Rockerboss muss nach Rache-Aktion viereinhalb Jahre in Haft

Das Landgericht in Schweinfurt hat den Gelsenkirchener zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
Das Landgericht in Schweinfurt hat den Gelsenkirchener zu viereinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.
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Was wir bereits wissen
Weil er aus Rache einem abtrünnigen Gang-Mitglied einen Teil des Fingers abgeschnitten hat, muss ein Rocker-Boss aus Gelsenkirchen ins Gefängnis.

Schweinfurt/Gelsenkirchen.. Nach einer Rache-Aktion muss der Chef eines Rockerclubs für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht im bayerischen Schweinfurt verurteilte den 46-Jährigen am Mittwoch wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Die Richter gingen davon aus, dass der Boss des Rockerclubs aus Gelsenkirchen vor einem Jahr einen aus einer untergeordneten Gruppe der Rocker ausgestiegenen Mann in Bad Kissingen bis zur Bewusstlosigkeit verprügelt hatte. Dabei hatte der Täter dem Opfer auch ein Fingerglied abgetrennt.

Opfer ist nach der Attacke immer noch arbeitsunfähig

"Der Angeklagte wollte das Heft des Handelns selbst in die Hand nehmen und Selbstjustiz üben, statt sich auf staatliche Organe zu verlassen", urteilte der Vorsitzende Richter. Nach einer länger schwelenden Privatfehde zwischen dem Opfer und dem Rockerboss war dieser in einer Nachtaktion mit zehn weiteren Rockern aus Hagen nach Bad Kissingen gefahren.

Nachdem die Bande in das Haus des Opfers eingebrochen war, traktierte der Verurteilte den Mann mit 17 Schlägen, so dass dieser bis heute arbeitsunfähig ist. Für den Raub zweier Handys am Tatort fanden die Richter dagegen keine ausreichenden Beweise. (dpa)