Schlag zur Abwehr war legitim

Matthias Büscher (46), Kriminalhauptkommissar, stellv. Kreisgruppenvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei und Personalratsvorsitzender der Polizei GE kennt den Einsatz und äußert sich dazu so: „Es war aus meiner Sicht kein tödlicher Faustschlag. Wir sind als Polizisten keine ausgebildeten Boxer, deren Schläge unter Umständen tödlich sein können. Und zu den Polizisten: Ich kenne alle, auch den, der den Schlag ausgeführt hat. Er ist geschockt. Alle vier sind keine Anfänger gewesen, sie bringen es auf acht bis 15 Jahre Erfahrung im Dienst, es sind keine Draufgänger.“

Büscher hält den Schlag ins Gesicht „für legitim, eine normale Abwehrreaktion“. Und weiter: „Es gab eine enorme Stresslage. Die angegriffene Frau hat in Sicherheit, der Angreifer überwältigt und ruhiggestellt sowie die Nachbarn aus der Gefahrenzone gebracht werden müssen. Und das alles schnell.“

Polizisten stehen laut Büscher mehrere Zwangsmittel zur Verfügung. Ihre Anwendung, egal welcher Art, werden in der Regel angekündigt. Das Spektrum reicht von Blendschlägen, das sind Fauststöße, um Gegner auf Distanz zu halten, bis zum Einsatz von Pfefferspray, Schlagstock und in Notwehr und bei Lebensgefahr der Schusswaffe. Dabei wird der Gegner so getroffen, dass er in der Regel kampfunfähig ist – etwa per Beinschuss.