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Schatztruhe Industriewald

10.02.2012 | 16:47 Uhr
Schatztruhe Industriewald
Oliver Balke, Revierförster im Industriewald Rheinelbe in Gelsenkirchen (Landesbetrieb Wald und Holz) bei der Vorstellung des Buches "Der Industriewald als Lernort" in der Forststation im Industriewald Rheinelbe. Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.Gerne sehen Lehrer alles, was ihnen begegnet unter einem pädagogischen Verwertungsaspekt. Das Motto lautet: Was kann ich im Schulunterricht mit dem anfangen, was ich gerade erfahre oder erlebe? Diese Frage hat sich auch Axel Sohnius gestellt.

Im Rahmen der Lokalen Agenda 21 zur nachhaltigen Entwicklung hat der ehemalige Kunstlehrer der Gesamtschule Horst, mittlerweile im Schulministerium tätig, Anregungen für den Kunstunterricht in der freien Natur niedergeschrieben. „Lange wurden Brachflächen, alte Industrieanlagen und Halden als Schandflecken in der Landschaft gesehen. Dabei gibt es dort viel zu entdecken“, sagt Axel Sohnius. Sein Buch „Industriewälder“ zeigt am Beispiel des ehemaligen Zechengeländes Rheinelbe mit seiner ungewöhnlichen Forststation, wie ein Industriewald zum erweiterten Klassenraum werden kann.

Anhand von mehreren ausgearbeiteten Unterrichtseinheiten soll der Einstieg in die Thematik „Waldpädagogik“ erleichtert werden. Auf 144 Seiten gibt es konkrete Anleitungen, zum Beispiel zum Thema Malen mit Naturfarben. „Ich betrachte den Industriewald gerne als Materiallager, als eine Art Schatztruhe. Überall sind Dinge, die man künstlerisch verarbeiten kann“, so Sohnius. „Das Buch dient als Leitfaden. Es ist eine Hilfestellung für das Lernen außerhalb der Schule“, erklärt Werner Rybarski vom Agenda 21-Büro. Jede weiterführende Schule in Gelsenkirchen erhält dank Unterstützung des Agenda21-Fördervereins kostenlos ein Buchexemplar.

Moderne Schnitzeljagd

Die Publikation wurde mit 3000 Euro vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW gefördert. Außerdem hat der Landesbetrieb Wald und Holz NRW die Entwicklung unterstützt. „Interessierte Lehrer, die den Industriewald Rheinelbe als neuen Lernort entdecken wollen, können sich an die zuständigen Förster von Wald und Holz wenden“, sagt Revierförster Oliver Balke.

Ebenfalls am Beispiel des Rheinelbegebiets ist die Handreichung zum „Geocaching in der Schule“, verfasst von Eva Wiersdorff. Geocaching ist die altbekannte Schnitzeljagd – nur in moderne Form mittels Satelliten-Technik. Für alle Fächer und Altersstufen können verschiedene Parcours zusammengestellt werden.

Das Buch „Industriewälder“ ist für 14,80 Euro beim Agenda 21-Büro erhältlich. Die Handreichung zum „Geocaching in der Schule“ steht als PDF-Datei auf www.agenda21.info zum kostenlosen Download bereit.

Deborah Vogtmann

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