Schalke muss bei Wahl des Trainingslagers sensibler sein

Schalke hat sich zum vierten Mal in Doha auf die Bundesliga-Rückrunde vorbereitet.
Schalke hat sich zum vierten Mal in Doha auf die Bundesliga-Rückrunde vorbereitet.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Katar steht wegen menschenverachtenden Arbeitsbedingungen in der Kritik - und Schalke war dort im Trainingslager. Das ist unsensibel. Ein Kommentar.

Gelsenkirchen/Doha.. Sport und Politik lassen sich immer schlechter voneinander trennen. Nehmen wir den Fußball-Weltverband, die Fifa. Sie fordert von ihren Vereinen, bei Strafandrohung, sich weder mit Politik zu beschäftigen noch sich von ihr instrumentalisieren zu lassen. Was für eine naive Sichtweise im 21. Jahrhundert das doch ist. Dabei betreibt der Verband selbst nichts anderes als Politik, wenn er Fußball-Weltmeisterschaften gegen große Widerstände in die Wüste vergibt – und zu einer Aufklärung von Korruptionsvorwürfen nicht nur nichts beiträgt, sondern sie offenbar auch noch behindert.

Wie müssen sich da Vereine wie der FC Schalke 04 verhalten?

Mit Blick auf die Trainingslager in Katar deutlich sensibler. Die Arbeitsumstände, die die Scheichs dort den Arbeitern aufbürden, sind menschenverachtend. Schalke hätte ein Zeichen setzen und trotzdem der Fifa-Vorgabe folgen können, wenn es angesichts der Arbeitersituation eine Alternative zu Doha gefunden hätte. Einem Verein aus einer Arbeiterstadt Gelsenkirchen hätte das sehr gut zu Gesicht gestanden. Auch mit Blick auf die eigene Tradition und den Leitgedanken. Schalker Profis im Stollen zu fotografieren ist da durchaus mehr als nur ein Marketing-Gag.

Schalke 04 Wenn man betrachtet, wie WM-Arenen in der Wüste wachsen, müssen Clubs wie der S04 selbstkritisch die Frage stellen, unter welchen Bedingungen die Anlage der Aspire Academy for Sports Excellence entstanden sein mag. Der Beigeschmack ist fade. Und Trainingslager, für die Zukunft, können anderswo in der Welt unter guten Bedingungen durchgeführt werden.