Schüler an Berufskolleg in Gelsenkirchen sollen für Gang zum Klo zahlen
07.09.2012 | 16:52 Uhr 2012-09-07T16:52:00+0200
Gelsenkirchen. Der Streit um die Toiletten-Nutzungsgebühr am Berufskolleg an der Augustastraße geht weiter. Schüler berichteten der WAZ, dass Lehrer Sanktionen androhen würden, wenn nicht bezahlt würde. 10 Euro sollen Berufsschüler pauschal zahlen, 15 die Vollzeitschüler. Eigentlich sind die Zahlungen freiwillig.
Ein stilles Örtchen bietet weiterhin Diskussionsstoff. Alles andere als still geht es nämlich um die Toiletten am Berufskolleg für Wirtschaft und Verwaltung an der Augustastraße zu. Dort soll die Servicepauschale erhöht werden, um eine der beiden Schultoiletten zu bewirtschaften. 10 Euro sollen Berufsschüler zahlen, 15 die Vollzeitschüler. Freiwillig. Eigentlich.
Denn wie die WAZ jetzt aus der Schülerschaft erfuhr, wird eben nicht vermittelt, dass die Zahlungen freiwillig sind. Im Gegenteil. So berichteten Schüler, dass Klassenlehrer explizit darauf hinwiesen, dass die Zahlungen geleistet werden müssen. Einigen Klassen sollen sogar Sanktionen angedroht worden sein, wenn die Zahlungen ausblieben. Überrascht reagiert Schulleiterin Petra Weidauer-Heß auf diesen Vorwurf: „Das kann ich mir in dieser Form nicht vorstellen. Ich möchte das nicht herunterspielen, aber ein solches Verhalten würde aus meiner Sicht nicht zur Lehrermentalität passen“. Trotzdem will sie in den kommenden Tagen das Lehrerkollegium noch einmal darauf aufmerksam machen, dass zwar intensiv für die Zahlung geworben werden soll, trotzdem die Wahlfreiheit bei den Schülern bleiben muss, ob sie zahlen oder nicht.
Weiterer Vorwurf
Damit aber nicht genug, denn nach der ersten Berichterstattung in unserer Ausgabe vom 5. September wurde noch ein weiterer Vorwurf aus der Schülerschaft an die Redaktion herangetragen. Einzelne Schüler würden bevorzugt und dürften Lehrertoiletten nutzen. Ein Vorwurf, den Petra Weidauer-Heß so nicht stehen lassen will. „Ich halte es für ausgeschlossen, dass Schüler die Lehrertoiletten aufsuchen“, macht die Schulleiterin klar. Vielmehr vermutet sie ein Missverständnis. „In unserem Neubau gibt es einige Einzeltoiletten, die verschlossen sind.“
Vorgesehen seien die eigentlich für Prüfungsphasen, wenn Schüler nur wenig Zeit haben, um ihr Geschäft zu verrichten und schnell wieder über ihrer Klausur brüten müssen. „Es kann sein, dass in Einzelfällen Lehrer auch außerhalb einer Prüfungsphase Schülern diese Toilettenräume aufgeschlossen haben. Das will ich nicht ausschließen. Dabei handelt es sich dann aber wirklich um Einzelfälle.“
Finanzierung sichergestellt
Bislang ist sie mit dem Erfolg der Aktion trotzdem zufrieden. „Wir haben es schon jetzt geschafft, die Finanzierung der Toilettenkraft für das gesamte Schuljahr sicherzustellen. Am 17. September wird die Toilettenbewirtschaftung beginnen. Und auch die Pins, die alle Schüler bekommen, die sich an der Aktion finanziell beteiligen, sind inzwischen hier“, freut sich Weidauer-Heß. So hätten bislang rund 400 der 1310 Schüler ihren Beitrag geleistet.
23:09
Ich bin in Duisburg auf der Berufsschule und wir müssen auch 15 Euro bezahlen uns wird gesagt es ist eine Spende aber wir müssen Zahlen uns bleibt gar keine andere Möglichkeit
09:20
in die Schulhofecke pinkeln dürfen ist dagegen nichts einzuwenden.
06:42
...ein Missverständnis vor.
Die Schüler sollen nicht für den Gang zum Klo zahlen,sondern
für die Reinigung desselben.Das halte ich für legitim.Warum sollte
jemand anderes,als der Verursacher dafür zahlen?Alternativ sollte die Möglichkeit
geboten werden,selbst Hand anzulegen.Der erzieherische Nutzen wäre sicher
nicht von Nachteil.
06:03
Und die Lehrer? Gilt hier nicht das Gleichheitsprinzp? Wahrscheinlich haben diese wieder ihren eignen, kostenfreien Topf auf Steuerzahlerkosten und nach Beamtenrecht. Oder ist dies nur eine Scherzmeldung?
03:23
Das finde ich sehr gut.. dann lernen sie endlich mal das man für den Schmutz zahlen muss
01:23
Wenn die Schüler schon dafür zahlen sollen, "treffen" sie vielleicht dann auch mal sicherer.
22:08
NRWs Landesregierung gibt 12 Millionen für Gutachten aus - irgendwo musset doch herkommen!
17:29
Das Schüler an Berufskolleg in Gelsenkirchen für den Gang zum Klo zahlen sollen halte ich für unverschämt. Selbiges an anderen Stellen, wie Bahnhöfen, Autobahnraststätten, Kaufhäusern usw.
Ich halte es für eine hoheitliche Aufgabe staatlicher Fürsorge, der Allgemeinheit kostenlose Toiletten zur Verfügung zu stellen.
Wir haben Rundreisen durch Großbritannien unternommen. Dort ist es ein Grundrecht, öffentliche Toiletten kostenlos zu benutzen. Und die sind ausnahmslos sauber und gepflegt, selbst in abgelegenen Orten. Wir haben uns gewundert, daß auch Seifenspender und Papier in ausreichender Menge vorhanden war. Hier werden sogar Friedhofstoiletten nicht von Vandalismus verschont.
17:15
Ist am Berufskolleg Bottrop gängige Praxis. Am Anfang des Schuljahres wird dort eine so genannte "Servicepauschale" erhoben von 30 € von jedem Schüler. Darin enthalten sind kosten für Unterrichts Kopien, eine Theatervorstellung pro Schuljahr und natürlich auch die Reinigung der Toiletten.
17:04
Vielleicht verlangt man von den Schülern noch mehr Geld - zur Finanzierung der Lehrer.