Das aktuelle Wetter Gelsenkirchen 10°C
Umweltschutz

Rostasche-Halde in Gelsenkirchen ist mit 22 Metern zu hoch

09.09.2013 | 06:00 Uhr
Funktionen
Rostasche-Halde in Gelsenkirchen ist mit 22 Metern zu hoch
Klaus Schäfer (r.) ist überzeugt, dass der Flugrost der Firma Becker aus Gelsenkirchen für den Tod der beiden Tiger im Zoom verantwortlich ist. Links im Bild Rechtsanwalt Michael Dröge.Foto: Joachim Kleine-Büning/WAZ FotoPool

Gelsenkirchen.   Die betriebene Rostasche-Halde im Grimberger Hafen in Gelsenkirchen ist höher als erlaubt. Genehmigt ist eine Höhe von 15 Metern, aktuell ist der Staubberg aber 22  Meter hoch. Mit der Vermessung hat das Umweltamt auf Beschwerden von Anwohnern reagiert. RWE will jetzt Experten zum Hafen senden.

Die vom Bottroper Entsorgungsunternehmen Heinrich Becker betriebene Rostasche-Halde im Grimberger Hafen ist deutlich höher als erlaubt. Genehmigt hat die Bezirksregierung Münster eine Höhe von 15 Meter, gemessen wurden jetzt 22 Meter.

Mit der Vermessung hat das Umweltamt der Stadt Gelsenkirchen auf die Beschwerden von Anwohnern aus der Siedlung Grimberger Feld, die auf dem Stadtgebiet Herne liegt, reagiert. Die Häuser liegen rund 400 Meter Luftlinie von der Rostasche-Deponie im Hafen Grimberg entfernt. Je nach Windrichtung wird die Asche über die Wohnhäuser und Gärten geweht, „weil“, so die Anwohner, „die Halde deutlich höher ist als genehmigt“, sagt Anwohner Klaus Schäfer (52). Die Stäube seien gesundheitsschädlich. Dass sie Arsen und Schwermetalle wie Cadmium und Blei enthalten, haben Langzeitmessungen des Landesumweltamtes (Lanuv) belegt. Die Stadt Gelsenkirchen betont, dass die Belastungen im Jahresmittel unter den zulässigen Grenzwerten liegen.

Forderung: Halde stilllegen

Für Anwohner Klaus Schäfer ist die überhöhte Haldenaufschüttung ein ausreichendes Argument, dass die Stadt Gelsenkirchen die Halde stilllegen muss. Aber das Gegenteil passiere. „Einen Tag lag die Halde still, dann lieferten innerhalb von anderthalb Stunden zehn Lkw geschätzte 300 Tonnen an. Die kamen auf die ohnehin überhöhte Halde noch oben drauf.“

Umwelt
Anwohner in Wanne klagen über Flugrost aus Hafen Grimberg

Anwohner im Wohngebiet Unser Fritz beschweren sich über die Staubbelastung durch die benachbarte Aufbereitungsanlage im Hafen Grimberg. Ihr Vorwurf:...

Nach Ansicht der Verwaltung, die noch vor 14 Tagen dieser Zeitung sagte, dass dem Entsorgungsunternehmen Becker eine Anzeige bzw. Ordnungswidrigkeit drohe, verhält sich die Firma „im Moment korrekt“. Man müsse zwischen zwei Halden unterscheiden und es werde auch nicht nur Rostasche abgelagert, so Stadtpressesprecher Martin Schulmann. „Die eine Halde darf nicht höher werden; auf der anderen darf abgekippt werden.“

"Es gibt keine Alternativen"

Die Aufbereitungsanlage Hafen Grimberg ist die einzige Deponierungsmöglichkeit für die Rostasche aus der Müllverbrennungsanlage Karnap. „Es gibt keine Alternativen. Die Rostasche aus Karnap geht ausschließlich auf die Halde im Grimberger Hafen“, sagt Andre Bauguitte (RWE Power). Das Kraftwerksunternehmen betreibt das Müllheizkraftwerk in Essen. In der Verantwortung sieht sich das Essener Unternehmen nicht. „Der Betrieb der Halde obliegt ausschließlich der Firma Becker, die dort die Rostasche aufbereitet.“ Ein Trost für die Anwohner: RWE Power will nun seinen Abfallbeauftragten in den Hafen Grimberg schicken, damit dieser sich die Situation vor Ort anschaut.

Irene Stock

Kommentare
09.09.2013
12:44
Rostasche-Halde in Gelsenkirchen ist mit 22 Metern zu hoch
von Mr_Grey | #1

"Klaus Schäfer (r.) ist überzeugt, dass der Flugrost der Firma Becker aus Gelsenkirchen für den Tod der beiden Tiger im Zoom verantwortlich"

Das wäre doch mal ein Ansatzpunkt für ein wenig journalistische Recherche. In ihrem Artikel vom 14.08. steht geschrieben, dass das Ergebnis der toxikologischen Untersuchungen in einer Woche erwartet wird. Wie lautete denn das Ergebnis???

Aus dem Ressort
IG Metall in Gelsenkirchen verurteilt jede Form von Fremdenfeindlichkeit
IG Metall
Aktuelle gesellschaftliche Strömungen treiben (nicht nur) der IG Metall in Gelsenkirchen Sorgenfalten auf die Stirn. Bereits in ihrer Resolution vom...
Generalmusikdirektor zieht erste zufriedene Bilanz
Orchester
Rasmus Baumann steht seit nunmehr über 100 Tagen als Generalmusikdirektor am Pult der Neuen Philharmonie Westfalen und zieht erste positive Bilanz.
Fehlende Betreuung ärgert Gelsenkirchener Mutter
Betreuungsmangel
Alleinerziehende Mutter beklagt mangelndes Entgegenkommen bei Betreuung ihres Sohnes. Seit die Tagesmutter gekündigt hat, kann sie nicht arbeiten.
Busse in Gelsenkirchen morgens zu voll zum Aussteigen
Nahverkehr
Die Busse in Gelsenkirchen sollen morgens so voll sein, dass Passagiere ab und zu auf der Strecke bleiben. Dennoch kein Grund für größere Fahrzeuge.
Auszeit voller Tempo und Sinnlichkeit im Weihnachtscircus
Premiere
Die Premiere am Donnerstag kann sich sehen lassen. Mit toller Artistik, höchst ansehnlichen Tiernummern, einem guten Live-Orchester und komischen...
Fotos und Videos
Temporeich und akrobatisch
Bildgalerie
Weihnachtscircus Probst
Tier-Bescherung im Zoom
Bildgalerie
Zoo
Gelsenkirchen im Dezember
Bildgalerie
Luftbilder