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Protest ruft Polizei auf den Plan

07.04.2008 | 19:17 Uhr

Schalke-Fans demonstrierten im Stadion mit Anti-Schäuble-Plakaten gegen Kessel an der Kampfbahn.Beamte haben einige der mutmaßlichen Straftäter vom Dortmund-Derby im Visier, halten sich aber noch bedeckt

Ärger 2.0: Aus Protest gegen den Polizeikessel präsentierten Fans Anti-Schäuble-Plakate - und handelten sich damit neuen Ärger ein. Foto: Sportspicture.EU

Mehr als drei Wochen nach dem Polizeikessel gegen rund 180 S 04-Fans an der Glückauf-Kampfbahn sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, erklärte gestern Polizeisprecher Konrad Kordts auf Anfrage der WAZ. Bereits jetzt stehe aber fest, dass aufgrund hinreichenden Tatverdachts Ermittlungsverfahren eingeleitet werden. Wie viele Anhänger die Polizei bisher konkret im Visier hat und wann die Auswertung der gesammelten Daten abgeschlossen werden kann, dazu wollte Kordts nichts sagen.

Wie berichtet, hatte die Polizei die sich vor allem gegen Mitglieder der Schalker Ultras richtende Maßnahme nach einem (auf Video dokumentierten) Vorfall beim Spiel in Dortmund eingeleitet. Am 10. Februar sollen Schalker dort am Stadion Straftaten wie schwere Körperverletzung und Landfriedensbruch begangen haben, so der Vorwurf. Direkt vor dem Heimspiel gegen Duisburg am 15. März hatte die Polizei daraufhin rund 180 Fans in der Nähe des Sitzes des Schalker Fan-Projekts (und Ultras-Treffpunkts) an der Kampfbahn eingekesselt, fotografiert und ihre persönlichen Daten aufgenommen. Der Verein und vor allem Fans stellten anschließend die Verhältnismäßigkeit der Mittel in Frage und kritisierten, dass die sozialpädagogische Arbeit des Fan-Projekts dadurch gefährdet werden könne.

Dies hat sich zumindest am Samstag vor dem Heimspiel gegen Rostock am Fan-Treff Kampfbahn nicht bewahrheitet. "Die Resonanz war eigentlich wie immer", so Patrick Arnold (Fan-Projekt) zur WAZ. Der Sozialpädagoge befürchtet jedoch, dass sich die Auseinandersetzungen zwischen Ultras und Polizei weiter hochschaukeln könnten.

Nicht ohne Grund: Aus Protest gegen die Polizeiaktion beim MSV-Spiel wurden sowohl beim Kick gegen Barcelona als auch gegen Rostock in der Nordkurve Transparente mit einem Bild von Innenminister Wolfgang Schäuble und der Aufschrift "Stasi 2.0" aufgehängt. Eine Protestkampagne, die bundesweit wegen Schäubles Sicherheitspolitik läuft - auch jenseits von Fußballstadien und in anderen Zusammenhängen.

Der S 04-Ordnungsdienst wies bei den Heimspielen die Entfernung der Plakate an; zudem bat die Polizei den Ultras-Einpeitscher Simon noch während des Spiels zu einem Gespräch. "Nicht zu einem Verhör", wie Kordts betonte. Die Polizei prüfe zurzeit, ob die Banner den Tatbestand der Beleidigung erfüllten.

"Wir bemühen uns um ein gutes Verhältnis zu den Fans", erklärte Konrad Kordts. Aber: Es sei die Pflicht der Polizei, bei Straftaten einzuschreiten und tätig zu werden.

Tätig geworden sind auch Anhänger: Vier Fans, die im Polizeikessel für längere Zeit festgehalten worden sind, haben Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die federführende Staatsanwaltschaft Dortmund u.a. wegen des Eingriffs in Grundrechte gestellt, heißt es in einer Erklärung der Ultras (www.ultras-ge.de).

Von Lars-Oliver Christoph

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Kommentare
08.04.2008
18:58
Protest ruft Polizei auf den Plan
von Martin Thieme | #2

In Wirklichkeit ist also die Polizei eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Mich erinnert das alles sehr stark an die DDR. Und niemand ist da, uns vor dieser Polizei zu schützen...

07.04.2008
22:20
Protest ruft Polizei auf den Plan
von stasi 2.0 | #1

deutschland, land der dichter und denker. was ist aus deinen schergen geworden...

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