Sauberes Kontrollsystem

Auch unter speziellem Licht wird deutlich, wer den Desinfektionsspender bedient und genutzt hat und wer nicht (l.). Der Spender selbst registriert mit dem FH-System die  Benutzung. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Auch unter speziellem Licht wird deutlich, wer den Desinfektionsspender bedient und genutzt hat und wer nicht (l.). Der Spender selbst registriert mit dem FH-System die Benutzung. Bild: Stephan Glagla / WAZ FotoPool
Foto: Stephan Glagla / WAZ FotoPool

Aggressive Keime, gefährliche Viren: In Krankenhäusern geht so manches von Hand zu Hand – mit oft tödlichen Folgen für Patienten, die sich infizieren. Forscher der Fachhochschule Gelsenkirchen präsentierten Mitte des Jahres bereits das intelligente Handhygiene-Monitoring-System (IHMoS), das helfen soll, die Händedesinfektionsrate zu erhöhen, um Krankenhausinfektionen, so genannte nosokomiale Infektionen, zu reduzieren. Im Mülheimer St. Marien-Hospital wird das System bereits eingesetzt. Nun wurde es von den Gelsenkirchener Forschern weiterentwickelt.

„IHMoS“ ist ein Beobachtungssystem für Desinfektionsmittelspender im Krankenhaus. „Es dient der Überwachung und Dokumentation der Händehygiene (Compliance) in Krankenhäusern“, so Malte Kohlmeier, einer der Entwickler vom Fachbereich „Physikalische Technik“. Das Forscherteam erweiterte die Produktideen mit neuen anwendungsorientierten Entwicklungen. „IHMoS green“ wurde mit einer umweltfreundlichen Elektronik entwickelt, die die benötigte Energie bei jeder Spenderbetätigung selbst erzeugt, was zur deutlichen Kostenreduktion beitragen soll. „Der nächste Standard in der Spendertechnologie werden berührungslos (englisch „touchless“) nutzbare Geräte sein“, erklärt Kohlmeier. Auch für diese Spendertypen hat die FH eine nachrüstbare Lösung entwickelt. In Kooperation mit einem Hersteller wurde außerdem ein Spender entwickelt, der unsere IHMoS-Technologie enthält“, so Kohlmeier.

Ausmist-Roboter

Mit der Entwicklung folgt die FH ihrem Ansatz, „eine sehr praxisnah orientierte Ausbildung in der Mikro- und Medizintechnik“ anzubieten. Natürlich stehen am Ende FH-Abschlüsse der Studenten .Aber nicht nur. „Das soll keine akademische Lösung bleiben. Wir machen das immer sehr Anwender-bezogen“, so Prof. Udo Jorczyk. Im Idealfall findet sich am Ende ein Partner in der Wirtschaft, der die Idee umsetzt. Oder ein Start-Up-Unternehmen, das den Markterfolg sucht.

„IHMoS“ hat das Zeug dazu und hilft gleichzeitig den Hygienefachkräften in Krankenhäusern „unheimlich bei ihrer Arbeit“ – weil sie tagesaktuell nachvollziehen können, welche Desinfektionsspender stark, wenig oder gar nicht genutzt werden.

Am Markt platzieren konnte die FH bereits anderer Forscher-Ideen: Die Mechatroniker kreierten zusammen mit der TU Chemnitz den „Cow-Rob“, einen autonom arbeitender Ausmist-Roboter für den Einsatz in großen Viehställen, der vom Vredener Technikunternehmen Betebe zur „Stallreife“ gebracht wurde. Filter für die Abgasreinigung oder die Verpressung von Brennstoffzellen, die auf der Hannover-Messe präsentiert wurde, zählen die FH-Wissenschaftler ebenfalls dazu.