Radwege-Check mit Fortsetzung
26.07.2012 | 19:47 Uhr 2012-07-26T19:47:00+0200
Gelsenkirchen. Grüne, Leserbeirats-Mitglieder und eine WAZ-Redakteurin haben den Test gemacht: Wie gut oder schlecht kommt man mit dem Drahtesel von der Altstadt nach Bismarck und zurück?
Der junge Mann, der die Spitze der achtköpfigen Radlergruppe fast aufs Korn genommen hätte, ist uneinsichtig, schimpft wie ein Rohrspatz. Parkt seinen Wagen mit Schmackes ein – und lässt sich dann doch noch auf ein Gespräch in friedlicher Tonlage ein ...
Wir stehen auf der Fahrradstraße in den Robert-Geritzmann-Höfen in der Küppersbuschsiedlung. Klare Sache: Hier haben Radfahrer uneingeschränkt Vorfahrt. Was Autofahrer so nicht unbedingt wahrnehmen. Nicht nur Poller zwischen den einzelnen Abschnitten erwecken falsche Eindrücke. Im Gespräch mit dem Mann wird auch deutlich: Da mangelts an Aufklärung über die Bedeutung von Fahrradstraßen .
Die Erkenntnis ist nicht neu, aber immer wieder ein Volltreffer: Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Das wird auf der von den Grünen vorbereiteten Fahrradroute von der Ahstraße nach Bismarck und retour ganz schnell deutlich. Das bündnisgrüne „Kleeblatt“ Patrik Jedamzik, Adrianna Gorckyk, Irene Mihalic und Dennis Melerski wird flankiert von den WAZ-Leserbeiräten Klaus Wehrhöfer und Brigitta Blömeke. Sie radelt in Begleitung ihres Mannes Klaus-Dieter Lenz, der als zweiter Vorsitzender des ADFC Gelsenkirchen ausgewiesener Experte ist. Achte im Bunde bin ich, mit extra ausgeliehenem Drahtesel.
Radwegepaten vorgeschlagen
Wir starten am WAZ-Leser laden. Nun, über die Rampe an der Ahstraße ist schon viel geschrieben worden. Über die Tatsache, dass hier lediglich ein Fußgängerschild angebracht ist, dass bis zur Straße gilt. Spannender ist da schon die erste Ampelquerung an der Husemannstraße. Kaum Grün, stehen wir auf dem Mittelstreifen schon wieder: Rot. Und außerdem verdammt eng. Gut, dass gerade keine Mutter mit Kinderwagen hier steht.
Auf der Gewerkenstraße taucht die Frage auf, warum weder Schutz- noch Radstreifen vorhanden sind. Platz ist ausreichend und Autos dürfen nur mit Tempo 50 fahren. Ganz besonders tückisch ist die Situation in Bismarck: Hier dürfen Radfahrer nämlich die als Einbahnstraße ausgewiesene Umleitung für den Kfz-Verkehr in entgegengesetzter Richtung befahren. Und auf dem asphaltierten Radweg, über den wir zuvor geradelt sind, möchte keiner von unserer Gruppe „Randkontakt“ haben. Jede Menge Brennnesseln wuchern hier in den Weg und grünes Buschwerk ist dabei, die Radwegeschilder zu verstecken.
7,2 geradelte Kilometer liegen hinter uns, als wir uns an einem schattigen Plätzchen im „Star Chief Diner“ niederlassen. Schnell wird klar: Das kann’s nicht gewesen sein. Einmal radeln, Schwachstellen diskutieren und Schwamm drüber. Patrick Jedamzik denkt laut: „Man könnte das Thema Radwege in die runden Tische der Stadtteile einbringen und dabei gezielt Leute ansprechen, die sich kümmern.“ Um machbare Kleinigkeiten wie den Schilderfreischnitt beispielsweise. Klaus Wehrhöfer regt Patenschaften in Quartieren an. Findet auch Irene Mihalic gut, aber: „Bei der Stadt muss jemand federführend für die Umsetzung des Radwegekonzepts auf einer vollen Stelle eingesetzt werden.“
Bus- und Radwegespur
Und noch bevor wir auf dem Rückweg über die Kurt-Schumacher-Straße (übrigens sehr abenteuerlich) an den Häusern der Lärm- und Feinstaubgeplagten Schalker vorbei kommen, regt Klaus-Dieter Lenz an: „Hier müsste ein Fahrstreifen als Bus- und Radwegspur ausgewiesen werden.“ Gute Idee.
