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Weitere Hooligans nach Revierderby in Gelsenkirchen verurteilt

22.07.2014 | 16:48 Uhr
Weitere Hooligans nach Revierderby in Gelsenkirchen verurteilt
Beim Bundesliga Revierderby FC Schalke 04 - BVB Dortmund am 26. Oktober 2013 zündeten Hooligans im Dortmunder Block Bengalische Feuer und Raketen.Foto: Martin Möller

Gelsenkirchen.  Das Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund vom Oktober des letzten Jahres hat ein spektakuläres Nachspiel: Dortmunder Hooligans sind vom Amtsgericht in Gelsenkirchen-Buer verurteilt worden. Sie hatten Trennscheiben zum Gästeblock eingeschlagen, Bengalos gezündet und Besucher bedroht.

Selten hatte ein Revierderby zwischen Schalke 04 und Borussia Dortmund ein spektakuläreres Nachspiel. In diesem Fall allerdings vor Gericht. Noch bevor die Kicker  am 26. Oktober 2013 in der Arena vor den Ball treten konnten, schossen gewalttätige Dortmund-Fans Leuchtraketen ab, zündeten Bengalos und traten elf Trennscheiben zum Gästeblock ein. Die Schadensrechnung, die Schalke ausstellte, lautete auf etwa 33.000 Euro. Kleinlauter als beim Derby gaben sich gestern sechs so genannte Fans, die sich vor dem Amtsgericht in Buer wegen Landfriedensbruchs, Verstoß gegen das Versammlungsgesetz und Sachbeschädigung zu verantworten hatten.

Bereits 20 Hooligans hatte das Gericht in den letzten Wochen zum Teil zu saftigen Geldstrafen verurteilt. Gestern saßen auch zwei Mitglieder der Gruppe Desperados auf der Anklagebank, die vor allem an der Zerstörung einer Scheibe aktiv beteiligt waren. Gemeinsam mit 500 Chaoten hatten sie auf Kommando vermummt den Block gestürmt. Im Tunnel habe man ihm einen Nothammer gereicht, suchte der 21-jährige K. eine Erklärung für den Besitz des ungewöhnlichen Fanwerkzeugs. Der Adrenalinrausch sei es wohl gewesen, meinte er, der ihn schließlich habe zuschlagen lassen. Dass die Gewalt eskalierte, sehen die Angeklagten als Folge des gegenseitigen Hochschaukelns.

Vorstrafenregister ist gefüllt mit Delikten

Für Staatsanwalt Eberhard Buschmann steht fest, dass die etwa 500 Ultras an diesem Tag nichts anderes als Zerstörung, Randale und Gewalt im Kopf hatten. Es herrschte der Mob, der jeden friedlichen Fußballfan gefährdete. In gelb gestreiften schwarzen T-Shirts und Sturmhauben, die schon beim Treff in Essen verteilt worden waren, wollte man in der Masse untertauchen. Gewalt scheint für K. wie auch für den 20-jährigen Mitangeklagten S. häufig ein Mittel in ihrem Leben gewesen zu sein. Das Vorstrafenregister ist gefüllt mit Delikten wie Diebstahl, Körperverletzung, Sachbeschädigung. S., der schon eine Bewährungsstrafe erhalten hatte, bewahrte seine noch nicht erwachsene Reife davor, ins Gefängnis zu müssen.

Das Gericht verurteile ihn nach dem Jugendstrafrecht zu zwei Jahren Freiheitsentzug auf Bewährung. Dem 21-Jährigen, der in seinem Minijob nur wenig verdient, brummte das Gericht eine Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 10 Euro auf. Sie wird ihn noch lange an das Spiel erinnern, da sie drei Jahre lang im polizeilichen Führungszeugnis auftaucht. Fassungslosigkeit über die Gewaltbereitschaft ist in der Urteilsbegründung der Vorsitzenden Elke Winter zu spüren: „Es ist erschütternd, wie biedere junge Männer zu Tieren werden. Das ist kriminell und hat nichts mehr mit Fußball zu tun.“

Klaus Johann

Kommentare
24.07.2014
15:03
Weitere Hooligans nach Revierderby in Gelsenkirchen verurteilt
von ognir | #13

Sind doch alle nur BVB Fans.........

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2014-07-22 16:48
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