Ruzá Schenitzki schätzt das offene, ehrliche Wort

Als Susan getauft war, hat die Neu-Gelsenkirchenerin wieder Kontakt zur Kroatischen Gemeinde aufgenommen. Der „uralte“ Pfarrer war nicht mehr dort. Ihre Kinder – nach Susan kamen die Söhne Dominik (1996) und Sven (2002) zur Welt – besuchten die kroatische Schule, wurden zweisprachig erzogen.

Viele soziale Kontakte

„Ich fühle mich hier wohl. Ich bin ein offener Mensch und kann auf Leute zugehen. Vielleicht habe ich mich deshalb nie als Ausländerin gefühlt“, sagt Ruzá Schenitzki heute. Sie war von 2004 bis 2008 Vorsitzende des Ausländerbeirats, ist Mitglied im kroatischen Folkloretanzverein, hat auf Bitten des Stadtmarketings an der Aktion „Weihnachten bei Freunden“ teilgenommen und wie selbstverständlich ganz nebenbei zehn Jahre lang einen alten Mann aus der Nachbarschaft betreut und gepflegt. „Er war für meine Kinder wie ein Opa.“

Wenn Ruzá Schenitzki in Deutschland etwas „nicht so gut findet“, dann das: „Einer redet, alle regen sich darüber auf – aber keiner sagt etwas.“

Die 45-Jährige, deren „learning-by-doing-Deutsch“ so erfrischend vom Klang des Ruhrgebiets geprägt ist, schätzt es, zu sagen, was sie denkt. Wie etwa beim Elternabend in der Schule ihres Jüngsten, als die Sorge vor zu vielen Zuwandererkindern geäußert wurde. „Ich bin dann aufgestanden und habe gesagt: Warum gucken Sie nicht einfach, wo diese Menschen Hilfe brauchen?“

So ist sie. Und das ist gut so.