Und was schlagen Sie vor? Schreiben Sie uns: redaktion.gelsenkirchen@waz.de oder rufen Sie uns an: 0209 / 170 94-30.
22:30
Sehr geehrter Herr Laufs, ich wünschte mir bei dem Artikel mehr kritische Berichterstattung. Mich interessiert, wer trägt die Kosten dieser Fahrradmietstellen?
Es sind 21 Stationen nur in Gelsenkirchen. Nach meinen Beobachtungen werden die Räder nicht genutzt. Bei nüchterdem u. realistischem Verstand hätte ich Ihnen das vorher sagen können. Schade das man Steuergelder immer wieder so vergeudet.
Da nützt auch kein Standort zum Beispiel an der Post in Buer.
Die Angaben der Betreiberfirma ( wer steckt dahinter ? ) bezweifel ich.
Die Zahlen sind unbedeutend. Davon kann kein Unternehmen existieren.
Da könnten Sie täglich in Ihrer Zeitung kostenlose Reklame bringen.
Es nützt nichts !
Was interessiert mich speziell in Gelsenkirchen wieviel 100 Parkplätze irgendwo frei sind.
Das Parkleitsystem ist auch so eine unnütze Investition mit Steuergeldern.
Mit freundlichen Grüßen
Alco aus Gelsenkirchen Buer
11:26
Radwege sind natürlich auch wichtig, nur wann ist ein Radweg ein Radweg?
Woher soll die Stadt das aber auch wissen? Ein 30cm breiter Ausweichstreifen wird von der Stadt als Gehweg bezeichnet damit man dafür bei der Straßenreinigung mehr Gebühren von den Anwohnern erheben. Pro laufenden Straßenmeter ist es 1€ mehr. Da kommt natürlich eine schöne Summe zusammen.
10:26
Das leidige Thema Radverkehr in GE ist seit Jahrzehnten bekannt und fast nix passiert!
Was ist denn daran so schwierig und teuer, auf breiten Straßen Schutzstreifen einzurichten?
Und die vielen hirnrissigen Ampelphasen, die nur den stärkeren Autofahrer bevorzugen!
Dass in GE die Situation so hundsmiserabel für Radfahrer ist, liegt auch an den unfähigen Planern in dieser Stadt. Es reicht, wenn man einige von denen persönlich kennengelernt hat, um zu verstehen warum es hier so ist wie es ist.
Die Planer sind zu blöd eine Rampe in der Ahstraße so breit zu bauen, dass Radfahrer sie benutzen dürfen.
Ärgerlich, dass diese Planer ein Standardgehalt für schlechte Arbeit bekommen anstatt Leistungskürzungen für schlechte Arbeit!
07:45
#5:
Das wird dann alles gesammelt und der Stadt überreicht.
In der Kommunalpolitik heisst es danach wie immer : Wir haben leider kein Geld!
Damit sind dann auch diese Vorschläge gestorben.
Bis dahin läßt man einige Zeit verstreichen...
Zwischendurch wird eine Debatte geführt, damit sich die Vertreter der bekannten Parteien mal wieder aussprechen (profilieren!) können. Die freuen sich nämlich, wenn ausgerechnet ihr Name mal wieder in der Zeitung steht.
- So läuft das.
Kein Wunder, dass sich immer weniger Bürger für diese bekannten Schauveranstaltungen interessieren.
