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Polizist vor Gericht

Polizist in Gelsenkirchen für Faustschläge nach WM-Spiel verurteilt

17.10.2012 | 18:30 Uhr
Polizist in Gelsenkirchen für Faustschläge nach WM-Spiel verurteilt
Blutverschmiert war das Trikot von Nick R. nach der Attacke.

Gelsenkirchen.   Fußball-Fans hatten nach WM-Sieg der Deutschen Nationalmannschaft gegen Argentinien auf der Straße gefeiert. Bis ein Polizist zweimal mit der Faust zuschlug. Ein 23-Jähriger aus Gelsenkirchen erlitt mehrere Brüche und war 93 Tage krank. Der Polizist stand vor Gericht.

Fußball WM 2010: Ausgelassen tanzten zahlreiche Fans nach dem 4:0-Sieg der Deutschen gegen Argentinien im Kreuzungsbereich Ring-/Luitpoldstraße. Vor dem Amtsgericht gab es jetzt ein unerfreuliches Nachspiel des Spektakels. Ein Polizeibeamter hatte einen Anhänger (23) brutal mit zwei Faustschlägen erheblich verletzt. Wegen gefährlicher Körperverletzung saß er mit einem weiteren Kollegen auf der Anklagebank.

Zweimal mit der Faust in das Gesicht

Thomas B. hatte das spätere Opfer Nick R. aufgefordert, nicht weiter auf der Straße zu feiern. Der alkoholisierte 23-Jährige ignorierte die Aufforderung. Ausweisen konnte er sich nicht. Bevor auf der Wache die Personalien festgestellt werden sollten, hatte der 23-Jährige seiner damaligen Freundin sein Handy weitergereicht. Sie möge die Eltern benachrichtigen. Thomas B. schnappte nach dem Handy, der 23-Jährige umklammerte das Handgelenk des Polizisten .

Der riss sich los und schlug dann zweimal mit der Faust ins Gesicht des jungen Mannes. Der fiel zu Boden. „Ich sah die Knüppel über mir, spürte einen Wahnsinnsdruck und sah dann nur noch Sterne“, schildert er die Situation vor Gericht. Eine stattliche Anzahl von Beamten postierte sich um ihn herum. Ein Polizist legte das Opfer auf den Bauch, fixierte die Hände auf dem Rücken. Thomas B. räumt die Faustschläge ein.

"Schaff ihn schnell weg, bevor ihn jemand sieht."

Welcher Polizist einen Schlagstock eingesetzt hat, weiß der 23-Jährige nicht, kann aber ausschließen, dass es Thomas B. war. Die Freundin, die Nick R. blutüberströmt am Boden liegen sah, erinnert sich: „Ein Polizist sagte, schafft ihn schnell weg, bevor ihn jemand sieht.“ Der Krankenwagen sei vor Ort gewesen, behandelt worden sei ihr Freund nicht. Auch nicht im Gewahrsam, wie das Opfer versichert.

Der Gutachter spricht von massiver Gewalteinwirkung, hält aber die Verletzungen als Folge von Stockschlägen für unwahrscheinlich. Das Opfer erlitt einen Nasenbeinbruch, eine Fraktur unterhalb des Auges. Sie musste zweimal korrigiert werden. Noch heute sieht der 23-Jährige Doppelbilder. 93 Tage war er krank geschrieben.

Wegen einfacher Körperverletzung wird Thomas B. zu zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. An das Opfer muss er 2500 Euro Schmerzensgeld zahlen. Der Kollege wird freigesprochen.

Klaus Johann

Kommentare
21.10.2012
20:23
Polizist in Gelsenkirchen für Faustschläge nach WM-Spiel verurteilt
von CH17 | #18

Hallo, mein letzter und erster Kommentar auf dieser Seite wurde entfernt, ohne dass mir gesagt wurde warum. Ich versuche es nochmal: Der Kommentar in...
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2012-10-17 18:30
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