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Windhund-EM

Schnell wie der Wind(hund)

07.09.2009 | 13:42 Uhr

Wie ein Windhund einen Renntag erlebt. Und warum er einen Maulkorb braucht.

"Das wir überhaupt für dieses Rennen nominiert sind, kann ich kaum glauben!" Jürgen Munsch strahl. Liebevoll streicht er seiner Whippet-Hündin Davina über den Kopf. Seit er vor neun Jahren zum Winhund-Fan wurde, hat der Hannoveraner zwar schon etliche Rennen mitgemacht. "Aber eine Europameisterschaft - das ist schon was." Abermals streicht er dem Hund über den Kopf: "Na, komm, Edda, warmlaufen."

Edda? Munsch lacht: "Das ist ihr Rufname." Die Züchter vergeben Züchter-Namen, aus denen sich der Wurf und der Zuchtbetrieb ableiten lassen. Unter diesen Namen starten die Hunde später dann auch bei Rennen. Viele Besitzer geben ihren Hunden jedoch selbst Namen. "Und Davinia klang ein bisschen zu etepetete", sagt Munsch. "Edda passt besser."

Hunde aus zwölf Nationen

534 Windhunde aus zwölf Nationen starteten am Samstag und Sonntag auf der neuen Sandbahn des Windhundrennvereins Westfalen-Ruhr an der Wiedenhopfstraße in Gelsenkirchen-Reese. Geordnet nach Rassen und Geschlecht liefen sie um die Wette.

Munschs Whippet-Hündin Davinia war von ihrem Verein für das Rennen nominiert worden. In den zwei Vorläufen am Sonntag schlug sie sich tapfer: Einmal brauchte sie 24,19 Sekunden für die 355-Meter-Strecke, im zweiten Lauf sogar nur 23,78 Sekunden. "Daninia steigert sich oft im zweiten Durchgang", erzählt Jürgen Munsch. Für den Einzug ins Finale hat's dennoch nicht gereicht. Egal: Dabei sein ist schließlich alles.

Hund vermisst - Wer hat ihn gesehen?

Vermisst wurde am Sonntagabend noch ein italienischer Windhund der Rasse Windspiel. Er war am Samstag beim Rennen in Panik geraten und durchgegangen. Der kleine Hund trägt noch seine Renndecke, ist also leicht zu erkennen. Wer ihn sieht, wird gebeten, sich umgehend mit dem Windhundrennverein Westfalen-Ruhr in Verbindung zu setzen: 0201 / 53 41 27; Mobil: 0178 / 3 74 38 80; E-Mail: info@wrv-westfalen-ruhr.de.

Weitere Informationen unter www.wrv-westfalen-ruhr.de

Christian Gerstenberger

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Kommentare
08.09.2009
10:54
Schnell wie der Wind(hund)
von Nadja Kutscher | #1

Leider wird die Tatsache, dass ein Hund bei dem Rennen in Panik geriet und weglief nur beiläufig erwähnt. Dass es viele Hunde gibt, die gerne schnell laufen, steht hier natürlich nicht zur Debatte. Doch müssen wir uns fragen, ob denn Hunderennen nicht immer nur der Belustigung oder Unterhaltung des Menschen dienen. Ein Hund kann auch auf freiem Feld schnelle Runden drehen, wenn er es möchte. Dass Hunde bei kommerziellen Hunderennen im Ausland (z.B. Irland) großem Leid ausgesetzt sind, ist längst bekannt. Tausende ausgemusterte Läufer werden Jahr für Jahr dort entsorgt. Der Hund ist nicht Hund, sondern Sportgerät.
Gott sei Dank herrschen in Deutschland keine derartigen Verhältnisse. Aber wer seinem Hund wirklich etwas Gutes tun will, der unternimmt andere Dinge mit ihm, als ihn zu großen, beängstigenden Veranstaltungen zu zerren, ihn in der Box sitzen zu lassen und dann einmal unter dem Jubel der Zuschauer über die Bahn flitzen zu sehen... Wahre Hundeliebe ist das sicher nicht - eher die Liebe zu einem Sportgerät.

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