00:06
Nun, als passionierter Radfahrer im Raume GE fange ich mal ganz bescheiden an: Warum wird an der Hauptverkehrsachse GE nach Buer, also entlang der Kurt-Schumacher-Straße dem straßenbegleitend geradeaus fahrenden Radverkehr die Vorfahrt zugunsten rechtsabbiegender Autos genommen? So geregelt Fahrtrichtung Nord an der Arena-Zufahrt und am Abzweig Emil-Zimmermann-Allee/A2.
Waren das Unfallschwerpunkte? (= ironische Frage, weil natürlich nicht) Wurde hier der Schutz des Schwächeren realisiert, indem man sich dem Recht des Stärkeren beugte? Waren gerade verkleinerte Vorfahrt-achten-Schilder im Angebot? Oder ärgerten sich die Verwaltungsobrigkeiten über eigene Wartezeiten durch vorfahrtsberechtigte Radler?
Was soll so etwas, und, wem nützt es wirklich? Meine Erfahrung ist die, dass sowohl Auto- als auch Radfahrer ob dieser skurrilen Beschilderung verwirrt sind und eben dadurch erst komplizierte und gefährliche Situationen entstehen.
23:15
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22:33
nach einer Werbeaktion für die Grünen - oder?
Da sollte eine Zeitung nun doch ein wenig neutraler sein ...
Oder die anderen Parteien haben einfach nicht "die Zeichen der Zeit" erkannt - und dass man das auch im Sommerloch thematisieren sollte.
Sowieso sind doch die Grünen in Sachen Radverkehr prädestiniert - das ist ja ihr Thema.
Umweltgerechte Mobilität !
Warum, Tagesschau, also meckern ?
Ich bin nicht gegen Grün.
Aber die Experten fahren nicht einmal die angebotenen Räder( nach Foto oben )
50 % ohne Helme und moderne Citybikes. Die angebotenen Leihräder
sind verglichen damit Stahlkarossen (ca. 25 KG schwer )
mit freundlichen Grüßen
Alco aus Buer
20:58
Ebenfalls wichtig wäre die Anbindung des Radwegs der bisher an der Ückendorfer Strasse beim Motorradladen beginnt. Hier sind bisher wundervolle Stufen zu überwinden. Eine Verlängerung bis zur Hbf Südseite (Rampe vor dem "Neustadt-Brunnen") wäre perfekt.
Was fehlt ist eine Radverbindung zwischen Buer und Gelsenkirchen. Leider wurde in den 70ern die geplante Stadtautobahn A41 nicht gebaut. Das wäre die optimale Trasse für den schnellen Fahrradfahrer gewesen. Bevor sich alle aufregen: Das "Leider" war natürlich ein Witz.
20:54
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20:45
"Und was schlagen Sie vor? Schreiben Sie uns: redaktion.vest@waz.de oder rufen Sie uns an: 170 94-30."
Muss man da die Vorwahl von Recklinghausen nehmen? Oder teilt sich die Redaktion in Gelsenkirchen eine E-Mail-Adresse mit dem Vest?
Sicherheitshalber an dieser Stelle meine Vorschläge.
Es gibt viele Bahntrassen, die zu Radwegen umgebaut werden. Auch den Hauptbahnhof und damit die City könnte man besser anbinden:
Da ist zum Beispiel der Radweg, der aus der Feldmark vorbei am alten Güterbahnhof (Wohnquartier) bis zum Stadtgarten führt. Eine Verlängerung sollte doch bis zum Hbf möglich sein. (Abgänge Rotthauser Straße und Bokermühlstr) Langfristig könnte sogar der "Bahnsteig" zwischen Hiberniastr und Gleis 4/5 genutzt werden. Noch langfristiger könnte das Quartier "Schalker Verein" angeschlossen werden. Und schon hätte man eine perfekte Gelsenkirchener "Radautobahn" mit Anschluss an die Erzbahntrasse.
... gleich gehts weiter!