PR, die sich keine Stadt wünscht

Selten waren Verwaltung und Politik, aber auch die Bürgerschaft in den letzten Jahren so alarmiert und interessiert, kaum ein Thema hat so elektrisiert wie der Jugendamtsskandal. Medial hat er die letzten zwei Wochen bestimmt – und die Aufarbeitung ist längst nicht abgeschlossen. Viele Fragen sind noch offen. ob es jemals befriedigende Antworten geben wird, allerdings auch. Mit der personellen Entscheidung in der Hauptausschuss-Sondersitzung und dem Aufhebungsvertrag für Alfons Wissmann ist ein erstes Zeichen gesetzt worden. Ein Schlussstrich wird und kann es nicht sein. Grünen und CDU, aber auch FDP und Piraten werden das Thema nutzen, um die SPD zu treiben. Man darf sicher sein: Da kommt noch einiges nach. Ins Gerede gebracht hat die Affäre um die Jugendeinrichtungen und die Amtsspitze Gelsenkirchen überregional. PR, die sich keine Stadt wünscht. Und vor allem keine, die für sich so sehr eine konsequente (und oft auch vorbildliche) Sozial-, Bildungs- und Jugendpolitik reklamiert wie Gelsenkirchen. Normalerweise liefert ja in dieser Stadt Schalke 04 bundesweit die Schlagzeilen. Doch auch der Club beschert in den letzten Wochen wenig Freude. Am Wochenende geht es in der Veltins-Arena nur noch um Minimal-Saisonziele und Schadensbegrenzung. Schön, wenn man sich nur über Fußball ärgern muss.

EURE FAVORITEN IN DIESER STUNDE