Red Hot Chili Peppers liefern Rock im Pott die perfekte Würze
26.08.2012 | 02:23 Uhr 2012-08-26T02:23:00+0200
Gelsenkirchen. Fünf hochklassige Bands, gut 40 000 Besucher, eine reibungslose Organisation in und vor der Arena und ein Sound, der sich (fast immer) hören lassen konnte und sicher unüberhörbar war: Die Premiere des Festivals Rock im Pott in der Veltins Arena fiel samstag rundum gelungen aus.
23.20 Uhr, Licht an, Sond aus. Unterm Förderturm auf den riesigen Bühnenbannern vor der Südtribüne in der Veltins Arena ist Schicht im Schacht. Rock im Pott ist zu Ende, die Premiere gelungen.
Die Red Hot Chili Peppers haben nach gut sieben Stunden Festival-Musik nonstop für ein furioses Finale gesorgt. Ihr hingehämmertes „Give it away“, die dritte Zugabe nach gut 100 Minuten Spielzeit, klingt noch nach – und Bassist Flea, aufgedreht wie ein Batterie-Häschen, gibt 40 000 Besuchern noch ein paar Botschaften mit auf den Heimweg, während Drummer Chad Smith seine Schlagzeug-Stöcke ins Volk zwirbelt.
Ausklang einer riesigen Show, die wie ein Pott-Pourri angerichtet wurde. Ein gewaltiger Kessel Buntes, gefüllt mit Deutsch-Rock, HipHop, Funk und Alternativ, Newcomern und Altstars. Und wären noch die Ober-Ränge im Arena-Rund ohne größere Besucher-Lücken geblieben, wäre es der perfekte Konzerttag gewesen. Der begann früh. Und pünktlich.
„Wir haben noch nie in so einer Halle gespielt“
15.05 Uhr. Das „K“ im Bühnenhintergrund vor weiß-rotem Tuch blinkt grell gegen die Helligkeit an, die Sonne strahlt aufs Arena Dach, Ränge und Innenraum füllen sich gerade erst. Keine idealen Startbedingungen. Doch Kraftklub, die Chartstürmer aus dem tiefen Osten (manche meinen aus Chemnitz, sie sagen aus Karl-Marx-Stadt) geben in weißen Polo-Shirts und roten Hosenträgern Gas. Und bald gibt es zumindest vor der Bühne kein Halten mehr.
Da wird gepogt, gehüpft, gesprungen. „Ich will nicht nach Berlin“, die Rock-Ode an die Provinz, „Songs für Liam“, „Randale“. Es geht Schlag auf Schlag. Zwischendurch kann es Sänger Felix Brummer kaum fassen, wie ihm die Massen folgen. „Wir haben noch nie vor annähernd so vielen Menschen gespielt wie hier sind, wir haben noch nie in so einer Halle gespielt“, gesteht er.
Und: „Als wir heute morgen angekommen sind, kamen wir uns vor wie die Gewinner von so einem regionalen Wettbewerb.“ Die Zeiten sind vorbei. Die Jungs sind vom Erfolg geküsst. Was sie sich sparen, ist „Kein Liebeslied“. Dafür gibt’s „Scheissindidisco“. Passt wohl besser zum Anlass.
75 Minuten später. Ein paar Jungs spielen Cowboys und Indianer. The Bosshoss sind da für ihren wilden Ritt. Das Bild hat sich gründlich gewandelt. Zwei Schlagwerker arbeiten sich prächtig auf der Bühne ab, ein gehörnter Cadillac gibt den Hintergrund, eine Nebelmaschine nebelt. Stetsons, Tattoos und schwere Ringe, US-Akzent, satte Riffs, fette Bässe, Mundharmonika und Waschbrett – all das gehört zu Boss Burns und Hoss Power wie die manchmal arg strapazierte Western-Attitüde.
Aus Berlin, Mississippi, in die Arena an die Emscher hat es die Jungs verschlagen. Hier stauben sie einmal mächtig durch. Im Schlepptau drei formidable Bläser in Mexikaner-Kluft, die „Sexy Mexis“.
Das rockige Rodeo beginnt mit „Last Day“, geht weiter mit Knallern wie „Stallion Battalion“, „Run Run Devil“ und endet schließlich in einer Bierdusche von der Snare Drum und mit einem wildgewordenen Hoss Power am Banjo. Ho, Ho, Yippijajeihhh. Die Party geht weiter. Und zwar mit Jan Delay & Disco No. 1.
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08:05
die ohne ihre dämliche handy-cam wohl am nächsten Morgen nicht mehr wissen, auf welchem Konzert sie waren.. Ständig so´n Ding vor dem Gesicht war schon recht anstrengend.
im Übrigen war es natürlich nicht das "übliche" peppers-publikum, sondern ein eher breiter gestreutes.
Schön fande ich, auch mal live seltener gespieltes, z.B Higher Ground, zu hören.
daß Higher Ground von Stevie Wonder ist!
22:32
Am Tag darauf sah ich die RHCP noch einmal im Rockpalast.
