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Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda

21.12.2012 | 17:26 Uhr
Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda
Gudrun Rojek führt den Tabakladen weiter, den einst Schalke-Stürmerlegende Ernst Kuzorra eröffnete.

Gelsenkirchen.   Der Mythos von Ernst Kuzorras und Stan Libudas Tabakwarenlädchen lebt weiter. Gudrun Rojek übernahm den Laden aus Verpflichtung zur großen Tradition der Schalker Institution. Sie lebt und arbeitet mitten im Mythos.

Die letzte Zigarre ist längst verglommen, der Qualm verraucht. Aber der Duft, der liegt irgendwie noch immer in der Luft. Der Mythos lebt weiter – auf 42 Quadratmetern gleich an der befahrenen Kurt-Schumacher-Straße. Der Mythos von Ernst Kuzorra . Im einstigen Tabakwarenladen der Schalke-Legende diskutieren bis heute die Kunden über Mannschaftsaufstellungen, Meisterschaftsträume und versemmelte Tor-Chancen .

„Fast alle, die hier einkaufen, sind eigentlich auch Trainer“, lächelt Gudrun Rojek. Die gebürtige Gelsenkirchenerin mit dem großen, blau-weißen Herzen hat den legendären Laden, in dem nicht nur Rechtsaußen Ernst Kuzorra einst seine Stumpen qualmte, sondern in dem auch Flankengott Stan Libuda Lottoscheine und Zeitschriften verkaufte, vor einem Jahr übernommen.

Laden gibt keine Reichtümer her

Vor allem aus Traditionsgründen: „Dass der Laden dicht macht und stattdessen ein Imbiss hier aufmacht, das hätte mir weh getan.“ Zuletzt führte Gerd Nowak den Laden: „Als der 60 wurde, wollte er aufhören. Ich wurde 60 und fing an.“ Aus purer Leidenschaft: Reichtümer wirft der kleine Laden im Schatten der Glückauf-Kampfbahn nicht ab. Nicht in einer Gegend, in der viele Läden leer stehen und vor allem blau-weiße Schriftzüge Farbe auf die Fassaden bringen. Pommesbuden heißen hier Schalker Eck, Kneipen „Auf Schalke“ und die Straßenbahnhaltestellen „Schalker Meile“ und „Ernst-Kuzorra-Platz“.

Als der Ernst Kuzorra (1905-1990), der legendäre Stürmer des „Schalker Kreisel“, den Tabakwarenladen nach Kriegsende 1945 aufmachte, um sich eine Existenz zu sichern, da brummte es vor der Theke. An Gott kommt keiner vorbei, außer Stan Libuda, sagte der Volksmund. Libuda übernahm den Laden Mitte der Siebziger. Noch heute können sich viele Zeitgenossen an die beiden Stars im Lädchen erinnern. Schließlich gingen hier jahrelang nicht nur Rauchwaren, sondern auch Schalke-Karten weg wie warme Semmeln.

Tickets gibt es längst nicht mehr

Aber Tickets kann man hier längst nicht mehr kaufen. Dafür Zeitschriften, Zigaretten, Süßigkeiten, halt alles, was ein Kiosk sonst so bietet. Die letzten Zigarren verkaufte Gudrun Rojek vor einem Jahr: „Da verzog der älteste Abnehmer.“ Die meisten, die hier in dieser Schalker Keimzelle ein und aus gehen, sind ohnehin Stammkunden: „Viele kauften schon bei Kuzorra und Libuda ein.“

Den Charme der kleinen Verkaufsstelle macht nicht zuletzt der Blick auf blau-weiße Artikel aus, Schals, Trinkflaschen, T-Shirts. Und natürlich fehlen auch die vergilbten Fotos von Kuzorra nicht.

Nachfolge ist schon gesichert

Draußen an der Schaufensterscheibe klebt der Spruch „Tradition im Herzen, Schalke im Blut“. Ein Satz, der auch auf das Leben von Gudrun Rojek zutrifft. Die gebürtige Beckhausenerin, Mutter zweier Kinder, ist mit dem Ex-Vorsitzenden des Fan-Club-Verbandes, Rolf Rojek , verheiratet.

„Kennst Du den Mythos vom Schalker Markt, die Geschichte, die dort begann?“ besingen heute die Fans „eine Liebe, die niemals endet“. Dass diese Liebe auch zu Kuzorras Tabakladen vorerst nicht endet, dafür hat Gudrun Rojek gesorgt: „Wenn ich mal in Rente gehe, will eine meiner Töchter den Laden übernehmen.“

Elisabeth Höving

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Kommentare
01.01.2013
14:40
Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda
von altererlerjunge1919 | #7

Hallo Ralf, wir sind doch gar nicht so weit auseinander. Dass der Laden engagiert geführt wird, habe ich doch gar nicht kritisiert. Eine tolle Sache. Ich kenne noch den alten Laden von Kuzorra und bin froh, dass er weiter geführt wird. Nur meine ich, dass Journalisten/innen etwas genauer recherchieren sollten. Das kann man doch wohl noch verlangen, oder ?

