einen”.
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