Polizei setzt bei Revierderby am Samstag auf Zurückhaltung

Auf Personenkontrollen im Hauptbahnhof Gelsenkirchen will die Bundespolizei vor dem Derby zwischen dem BVB und Schalke am Samstag nach eigenen Angaben verzichten. Unser Foto zeigt eine Szene aus dem jahr 2012, als die Schalke sich auf den Weg nach Dortmund machten.
Auf Personenkontrollen im Hauptbahnhof Gelsenkirchen will die Bundespolizei vor dem Derby zwischen dem BVB und Schalke am Samstag nach eigenen Angaben verzichten. Unser Foto zeigt eine Szene aus dem jahr 2012, als die Schalke sich auf den Weg nach Dortmund machten.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für die Bahnfahrt nach Dortmund am Samstag wird es keine Glasverbote und keine Kontrollen von Personen am Hauptbahnhof Gelsenkirchen geben.

Gelsenkirchen.. Für die Fans ist es die Mutter aller Spiele, das Revier-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04 am Samstag (15.30 Uhr). Und auch für die Polizei ist das ewig junge Nachbarschaftsduell ein Kraftakt. Oliver Humpert, der Inspektionsleiter der Bundespolizei Dortmund, hat der WAZ einen Einblick in das Sicherheitskonzept gegeben, das für eine friedliche An- und Abreise der Fanscharen sorgen soll.

„Wir geben den Fußballfans einen Vertrauensvorschuss“, sagt Humpert, „und werden der von den Ultra-Gruppen eingeforderten Zurückhaltung Rechnung tragen.“ So werde es für die Bahnfahrt keine Glasverbote und keine Kontrollen von Personen am Gelsenkirchener Hauptbahnhof geben – „es sei denn, das Verhalten von Fans macht Kontrollen unumgänglich“. Ein umfänglicheres Entgegenkommen von Seiten der Polizei wird es nicht geben, kann es wohl auch nicht, denn nach wie vor ist das Derby ein Risikospiel.

Etwa 800 Polizisten sind am Samstag im Einsatz, im Vorjahr waren es deutlich über 1000. Und nachdem das runderneuerte An- und Abreisekonzept 2014 zu friedlicheren Szenen rund um das Derby geführt hatte, verfolgen Humpert und seine Mitstreiter den Weg weiter. Heißt: Die Sicherheitskräfte setzen „bei der An- und Abreise auf eine strikte Trennung der Fans“, erklärt Humpert.

Fangruppen werden getrennt

Schalke-Fans werden am zentralen Anlaufpunkt, dem Dortmunder Hauptbahnhof, über den Nordausgang in Richtung U-Bahn und Stadion geleitet, BVB-Anhänger über den Hauptausgang und den Königswall Richtung U-Bahn und Stadion gelenkt. Der Signal Iduna Park, ehemals zentrale Anlaufstelle, wird zeitweise nicht zugänglich sein. Hintergrund: „In der Vergangenheit hat es dort Attacken gegeben“, berichtet Humpert. S04-Fans seien dort auf dem Weg ins Stadion mit Gegenständen beworfen worden und hätten sich nicht mehr sicher gefühlt. Auch die Brücke von der Dortmunder Lindemannstraße über die B1, an normalen Spieltagen von 15.000 Fans genutzt, wird beim Spiel gegen Schalke gesperrt. Für die An- und Abreise setzt die Deutsche Bahn drei Entlastungzüge ein.

Natürlich muss die Polizei für den Fall einer Eskalation gerüstet sein. Immerhin gehen die szenekundigen Beamten von 300 bis 400 Problemfans auf beiden Seiten aus. Daher werden sich zivile Aufklärer unter die Fans mischen. Hundertschaften, Videowagen, Polizeihunde und auch zwei Helikopter gehören ebenso zum Aufgebot sowie technische Experten, die gefährliche Gegenstände wie extrem heiß abbrennende Pyrotechnik sicher entschärfen können.

Anmerkung: In einer früheren Version dieses Artikels hatten wir Oliver Humpert als Inspektionsleiter der Bereitschaftspolizei bezeichnet. Das war falsch. Wir bitten um Entschuldigung.