Polizei geht in Ückendorf gegen Beleidigungen und Böller vor

Blickpunkt Bochumer Straße: Wieder einmal gab es hier einen größeren Polizeieinsatz. 
Blickpunkt Bochumer Straße: Wieder einmal gab es hier einen größeren Polizeieinsatz. 
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Massive Kräfte der Polizei mussten an der Bochumer Straße für Ruhe sorgen. 20 Platzverweise erteilt, 48 Personalien aufgenommen, Cafés kontrolliert.

Gelsenkirchen.. Beleidigungen und ein Böller gegen eine Streifenwagenbesatzung lösten Montag einen größeren Einsatz in Ückendorf aus. Am Ende standen umfangreiche Platzverweise.

Gegen 18.15 Uhr befuhr ein Streifenwagen die Bochumer Straße. In Höhe der Hausnummer 65 hielten sich einige Personen in der Nähe eines Cafés auf. Als die Beamten vorbeifuhren, „rief man ihnen aus der Gruppe heraus Beleidigungen zu und bewarf den Streifenwagen auch noch mit einem illegalen Silvesterböller“, so Polizeisprecher Olaf Brauweiler. Die Beamten orderten Verstärkung.

Zwei Diensthundeführer im Einsatz

„Glücklicherweise hatten wir Montag Teile der Landeseinsatzbereitschaft in Gelsenkirchen. Zwei Gruppen mit um die 20 Beamten in kompletter Ausrüstung“ waren laut Brauweiler entsprechend schnell zur Stelle. „Mit Unterstützung der Einsatzhundertschaft und zwei Diensthundeführern konnte die Situation nach kurzer Zeit beruhigt werden.“ Die Polizei begrenzte ihre Aktion nicht auf die Straße, sondern kontrollierte auch in zwei Ladenlokalen. Personalien von 48 Personen, die sich vor und in den Cafés/Spielhallen aufhielten, wurden aufgenommen, 20 Personen erhielten Platzverweise, einen 24-jährigen Gelsenkirchener nahmen die Beamten zur Identitätsfeststellung mit zur Wache. „Die Menge war bunt gemischt. Wir können das keiner bestimmten ethnischen Gruppe zuschreiben“, sagt der Polizeisprecher. Und: „Böller gegen Fahrzeuge zu werfen ist kein Kinderstreich. Zumal wir Hinweise haben, dass es außer der Streife auch andere Autos traf.“ (0209/3658240).

Im letzten halben Jahr, räumt Brauweiler ein, „haben wir an Gewalt gegenüber Beamten schon deutlich andere Sachverhalte gehabt, bei denen Kollegen massiver angegangen worden sind.“ Doch diesmal zeigte die Ordnungsmacht Muskeln: „Wir haben mit allen Mitteln reagiert. Solche Dinge werden wir nicht mehr dulden und mit aller Entschiedenheit dagegen vorgehen. Wir werden uns durchsetzen und deutlich massiver auftreten.“

Schmitt weist Kritik an Verwaltung zurück

Die Polizei-Linie wurde bereits Mitte Dezember mit der Stadt abgestimmt. „Das ist natürlich wieder ein unerfreulicher Vorfall, aber es hat sich gezeigt, dass die Polizei Herr der Lage war“, betont Ordnungsdezernent Dr. Christopher Schmitt. Gemeinsame Kontrollen in allen relevanten Bereichen von Polizei, Kommunalem Ordnungsdienst oder auch der Staatsanwaltschaft wurden damals über die „ohnehin schon enge Zusammenarbeit hinaus vereinbart“. Auch weist Schmitt Kritik zurück, dass die Stadt ihren Einsatz zurückgefahren habe. „Da werden uns inhaltliche Positionen zugeschrieben, die so nicht stimmen“. Im Gegenteil. „Es gab keine Kürzung von Dienststunden“, sagt Schmitt. „Wir sind sehr aktiv, allein schon beim integrierten Handlungskonzept EU Ost habe es 2015 „ganz aufwändige Objektprüfungen gebgeben, die allein in 17 Fällen zur Schließung von Wohnhäusern geführt hätten. Darüber hinaus gab es über 500 Gefährderansprachen und fast 6000 Kontrollen. „Daraus geringeren Einsatz zu folgern, ist falsch.“

Auch einen anderen Vorwurf kontert Schmitt. Die CDU, sagt er, unterstelle der Verwaltung ein „kategorisches Nein zur rechtskonformen Ausweitung der Videoüberwachung“. Doch das sei nicht korrekt. Hier, macht der Jurist deutlich, setze aber eben das geltende Recht Städten und Gemeinden auf öffentlichen Wegen und Plätzen enge Grenzen.