Publikum feiert Orchester und Solisten

Sauerland-Herbst Warstein-Belecke: Melton Tuba Quartett
Sauerland-Herbst Warstein-Belecke: Melton Tuba Quartett
Foto: WP
Was wir bereits wissen
Das 5. Sinfoniekonzert der Neuen Philharmonie Westfalen begeisterte am Montag das Publikum im ausverkauften Haus des Musiktheaters.

Gelsenkirchen.. „Hin und weg“ war der Titel des 5. Sinfoniekonzertes der Neuen Philharmonie Westfalen und der Abend bot muntere Auf-und Abgänge von der Bühne des ausverkauften Musiktheaters.

Zunächst beginnt die „Abschiedssinfonie“ von Joseph Haydn ganz klassisch. GMD Rasmus Baumann braucht hier keinen Taktstock, vielmehr spielt er mit seinen Händen den „Strippenzieher“. Zärtlich setzen die Violinen ihre „Adagio“- Noten, Oboen, Fagott und Hörner folgen dem Wink der Finger zu den Auftakten des tänzelnden Menuetts. Der 4. Satz bringt dann den Clou, der die Sinfonie so berühmt machte. Einer nach dem anderen verlassen die Musiker das somit leiser werdende Spiel. Auch Baumann geht, zurück bleiben zwei Geigen mit der ersterbenden Melodie.

Neue Philharmonie brilliert mit ihrer Interpretation

Vier Schlagwerkereröffnen mit Donnerhall den Reigen der Wiederkehr der Instrumente in der anschließenden „Promenade Ouvertüre“ von John Corigliano. Schrill trillernd gesellt sich die Querflöte dazu, danach die Holzbläser. Trompetenklänge dringen schon aus dem Off. Das moderne Werk versammelt nach und nach das große Orchester, die Neue Philharmonie brilliert mit ihrer Interpretation der spannungsreichen Komposition.

An amerikanische Marching -Bands knüpft nach der Pause nahtlos Edward Elgars „Pomp and Circumstance“ an. Die vielen Blechbläserpassagen weisen zudem auf den Höhepunkt des Abends hin: das Melton-Tuba-Quartett. Vier tiefe „Röhren“ in phänomenalem Zusammenspiel. Hartmut Müller, Heiko Triebener, Jörg Wachsmuth und Ulli Haas zeigen ihre Virtuosität auf dem größten der Blechblasinstrumente im „Grand Concerto 4 Tubas“, Werk des US-Professors für Tuba, John Stevens. Sätze eins und zwei bieten komplizierte Dialog-Passagen zwischen Solisten und Orchester, großartig die Streicher und anderen Orchestermusiker in den surrealen Einwürfen. Zauberhaft romantisch die „Ballade“ des dritten Satzes - große Gesten, großes Blühen der sonoren Melodien. Jeder Tubist zeigt sich in Solostellen, die tiefsten Töne dringen in die Körper eines jeden Zuhörers, es grummelt wohlig in der Magengegend. Viel Beifall!