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Rausschmeißer

02.08.2010 | 17:07 Uhr
Rausschmeißer

„Was soll das: Ich berate doch keinen Kunden schlechter, nur weil ich in meiner Apotheke auch hochwertige Drogerieartikel anbiete, ich habe auch nicht weniger Medikamente vorrätig.“

Das sei nichts anderes als eine Entmündigung des Kunden, der in die Apotheke komme, was auch die Gelsenkirchener Pharmazeuten auf die Palme bringt sind Pläne des Gesundheitsministeriums, nach denen in Apotheken der Verkauf von Drogerieartikeln drastisch reduziert werden soll.

Kundengespräch

Solange Drogerieketten Medikamente anböten, dürfe der Apotheker hochwertige Drogerieartikel in seinem Geschäft haben, bringt es eine Apothekerin auf den Punkt. Die Rede ist hier von blindem Aktionismus. Wer so etwas fordere, solle doch mal aufweisen, was durch den Wegfall dieser Angebot im Gesundheitswesen gespart werde. Die Sorge, dass das aufklärende Kundengespräch darunter leide, weil in ein paar Regalen Seife, Kosmetika oder Gummibärchen liegen, sei Unsinn.

Ziel der Pläne der Bundesregierung mit dieser Beschränkung, die in der neuen Apothekenbetriebsordnung ihren Niederschlag finden soll, ist es, die Tätigkeit des Apothekers neu zu definieren.

Maximal 30 Prozent darf danach das Ergänzungssortiment (Kosmetika, Hygieneartikel, Vitamine u.ä.)der Gesamtfläche ausmachen. Berlin schwächt derzeit zwar wieder ab und spricht von einem „Arbeitspapier“, aber die Apothekerverbände erörtern bereits diese Pläne.

Der Umsatz der Apotheken mit diesen Nebenprodukten beläuft sich nach Erhebungen der Bundesvereinigung der Apothekervereinigungen (ABDA)auf fünf Prozent, oder zwei Milliarden Euro ihres Jahresumsatzes. 2009 sollen die insgesamt 21 500 Apotheken einen Gesamtumsatz von 40 Milliarden Euro erzielt haben.

Heftigere Kopfzerbrechen - weil mit richtig großem finanziellem Aufwand verbunden, und manchesmal auch raummäßig kaum durchführbar - bereiten den Apothekern aber auch Pläne der Regierung, nach denen sie ein sogenanntes „Rein-Raum-Labor“ einrichten müssen. Nur dort dürfen dann Medikamente oder Salben selber angerührt werden. Das sei sinnvoll - und gebe es bereits - in den Apotheken, in den Krebsmedikamente hergestellt werden.

Absolut hygienisch

Die derzeitigen Arbeitsbereiche, in denen für den Durchschnittsbürger Tabletten, Pülverchen und Salben gerührt, gestoßen und gemischt werden, seien absolut hygienisch, wie auch die dort hergestellten Produkte. Dies habe eine entsprechende Untersuchung festgestellt. Finanzielle Kraftakte wie solche seien vor allem vor dem Hintergrund wegfallender Rabatte ab 2011 kaum mehr zu stemmen, hieß es aus den Apotheken vor Ort.

Christa Koch

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