Polizei ermittelt nach Steinverlegung in Horst

Gelsenkirchen.. Die Verlegung des Stolpersteins für Hermann Neudorf an der Markenstraße 19 in Horst hat ein Nachspiel. Die Abteilung Staatsschutz der Polizei hat nach einer entsprechenden Anzeige die Ermittlungen wegen Volksverhetzung aufgenommen.

Wie bereits in der gestrigen Ausgabe der WAZ berichtet, wurde die Aktion des Gedenkens an NS-Opfer durch bösartige Verbalattacken junger, zum Teil aggressiv wirkender Leute, die sich mit etwas Abstand vom Verlegungsort aufhielten, empfindlich gestört.

Für kurze Zeit empfanden die meisten Besucher der Stolperstein-Aktion die Situation als durchaus bedrohlich, mindestens aber als äußerst unangenehm und in höchstem Maße beschämend. Nicht zuletzt weil Sohn Steven Neudorf mit seiner Familie eigens aus den USA angereist war, um der Steinverlegung vor dem letzten selbst gewählten Wohnort seines Vaters und seiner Großeltern teilzunehmen.

„Wir nehmen die Sache sehr ernst“, sagte Polizeisprecher Konrad Kordts gestern zur WAZ. Allerdings seien die bisher vorliegenden Täterbeschreibungen eher dürftig. Daher lautet die Bitte der Abteilung Staatsschutz: Zeugen sollen sich melden, um bei der Aufklärung behilflich zu sein. Die Ermittler sind telefonisch unter 365-8512 oder -8240 zu erreichen.