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BEZIRKSVERTRETUNG SÜD

Realisierung des Justizzentrums rückt näher

15.01.2013 | 20:07 Uhr
Realisierung des Justizzentrums rückt näher

Gelsenkirchen.   Unter anderem mit den Plänen für das neue Justizzentrum in Ückendorf beschäftigte sich die Bezirksvertretung Süd in ihrer ersten Sitzung im neuen Jahr.

Jetzt kommt Bewegung ins Verfahren Justizzentrum . Dass alle in Gelsenkirchen ansässigen Gerichte zu einer Justizzentrale zusammengeschlossen werden sollen, hatte das Land NRW bereits 2009 beschlossen. Als erstes Gremium beschäftigte sich nun am Dienstag die Bezirksvertretung Süd mit dem Entwurfs- und Auslegungsbeschluss zum Bebauungsplan 396.1, der zwischen Junkerweg und Claire-Waldoff-Straße umgesetzt werden soll.

Vorausgesetzt, alles geht glatt über die Bühne, könnte der Bau Ende 2015 fertig sein und Richter ab 2016 ihre Roben im Süden der Stadt überstreifen, um Recht zu sprechen. Mit der Realisierung des Vorhabens in Ückendorf ist der Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW als Sondervermögen des Landes betraut worden. Im Fokus der Bezirkspolitiker stand gestern einmal mehr die Sorge um ausreichend Parkraum und die nicht unproblematische Verkehrssituation in diesem Bereich.

Fragen nach der Parkraumkapazität

Bei 312 Mitarbeitern des neuen Zentrums 150 ausgewiesene Parkplätze? Die Relation scheint nicht nur nach Einschätzung der CDU-Vertreter Barbara Fuest und Henning Voss am tatsächlichen Bedarf vorbei zu hinken. Fuest warf auch die Frage auf, wie die Verkehrsströme künftig zu den Parkplätzen geführt werden sollen und betonte, das geforderte Verkehrskonzept gebe es in der Vorlage nicht.

Als die Bezirksverordnete der Union später einen Prüfantrag zum Bereich Verkehr/Parkplätze formulierte, da platzte Michael Thomas Fath (SPD) mal kurzfristig der Kragen. „Das geht zu weit, das Thema haben wir diskutiert bis zum Exodus“, wetterte er in der Annahme, die CDU wolle den Entwurf torpedieren. Der SPD-Sprecher beruhigte sich allerdings schnell wieder. Bezirksbürgermeister Bernd Lemanski wies nämlich darauf hin, dass Verkehrs- und Parkraumkonzept komme noch. „Kurzfristig“ müsse das aber nach Worten von Barbara Fuest geschehen, weil die Forderung danach nicht neu sei. Mit einer Gegenstimme wurde dem Entwurf dann grünes Licht gegeben.

Verkehrte Welt an der Ulmenstraße

Anderes Thema: die Fällung von Bäumen im Süden der Stadt. Salopp gesprochen könnte man da folgende Erkenntnis gewinnen: Wenn Ulmenstraße auf dem Wegeschild steht, dürfen dort auch nur Ulmen Wurzeln schlagen. Aber SPD-Sprecher Fath wusste es besser: „Wir haben bei einem Ortstermin erfahren, dass ein gesunder Baum gefällt werden soll, weil er keine Ulme ist, an anderer Stelle aber Bäume, die vor ein paar Jahren gepflanzt worden sind, stehen bleiben dürfen, obwohl es auch keine Ulmen sind.“ Verkehrte Welt. Schon im Vorfeld der gestrigen Sitzung hatte allerdings der zuständige Mann von Gelsendienste , Werner Rümping, signalisiert, den Beschluss zur Fällung von Straßenbäumen ohne den Punkt Ulmenstraße zu fassen. Was denn auch so geschah.

Inge Ansahl


Kommentare
17.01.2013
11:39
Realisierung des Justizzentrums rückt näher
von Zugfuehrer_aD | #4

Wenn man schon ein neues Justizzentrum baut, warum baut man das eigentlich nicht direkt neben der JVA an der Aldenhoffstrasse. Da ist Platz, man kann parken und man kann die Kunden des Amtsgerichtes direkt von der JVA dem Gericht zuführen.

Statt dessen packt man alles in die Innenstädte und produziert ein Parkplatzproblem. Abgesehen davon, ist die Umgebung in Ückendorf auch nicht gerade so dolle.

16.01.2013
08:24
Realisierung des Justizzentrums rückt näher
von mkoerber | #3

Endlich hat das HICK-HACK ein Ende. es wird endlich auch im Süden der Stadt investiert. Das Justiz-Zentrum hat dann eine zentrale Lage, nicht weit vom HBF und bringt endlich mal etwas anderes in den städtischen Süden als "Schnell Restaurants" bzw DÖNER Buden und Gemüseläden.

15.01.2013
23:28
Realisierung des Justizzentrums rückt näher
von Juelicher | #2

Mir erschließt sich nicht, wieso man zwei funktionierende Amtsgerichte in Mitte und Buer zusammenlegen u. im äußersten Süden der Stadt konzentrieren muss. Hierzu muss ein kostspieliger Neubau erstellt werden. Die Rechnung möchte ich sehen, die hier einen Kostenvorteil durch die Zusammenlegung belegen kann. Das Amtsgericht in Buer wurde immerhin erst in den 70ern erbaut u. vor einiger Zeit saniert. Es hat eine lange Geschichte u. eine wichtige Bedeutung für die buersche Identität.
Eine bürgerfreundliche Lösung wird hier jedenfalls nicht entstehen. Die Gesamtstadt ist immerhin 18 Kilometer lang u. die Bueraner u. ihre Nachbarortschaften im Norden werden sich nicht freuen über den Wegzug des Gerichtes. Am Amtsgericht wird nicht nur ein erheblicher Teil der Rechtssprechung vollzogen, sondern dort sitzt auch die Erbscheinstelle, das Grundbuchamt, meines Wissens wird dort der Austritt aus der Kirche erklärt u. einiges mehr.

1 Antwort
Realisierung des Justizzentrums rückt näher
von flarak | #2-1

Eine fußläufig vom Hauptbahnhof erreichbare Lage ist wohl kaum "im äußersten Süden der Stadt". In den Stadtnorden geht dafür ja das Finanzzentrum und wird im Berger Feld einen neuen Gewerbepark mit - so steht zu hoffen - zahlreichen Arbeitsplätzen beleben helfen. Für den Süden und die Stadtmitte unterstützt das Justizzentrum den Umbau der Bochumer Straße und des Bereichs südlich des Bahnhofs in der Neustadt.

Das macht schon Sinn.

15.01.2013
22:58
Realisierung des Justizzentrums rückt näher
von flarak | #1

Gesunde Bäume zu fällen, damit in der Ulmenstraße nur Ulmen stehen, ist einfach eine Schwachsinnsidee. Als nächstes dürfen in der Schwalbenstraße nur noch Schwalben nisten...
Lob an Herrn Fath, dass er hier gesunden Menschenverstand gezeigt hat. In der Verwaltung hat der ein oder andere da möglicherweise Nachholbedarf.

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