Ok, die Jungs waren wie sie Gott schuf. Der Gittarist, der Schlagzeuger und der Bassmann waren ja noch verdeckt, aber der Sänger hatte nur noch eine Socke übergestülpt.
Wenn ich solche Maßstäbe anlege, dann war dieses Konzert natürlich nicht so würzig.
Erinnerte mich irgendwie an The Tubes - White Punk on dope-. ;-)
17:59
@ Radiant
Keine Kritik an der Setlist - die war super, keine Frage! Aber dem ganzen fehlte der Drive, der letzte Kick! Z. B. bei Dani California: Beim Refrain "explodiert" der Song ja regelrecht! Am Samstag klang das in der Arena aber wie "mit der angezogenen Handbremse" gespielt.
Oder das Intro zu Cant Stop, das war einfach nicht funky und dreckig...
Die relaxten Songs wie Bridge oder Scar Tissue waren dagegen tatsächlich großartig.
Wie Sie es selber sagen, sind die Chili Peppers bereits "im hohen Alter" (Zitat), vielleicht war das ja zu hören!?
Schön wenn es Ihnen gefallen hat, ich bin mit meiner Meinung aber ganz offensichtlich nicht alleine.
Trotzdem war der Abend großartig und ich freue mich schon auf das zweite "Rock im Pott".
11:58
Nach der katastrophalen Organisation bei Big 4 im Juli 2011, war das Festival am Samstag super!!
08:56
Anthony Kiedis hat es live ja überhaupt nciht drauf!!!
00:40
Wenn wirkliche Rockbands den Pott rocken sollten, dann bin ich auch dabei.... dämlicher Kommerzmist.....
21:10
@westi1
Tut mir Leid, aber ich kann Ihre Meinung nicht nachvollziehen. Bitte nennen Sie mir ein paar Argumente, was Ihnen an dem Auftritt nicht gefallen hat! Wenn Sie 20 Jahre diese Band schon verfolgen, werden Sie wahrscheinlich schon ein paar Liveauschnitte gesehen/gehört haben. Deswegen frage ich mich, was der große negative Punkt gestern war? Also ich habe eine Band gesehen, die trotz ihres hohen Alters, voller Energie und Leidenschaft gespielt hat. Vor allem bei den Jamsessions hat man gemerkt, dass es um die Musik geht und nicht darum nur die Show durchzuziehen. Die Setlist war genial und es wurden echte Klassiker für Fans gespielt wie mein Favorit Soul to Squeeze. Bitte erläutern Sie Dinge, die Sie bei anderen Bands erlebt haben, die bei den Red Hots zu kurz kamen.
17:18
@ KomischDasAlles
Oh je, das war die Top-Form der Chilli Peppers?? Erstaunlich, dass die Herren es so weit gebracht haben!
Ihr Ausdruck "Wohnzimmerplattenkonsument" treibt mir übrigens ein Lächeln ins Gesicht.
Ich glaube schon, dass ich seit meinem ersten Stadionkonzert im Jahr 1984 viele Künstler gesehen habe, leider gehören die Chilli Peppers zu den Enttäuschungen.
Oder aber, meine Erwartungen an diese Band, die ich seit über 20 Jahren leidenschaftlich gerne höre, waren einfach zu groß.
Aber wenn man, wie Sie es offenbar tun, den Auftritt durch die Brille eines voreingenommenen Fans sieht, war der Auftritt natürlich einzigartig.
Tut mir Leid, aber ich kann Ihre Meinung nicht nachvollziehen. Bitte nennen Sie mir ein paar Argumente, was Ihnen an dem Auftritt nicht gefallen hat! Wenn Sie 20 Jahre diese Band schon verfolgen, werden Sie wahrscheinlich schon ein paar Liveauschnitte gesehen/gehört haben. Deswegen frage ich mich, was der große negative Punkt gestern war? Also ich habe eine Band gesehen, die trotz ihres hohen Alters, voller Energie und Leidenschaft gespielt hat. Vor allem bei den Jamsessions hat man gemerkt, dass es um die Musik geht und nicht darum nur die Show durchzuziehen. Die Setlist war genial und es wurden echte Klassiker für Fans gespielt wie mein Favorit Soul to Squeeze. Bitte erläutern Sie Dinge, die Sie bei anderen Bands erlebt haben, die bei den Red Hots zu kurz kamen.
17:13
Auch wir hatten nach 20 Minuten RHCP viel Bewegungsfreiheit, da um uns der große Aufbruch stattfand. Wir haben tapfer noch knapp 20 Minuten durchgehalten, dann wars uns auch zu langweilig. Placebo waren für uns die wahren Headliner, die Peppers erinnern mich langsam an so manche zusammengecastete Boyband: Kennste einen Song, kennste alle. Aber wenn so eine "Show" reicht, um einem ************* der WAZ den Abend zu versüßen, ist ja noch nicht alles verloren.
16:53
von Westi1 | #5
Von Musik haben Sie aber so etwas von keine Ahnung. Alle, wirklich alle 4 Musiker waren in Top-Form. Wie leidenschaftlich muss Musik denn noch sein?
Eben Wohnzimmerplattenkonsument.