Salafismus: Stadt, Schulen, Moscheen sind gefordert

Foto: WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.. Die Veranstaltung der CDU-Fraktion war eine erste (öffentliche) Bestandsaufnahme, wie es um den Salafismus in Gelsenkirchen bestellt ist. Anlass, Hysterie und Ängste zu schüren, gibt es nicht. Gelsenkirchen ist keine Hochburg der Salafisten (wie die Nachbarstadt Bochum), sie tauchen – jedenfalls nicht augenscheinlich – im Straßenbild auf. Sieht man von der Kampagne „Lies!“ in Buer ab, bei der auf der Hochstraße kostenlose Koranübersetzungen an Nicht-Muslime verteilt werden.
Die CDU-Fraktion kritisiert, dass vorbeugende Maßnahmen seitens der Stadtverwaltung nicht ergriffen würden. Der Vorwurf geht dahin, dass sich der zuständige Dezernent mehr um die Wirtschaftsförderung denn das Ordnungswesen kümmere.


Die Stadt widerspricht dem vehement. Integrationsrat, religiöse Erziehung in den städtischen Kindertageseinrichtungen und Schulungen von Mitarbeitern im Jugendbereich seien Bestandteile der Präventionsarbeit. Das Thema werde im Verwaltungsvorstand und in den Referatskonferenzen angesprochen.

Lehrerfortbildung geplant

Erst kürzlich habe es ein Treffen bei der Polizeipräsidentin mit einem Vertreter des NRW-Innenministeriums, dem Referatsleiter Erziehung und Bildung sowie Vertretern sämtlicher Schulformen gegeben. „Wir stehen nicht dumm da“, sagt Stadtsprecher Martin Schulmann. Aber Prävention ende da, wo sich die Stadt an Recht und Gesetz halten müsse. Eine Gaststätte oder eine Wohnung, die von Salafisten als Versammlungsstätte genutzt würde, könne, solange es keine baurechtlichen Bedenken gebe, nicht gesperrt werden.

Die Bezirksregierung Münster hat erkannt, dass Schule das Forum ist, wo radikalen Tendenzen der Wind aus den Segeln genommen werden kann. Sie plant für das zweite Schulhalbjahr Lehrerfortbildungen zum Thema Salafismus in den Fächern Religion, Deutsch, Geschichte. Auch die CDU will nicht locker lassen: Birgit Lucht, für die CDU-Fraktion Sprecherin im Integrationsrat, wird das Thema in dem Gremium anstoßen.