30.12.2012
20:00
Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda
von PhantasieRaum-Ralf | #6

Hallo Altererlerjunge, na, dann wollen wir mal hoffen, dass Frau Höving nicht das selbe Schicksal erleidet, wie Carmen Thomas. Die wäre ja dann schon die zweite Frau, die über Schalke 05 stolpert.
Im Ernst: Was ändert die Tatsache, dass Kuzorra mit links besser als mit rechts schießen konnte daran, dass es in der Jetztzeit eine engageierte Dame gibt, die den Traditionsladen von Kuzorra und Libuda übernommen hat? Wenn die Schalker Abwehr nur halb so fehlerfrei spielen würde, wie der Inhalt des Artikels von Frau Höving ist, wären wir Deutscher Meister ;)
Mich nervt nur dieses andauernde Rumgemäkel. Ja, es kommen immer wieder Fehler vor. Überall! Schön für Diejenigen, die sich nicht permanent auf dem Präsentierteller präsenteren müssen. Ohne dir das persönlich unterstellen zu wollen, habe ich das Gefühl, dass in dieser PERMANENTEN Fehlersuche ein Gewisses Maß an Neid gegenüber der schreibenden Zunft steckt...
Die Frage ist nämlich auch, WIE die Fehler angesprochen werden...

27.12.2012
20:42
Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda
von altererlerjunge1919 | #5

Hallo Ralf im Phantasieraum: Nach deiner Lesart ist immer der Inhalt wichtig, auch wenn darin Fehler enthalten sind. Komisch. Geschrieben hat diesen Artikel übrigens eine Autorin. Schon wieder eine "übertriebene Fehlersuche"? Ich bin Schalker-Fan. Aber wenn man/frau eine Artikel schreibt, sollte man/frau sich gut informieren, oder? Ernst Kuzorra war kein Rechtsaußen, sondern ein Halblinker mit einer tollen linken Klebe. Das ist Fakt.

27.12.2012
12:11
Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda
von PhantasieRaum-Ralf | #4

Also, mir fällt es manchmal ausgesprochen schwer, zu verstehen, warum so mancher Kommentar hier geschrieben wird...
Ich finde den Artikel sehr erfrischend, zeigt er doch, dass es Menschen gibt, die sich tief mit der Region und deren Tradition verwurzelt fühlen...
Sollten die Kommentare an dieser Stelle überdies von Schalke-Fans kommen (was ich bezweifle) so werden sie der offensichtlichen Intention des Autors, aufzuzeigen, wie verdienten Spielern des S04 sozusagen ein Denkmal durch Engagement post hum gesetzt wird, nicht gerecht.
Und schon gar nicht gerecht werden sie derjenigen Person, die mittels persönlichem Einsatz dieses bewerkstelligt.
Um jetzt jeglichem überflüssigen Kommentar das Wasser abzugraben: Natürlich macht sie es (auch) um Geld zu verdienen...
Ich fänd es als außenstehender, immer wieder durch solche Kommentare erschütterter, Leser sinnvoller, wenn man einfach die Inhalte verstehen wollte und überzogene "Fehlersuchen", die für Nix gut sind, einstellen würde.

26.12.2012
20:12
Schließlich gingen hier jahrelang nicht nur Rauchwaren,
von nur_meine_meinung | #3

ein ************* kann nicht alles wissen, aber er sollte wissen, wo er etwas nachlesen kann wenn er etwas nicht weiss

Rauchwaren sind KEINE Zigarren, KEINE Zigaretten, KEIN Tabak,
Rauchwaren sind Pelze !!!

setzen 6 !!!

1 Antwort
?
von westfaIenborusse | #3-1

Mal ganz offen gefragt: brauchen Sie das? Sie haben zwar Recht, aber
so schulmeisterlich kommen meist nur SWG-Geschädigte rüber...ach so...
SWG = Selbstwertgefühl...

26.12.2012
15:46
Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda
von mehlbox | #2

sommerloch an weihnachten. was zahlen diem eigentlich pro zeile?

26.12.2012
12:53
Schalke 04 - im Tabaklädchen von Ernst Kuzorra und Stan Libuda
von altererlerjunge1919 | #1

Der Ernst Kuzorra war kein Rechtsaußen!

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