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Schlägerei nach Schalke-Spiel am Bahnhof Gelsenkirchen wirft Fragen auf

20.10.2014 | 14:57 Uhr
Schlägerei nach Schalke-Spiel am Bahnhof Gelsenkirchen wirft Fragen auf
Bei einer Massenschlägerei zwischen gewalttätigen Schalke- und Hertha-BSC-Anhängern sind am Samstagabend zwölf Polizisten verletzt worden. Foto: Archivbild

Gelsenkirchen.  Noch sind die Hintergründe der Auseinandersetzungen am Gelsenkirchener Hauptbahnhof von Samstagabend völlig unklar. Nach Aussage der Polizei sollen sich Schalke-Anhänger erst Gefechte mit der Polizei geliefert und dann versucht haben die Gästefans aus Berlin anzugreifen. Viele Fragen bleiben offen.

Noch ist völlig unklar, warum es nach der Partie Schalke gegen Berlin am Samstagabend in Gelsenkirchen zu Auseinandersetzungen zwischen einigen Fans und der Polizei gekommen ist. Den Grund für die Randale soll jetzt eine Ermittlungskommission der Gelsenkirchener Polizei klären. Eine Provokation von Hertha-Fans, wie sie zum Teil in Schalker Fankreisen vermutet wird, kann sie bislang nicht bestätigen.

Hertha-Fans laut Polizei unschuldig

Einige Fans wollen beobachtet haben, dass sich nach dem siegreichen Spiel der Schalker ein Mob aggressiver Hertha-Anhänger rund um das Stadion bewegt haben soll. Zwar hätte sich eine Berliner Gruppe auf dem Weg zum Buskonvoi tatsächlich "kurzzeitig verlaufen", so die Polizei. Provokationen oder Angriffe sind den Beamten aber nicht bekannt.

Die Polizei berichtet, dass die Einsatzhundertschaft gegen 21.40 Uhr von etwa 60 bis 70 Schalkefans am südlichen Ausgang des Bahnhofs, ohne erkennbaren Grund, angegriffen worden sei. Dort, wo die Gästefans in den Bahnhof geführt werden.

Pfefferspray gegen Randalierer

Demnach sollen von Seiten der Schalke-Fans Flaschen und Pyrotechnik auf die Polizisten geworfen worden sein. Gleichzeitig traf der Buskonvoi, der einen Teil der Berliner Gästefans zum wartenden Sonderzug brachte und von weiteren Polizisten begleitet wurde, am Ort des Geschehens ein. Die Beamten konnten offenbar nicht schnell genug reagieren und hinderten die Berlin-Fans nicht daran aus dem Bus zu steigen.

Die beiden Fanlager gingen aufeinander los und sollen dabei einige Tische und Stühle in den Außenbereichen der dortigen Imbissbuden demoliert haben. Die Gelsenkirchener Polizei, die nach eigenen Aussagen mit ausreichend Kräften vor Ort war, geriet zwischen die Fronten und setzte Pfefferspray ein, um die prügelnde Masse auseinander zu treiben. Bei der Auseinandersetzung wurden zwölf Beamte verletzt. Drei von ihnen mussten ihre Verletzungen im Krankenhaus ärztlich versorgen lassen, sind aber mittlerweile wieder im Dienst. Gemeinsam mit der Bundespolizei gelang es schließlich, die beiden gewalttätigen Gruppen voneinander zu trennen. Ein Randalierer wurde vorläufig festgenommen. Alle anderen Beteiligten konnten fliehen.

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Auseinandersetzung wird zum Politikum

Währenddessen werden die Krawalle in Gelsenkirchen zum Politikum: Dabei geht es vor allem um das seit dieser Saison in NRW geprobte Konzept von Innenminister Ralf Jäger (SPD), weniger Polizisten bei Fußballspielen einzusetzen , die nicht als Gefahrenspiel gelten. Die Gewerkschaft der Polizei NRW (GdP) sieht sich in ihrer Auffassung bestätigt, dass das neue Konzept "an der Realität vorbeigeht". Arnold Plickert, Landesvorsitzender der GdP sagt: „Die Aufteilung in Risiko- und Nichtrisikospiele mit einsatztaktischen Vorgaben ist ein Spiel mit dem Feuer.

Zwölf verletzte Polizistinnen und Polizisten sind das Ergebnis eines aus unserer Sicht gescheiterten Konzepts.“ Plickert fordert außerdem drakonische Maßnahmen: "Die vielen gewaltgeneigten und –bereiten Krawallmacher verstehen keine ausgestreckte, sondern nur eine harte Hand“, heißt es in einer Mitteilung der GdP.

Innenminister Ralf Jäger muss sich im Innenausschuss erklären

Auch die Gelsenkirchener Kreisgruppe der Polizeigewerkschaft GdP spricht im Gegensatz zum Gelsenkirchener Polizeisprecher Johannes Schäfers von zu wenig Beamten: So hätte während der Zusammenstöße eine Sperre "nur mit drei Kollegen besetzt werden können." Die drei Polizisten seien von einem über "hundertköpfigen Mob angegriffen" worden.

Am Donnerstag beschäftigt sich der Innenausschuss des Landtags mit den Vorkommnissen in Gelsenkirchen. Die CDU-Fraktion hat dazu eine Aktuelle Viertelstunde beantragt. Sie nimmt Innenminister Ralf Jäger und sein Einsatzkonzept für Fußballspiele ins Visier. Das Innenministerium soll sowohl zu den Ausschreitungen als auch zur Kritik der Gewerkschaft Stellung nehmen.

Sinan Sat

Kommentare
20.10.2014
19:57
Schlägerei nach Schalke-Spiel am Bahnhof Gelsenkirchen wirft Fragen auf
von Konditor | #4

Ich kann nicht nachvollziehen, dass es nur eine Festnahme gab.
Ergo wars offensichtlich nicht soooo schlimm, ...oder gab es keine freien Zellen?

1 Antwort
Genau das frag ich mich auch immer
von Polterer | #4-1

Bei solchen Meldungen liest man häufig über hunderte Hooligans, zig Verletzte und eine bis drei Festnahmen...
Wenn kaum einer bestraft wird wundert es mich auch nicht, dass das immer wieder passiert.

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Schlägerei nach Schalke-Spiel am Bahnhof Gelsenkirchen wirft Fragen auf
Schlägerei nach Schalke-Spiel am Bahnhof Gelsenkirchen wirft Fragen auf
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2014-10-20 14:57
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