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Rod Mason liebt die kleinen Klubs

12.02.2012 | 19:35 Uhr
Rod Mason liebt die kleinen Klubs
New Orleans – Jazz of Mardi Grass spielten Rod Mason und seine „Hot Five“ in der Maritim Bar.Foto: Sebastian Konopka

Gelsenkirchen.„Ich liebe es, in den kleinen Klubs zu spielen“, sagte Rod Mason nach dem ersten Set im Hot House Jazz Club , der kein anderer Ort ist als die Bar des Hotels Maritim am Stadtgarten. Der Applaus seiner Fans, im Wesentlichen jenseits der 50 Jahre, war noch nicht ganz verebbt und der Ausnahme-Jazzer in Europa nickte ihnen freundlich zu. „Eben deshalb“, sagte er. „Ich liebe den Kontakt zum Publikum, den Menschen in die Augen zu schauen. Und manchmal spüre ich, dass sich da eine Verbindung aufbaut.“

Rod Mason, gebürtiger Engländer, der am 28. September 72 Jahre alt wird – alt?, ist in Gelsenkirchen ein wiederkehrender und damit beliebter Gast. Zwei- bis dreimal im Jahr steht er auf einer Bühne, die Gelsenkirchens Jazz-Papst Rolf Wagemann für ihn und seine „Hot Five“ aufbaut, und dann geht die Session ab.

So wie am Samstag im Hot House Jazz Club mit New Orleans – Jazz of Mardi Gras. Mason begeisterte die Zuhörer mit seinem Trompetenspiel im Stil von Louis Armstrong, ließ dabei zweifelsfrei den einen und anderen in Erinnerungen eintauchen. Gleichwohl er mit seiner Art Jazz zu spielen, der Musikgattung neues Leben einhaucht. Dennoch sagte er: „Wir sind eine traditionelle Band.“

Traditioneller Jazz

Und genau diesen traditionellen Jazz wollen seine Fans hören und vor allem seine Armstrong-Stimme. So fragte Rod Mason aus „rauchiger“ Kehle „Mona Lisa, Mona Lisa, are you wrong, are you real?“, intonierte die Moritat von Mackie Messer in deutscher Sprache „Und der Haifisch, der hat Zähne“, um schließlich nach „Blueberry Hill“ zu wandern.

Doch was wäre Rod Mason ohne seine großartige Band, die er 1985 gründete und die bei Kritikern als europäische Spitzenformation im traditionellen Jazz gilt. Ob Andy Leggett (Klarinette), John Mortimer (Posaune), Sean Moyses (Banjo) Clive Fenton (Saxsofon) und Uwe Rössler (Piano), sie alle sind Musiker der Extraklasse.

Dem Publikum gefiel die Mischung

Den Kontrast zu Rod Mason und seinen „Hot Five“ setzten am Samstagabend Michael Alf und seine Band mit New Orleans und Boogie Woogie. Und dem Publikum gefiel diese Mischung, an der Veranstalter Rolf Wagemann festhalten will: „Jazz und Boogie Woogie, zwei unterschiedliche Musikrichtungen, die sich doch irgendwie wunderbar kombinieren lassen und dasselbe Publikum finden“, sieht er sich mit seiner Auswahl bestätigt.

Auch die eher kleine Hotelbar passt in Wagemanns Philosophie: „Seit 1995 veranstalte ich Mardi Gras Jazz, aber erst seit sechs Jahren im Maritim. Der Ort hat sich bewährt. Dadurch ist der Jazzabend zu einer wunderbaren Alternative geworden zu traditionellen Karnevalsveranstaltungen. Ich bin sicher, hier wird es noch viele Abende mit Mason und Co. geben“, sagt Rolf Wagemann, der seit vielen Jahren mit Rod Mason befreundet ist.

Und auch Michael Alf fühlt sich wohl in Gelsenkirchen. „Es macht immer wieder Spaß, hier zu spielen. Die Atmosphäre ist einfach ganz super hier im Hot House Jazz Club“, sagt der Pianist und Sänger, der auch mit Swing oder Ragtime sein Publikum begeistern kann.

Sylvia Lukassen

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